30. Oktober 2026 – dpa

Ruinöser Preiswettbewerb

Schweinehalter unter Preisdruck - Protestaktionen möglich

Landwirte in den beiden großen Fleischproduktionsländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen schlagen Alarm wegen zu niedriger Schweinepreise.

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Bald könnten wieder Traktoren rollen: Angesichts niedriger Schlachtpreise für Schweine schließen Landwirtschaftsverbände Protestaktionen nicht aus. (Archivbild)

Schweinehalter fordern angesichts niedriger Schlachtpreise Politik und Schlachtunternehmen zum Handeln auf. Der Schlachtpreis sei inzwischen erneut um 8 Cent auf nur noch 1,32 Euro pro Kilo Schlachtgewicht gesunken, teilte das Landvolk in Hannover mit.

Um wirtschaftlich arbeiten zu können, benötigten die Schweinehalter mindestens 2,20 Euro je Kilogramm. «Den Betrieben rinnt das Geld durch die Hände. Die Liquidität wird immer knapper. So kann es nicht weitergehen!», sagte der Vizepräsident des Landvolks, Jörn Ehlers.

Auch die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) sowie der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) wiesen auf die angespannte Lage der Betriebe hin. Denkbar seien Protestaktionen, wenn Politik und Marktteilnehmer nicht handelten, hieß es. Der Schwerpunkt der deutschen Fleischerzeugung liegt in NRW und Niedersachsen.

ISN-Geschäftsführer Torsten Staack sprach von einem ruinösen Preiswettbewerb zulasten der Erzeuger. Einerseits würden von den Landwirten in Deutschland seitens der Politik und den Abnehmern höchste Standards verlangt, gleichzeitig aber nur Weltmarktpreise gezahlt.

Landvolk-Vize Ehlers sprach Politik, die großen Schlachtunternehmen und die Gastronomie an. Dringend nötig sei die Umsetzung angekündigter Maßnahmen, darunter die Weiterentwicklung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes. Auch in Restaurants und öffentlichen Kantinen müsse heimisches Schweinefleisch stärker berücksichtigt werden, forderte er.

Niemand würde auf die Idee kommen, für den Kauf einer deutschen Luxuslimousine den Preis eines importierten Kleinwagens anzusetzen, sagte Staack: «Dass das am Schweinemarkt aber so passiert, zeigt, wie es um die Kräfteverhältnisse in der Wertschöpfungskette Schwein bestellt ist.»

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