04. Juni 2026 – Frederic Heimann

Hunderte warten auf Spendenorgane

Organspenden: Zahlen steigen nur langsam – Widerspruchslösung gefordert

Vor dem Tag der Organspende am 6. und 7. Juni fordert die Deutsche Gesellschaft für Organspende: Wir brauchen endlich auch in Deutschland die so genannte Widerspruchslösung: Wer nicht widerspricht, wäre dann automatisch Organspender. In anderen Ländern hat das die Spenderquote schon erhöht.

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Bei den Organspenden erreicht Deutschland im Vergleich zu seinen Nachbarn nur einen hinteren Rang. (Archivbild)

Hunderte Menschen warten in Niedersachsen aktuell auf ein Spenderorgan: Ende April 2026 standen 745 Menschen auf Wartelisten für Organe. Dabei wurden im gesamten letzten Jahr in unserem Bundesland gerade einmal 108 Organe transplantiert.

Antenne Niedersachsen Hörerin Laura aus Hankensbüttel lebt seit 2024 mit einer transplantierten Niere. Ihre Nieren hatten von Geburt an nicht richtig funktioniert. Seit dem sie 21 Jahre alt war, musste sie ganze 14 Jahre lang zur Dialyse. Sie sagt: In dieser ganzen Zeit war immer die Angst da, dass man es bis zu "dem Anruf nicht schafft und der Körper vorher den Dienst quittiert." Ihrer habe durchgehalten und das Leben mit einer neuen Niere sei "besser; die Abhängigkeit von dieser große Maschine fällt weg. Ich bin jetzt einfach wieder unabhängiger, kann reisen, kann essen und trinken, so viel ich möchte und bin einfach wieder ein bisschen spontaner."

Laura über ihre Organspende
04.06.2026
Laura über ihre Organspende
Laura über ihre Organspende
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Widerspruchslösung gefordert

Damit künftig mehr Menschen von gespendete Organen profitieren, ist Laura für die so genannte Widerspruchslösung bei der Organspende: Aufgrund der aktuellen Regelung können in Deutschland nur Organe von Menschen verwendet werden, die sich einen Organspenderausweis besorgt haben oder die sich im Online-Spendenregister registriert haben.

Die Widerspruchslösung funktioniert genau anders herum: Wer hier nicht widerspricht, ist Organspender. Diese Lösung gilt in den meisten Ländern Westeuropas, wie bspw. in Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Belgien, den Niederlande und Großbritannien. Und sie zeigt: die Spenderquote ist in diesen Ländern deutlich höher als bei uns in Deutschland.

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(Grafik: Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO))

Auch der niedersächsische Gesundheitsminister Philippi fordert die Widerspruchslösung bei der Organspende: Er sagt uns im Antenne Niedersachsen-Interview: "Es gibt zu wenige Spenderorgane, obwohl ein Großteil der Bevölkerung zur Organspende bereit ist. Aus beruflicher Erfahrung als Arzt und aus dem privaten Erleben weiß ich, in was für einer schwierigen Situation sich Menschen befinden, die auf ein Spenderorgan angewiesen sind und keines erhalten. Die Gewissensentscheidung für oder gegen Organspende ist niemals gut oder schlecht. Schlecht ist es aber, wenn sich die Menschen erst gar nicht damit befassen und keine Entscheidung fällen, wie es bisher der Fall ist. Ich begrüße deswegen eine Widerspruchsregelung sehr. Jeder Tag, an dem es mehr Organspenden gibt, rettet Leben."

Und was jeder und jede schon jetzt tun kann: Laura: "Holt euch einen Organspendeausweis! Das geht ganz einfach im Internet, in jeder Apotheke liegt immer einer aus - oder bei der BZGA, da kann man sich auch einen holen."

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Antenne Niedersachsen-Reporterin Sarah Buletta hat sich das Organspende-Tattoo stechen lassen. zusätzlich besitzt sie auch einen Organspendeausweis.

Dieses Tattoo rettet Leben!

Der Verein "Junge Helden e.V." wirbt für ein Organspende-Tattoo. Die Idee dahinter: ein Statement für Organspende im Allgemeinen zu setzen und Familien im Notfall die Entscheidung über eine Organspende erleichtern. Unsere Antenne Niedersachsen-Reporterin Sarah Buletta hat sich das Tattoo stechen lassen.

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