23. September 2026 – dpa
Die Teilnahme Israels am ESC bleibt umstritten. Irland will den Wettbewerb auch 2027 boykottieren. Lange sah das auch so für die Niederlande aus. Bis jetzt.
Nach einem Jahr Abwesenheit wollen die Niederlande nun doch im nächsten Jahr wieder beim Eurovision Song Contest (ESC) mit dabei sein. Ein erneuter Boykott des Landes wegen der umstrittenen Teilnahme Israels ist damit vom Tisch. Der niederländische Beitrag werde ein Gemeinschaftsprojekt des öffentlichen Rundfunks, kündigte der Vorstand des öffentlichen Rundfunkverbands NPO in Hilversum an.
Erst kürzlich sah es danach aus, dass die Niederlande erneut den ESC wegen der Teilnahme Israels boykottieren würden. Der bisher verantwortliche Sender Avrotros hatte im August entschieden, er werde sich nicht mehr an dem Musikwettbewerb beteiligen. Nach Angaben des Senders ist der ESC «nicht mehr neutral».
Nun will NPO ein ESC-Team bilden, das für die Auswahl des teilnehmenden Künstlers verantwortlich ist. Der nationale Nachrichtensender NOS übernimmt danach die Ausstrahlung von Halbfinals und Finale.
Irland kündigte in der vergangenen Woche an, auch im nächsten Jahr aus Protest gegen Israels Vorgehen im Gaza-Krieg nicht am ESC teilzunehmen. Irland gehörte zu den fünf Ländern, die den vorigen ESC in Wien boykottiert hatten. Der nächste ESC findet im Mai 2027 in Burgas an der bulgarischen Schwarzmeerküste statt.
Auch Belgien will in Bulgarien dabei sein. Das teilte der flämische öffentlich-rechtliche Sender VRT mit. Bisher hatte der Sender ebenfalls wegen der Teilnahme Israels und der andauernden Gewalt im Gazastreifen die Teilnahme offen gelassen.