26. Oktober 2026 – dpa

Energiewende

Lies: Grünen Stahl auf CO2-Flottenvorgaben anrechnen

Niedersachsens Ministerpräsident will mit neuen Regeln für Autohersteller die Nachfrage nach grünem Stahl stärken. Salzgitter-Chef Groebler setzt auch auf die Windkraft.

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Die Salzgitter AG baut ihre Stahlproduktion mit dem Programm «Salcos» schrittweise um. (Symbolbild)

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies will mit einer Änderung europäischer Vorgaben für Autohersteller die Nachfrage nach grünem Stahl ankurbeln. «Wir setzen uns dafür ein, dass CO2-Einsparungen durch den Einsatz von grünem Stahl künftig bei den europäischen Flottengrenzwerten berücksichtigt werden», sagte der SPD-Politiker der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung».

Derzeit beraten die EU-Staaten und die Abgeordneten des Europaparlaments über die Zukunft von Autos mit Verbrennungsmotor und die Stärkung der europäischen Industrie. Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, die Pläne für ein striktes Verbrenner-Aus in der Europäischen Union anzupassen. Einen verbindlichen Beschluss gibt es noch nicht.

Deutschland und Frankreich hatten vor kurzem vorgeschlagen, dass Auto-Hersteller die durchschnittlichen CO2-Emissionen ab 2035 nur noch um 90 Prozent reduzieren müssten, ohne die verbleibenden 10 Prozent kompensieren zu müssen. Werden heimischer grüner Stahl und Aluminium verbaut, soll dies aber besonders günstig auf CO2-Werte der Herstellerflotte angerechnet werden. Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, dass die restlichen 10 Prozent komplett durch CO2-neutrale Kraftstoffe oder grünen Stahl kompensiert werden müssen.

Lies erhofft sich von seinem Vorschlag mehr wirtschaftlichen Erfolg der Salzgitter AG mit ihrem Projekt des grünen Stahls. Salzgitter-Chef Gunnar Groebler sieht auch bei Windkraftanlagen einen Ansatz für den Absatz klimafreundlich produzierten Stahls. «Wenn wir über grünen Strom sprechen, dann gehört in die Windräder, die zu einem sehr großen Anteil aus Stahl bestehen, auch grünes Material», sagte er der Zeitung.

Die Salzgitter AG baut ihre Stahlproduktion mit dem Programm «Salcos» schrittweise um. Kohlebasierte Hochöfen sollen durch Direktreduktionsanlagen und Elektrolichtbogenöfen ersetzt werden. Dabei soll zunehmend Wasserstoff zum Einsatz kommen, um den CO2-Ausstoß zu senken. Die erste Direktreduktionsanlage soll nach Unternehmensangaben im kommenden Jahr in Betrieb gehen.

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