19. September 2026 – dpa
Salzgitter gilt als Hochburg der AfD in Niedersachsen. Eine AfD-Politikerin kam sogar in die Stichwahl gegen den amtierenden Bürgermeister. Gegen den Rechtsruck gehen Hunderte auf die Straße.
Einige Hundert Menschen haben gegen den Rechtsruck in Salzgitter demonstriert. Unter dem Motto «Salzgitter gegen Rechts» lief der Protest gegen das gute Abschneiden der AfD bei der Kommunalwahl nach Polizeiangaben friedlich ab. Ein Passant störte demnach die Versammlung am Samstag, indem er den verbotenen Hitlergruß zeigte. Gegen den Mann werde ein Strafverfahren eingeleitet, hieß es.
Mit knappem Vorsprung wurde die AfD stärkste Kraft im dortigen Stadtrat - und hat auch noch Chancen auf das Oberbürgermeisteramt. Bei der Stadtratswahl kam sie auf 27,39 Prozent. Sie landete knapp vor der SPD (25,85 Prozent) und der CDU (23,23 Prozent). Bei der Bürgermeisterwahl fordert Patricia Mair am 27. September den Amtsinhaber Frank Klingebiel (CDU) heraus. Die AfD-Kandidatin kam auf 25,67 Prozent der Stimmen, Klingebiel auf 45,61.
Als Gründe für den Wahlerfolg in Salzgitter werden unter anderem ein hoher Migrantenanteil, soziale Problemlagen und eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenquote genannt. In der Stadt, die ein Zusammenschluss mehrerer Orte ist, leben rund 100.000 Menschen.