10. September 2026 – dpa
Im größten Tennisstadion der Welt kämpfen Kevin Krawietz und Tim Pütz um den Turniergewinn und eine Million US-Dollar Preisgeld. Warum eine Niederlage vor zwei Jahren dabei helfen soll.
Kevin Krawietz und Tim Pütz fehlt nur noch ein Sieg zur Krönung ihrer Karriere als Tennis-Doppel. Das deutsche Davis-Cup-Duo steht am Samstag im Finale der US Open - und neben dem ersten gemeinsamen Grand-Slam-Titel geht es auch um ein Preisgeld von einer Million US-Dollar (rund 860.000 Euro) für die Sieger.
Die beiden erfahrenen Profis wollen es diesmal besser machen als bei der Endspiel-Niederlage vor zwei Jahren in New York. «Es hilft auf jeden Fall, dass wir schon mal ein Finale in dem Stadion gespielt haben. Wir sind lange genug dabei, dass wir uns da nicht in die Hose machen», sagte der 34 Jahre alte Krawietz.
Das deutsche Spitzendoppel bezwang im Halbfinale die dreimaligen Champions Rajeev Ram (USA) und Joe Salisbury (Großbritannien) souverän mit 6:3, 6:4. Nun geht es am Samstag im Arthur Ashe Stadium, der größten Tennisarena der Welt, gegen die Australian-Open-Sieger Christian Harrison (USA) und Neal Skupski (Großbritannien).
2024 hatten Krawietz und Pütz (38) in New York im Doppelfinale gegen die Australier Max Purcell und Jordan Thompson verloren. «Der Stellenwert ist hoch. Das ist das Einzige, was uns irgendwie noch fehlt», sagte Pütz zum möglichen Titelgewinn. «Ich empfinde aber keine Torschlusspanik.»
Krawietz hat mit seinem früheren Doppelpartner Andreas Mies schon zweimal die French Open gewonnen, Pütz holte mit der Japanerin Miyu Kato den Mixed-Titel 2023 bei den French Open. Ihren größten gemeinsamen Erfolg feierten beide mit dem Titel bei den ATP Finals 2024.
Im Halbfinale beendeten beide nun auch die ruhmreiche Grand-Slam-Karriere des dreimaligen US-Open-Champions Ram. Der 42-Jährige wurde in einer Zeremonie nach dem Spiel verabschiedet und weinte dabei mehrfach. «Er kann aufhören im Halbfinale seines Heim-Grand-Slams, viel besser geht's nicht», sagte Pütz voller Respekt über die «Legende», die insgesamt sechs Grand-Slam-Titel gewonnen hat.
Angesprochen auf die Parallelen zum Zitat von Andy Roddick aus dem Jahr 2006, als dieser nicht die Karriere der US-Ikone Andre Agassi vor Heimpublikum beenden wollte, weil sich das anfühlen würde, als habe man «Bambi erschossen», meinte Pütz augenzwinkernd: «Gut, dass wir Bambi so erschossen haben. Ich glaube, das wäre Bambi recht gewesen.»