19. September 2026 – dpa
Der Triumph von New York ist gerade eine Woche her, da steht Alexander Zverev schon wieder auf dem Tennisplatz. In Halle gewinnt er locker und wird geehrt. Dennoch muss das Davis-Cup-Team bangen.
Alexander Zverev hat seine Pflichtaufgabe im Davis Cup souverän erfüllt, muss mit dem deutschen Team aber dennoch um den Einzug in die Finalrunde bangen. Der zweifache Grand-Slam-Turnier-Sieger gewann im westfälischen Halle gegen den Weltranglisten-171. Matej Dodig mit 6:4, 7:6 (7:3). Weil Daniel Altmaier danach aber gegen die kroatische Nummer eins Dino Prizmic enttäuschte und mit 4:6, 3:6 verlor, steht es nach dem ersten Tag nur 1:1.
Die Entscheidung über den Einzug in die Finalrunde fällt an diesem Sonntag, wenn ab 12.00 Uhr zunächst das Doppel mit Kevin Krawietz und Tim Pütz spielt. Danach bekommt es Zverev mit Prizmic zu tun, ehe Altmaier gegen Dodig spielt. Allerdings kann Teamchef Michael Kohlmann auch noch Änderungen vornehmen und Yannick Hanfmann für Altmaier einsetzen.
Zum Weiterkommen sind drei Siege nötig. Im vergangenen Jahr war Deutschland bei der Finalrunde im Halbfinale an Spanien gescheitert. Die Endrunde findet vom 24. bis 29. November im italienischen Bologna statt.
Eine Woche nach seinem Triumph bei den US Open in New York war Zverev die Müdigkeit schon noch anzumerken. Nach einem souveränen und sehr konzentrierten ersten Satz leistete sich Zverev im zweiten Durchgang einige Nachlässigkeiten.
Der mutig aufspielende Dodig nutzte das und zwang Zverev in den Tiebreak. Dort steigerte sich der Weltranglisten-Zweite aber wieder und machte den Sieg vor den Augen seiner Tochter Mayla, seiner Mutter Irina und seiner Freundin Sophia Thomalla perfekt. «Ich bin glücklich, dass ich das Spiel gewonnen habe», sagte Zverev. «Er ist ein wahnsinniger Spieler und hat heute unglaublich gut gespielt.»
Am Abend wurde Zverev in Halle vom neuen Sportminister Ronald Rauhe und vom DTB-Präsidenten Dietloff von Arnim für seinen US-Open-Titel geehrt. «Du hast bewiesen, dass es sich lohnt, groß zu träumen. Du hast immer an deinen Traum geglaubt», sagte Rauhe. «Ein großes Dankeschön, dass wir dich als Vorbild, so wie du bist, in Deutschland haben können.»
Zverev war bereits im Juni nach seinem ersten Grand-Slam-Titel in Paris in Halle geehrt worden. «Wenn wir jetzt alle drei Monate hier stehen, würde ich das unterschreiben», sagte Deutschlands Tennisstar mit einem Lachen.
Zverev hatte überraschend seine Zusage für den Davis Cup gegeben. Nach seinem Triumph in New York hatten nicht wenige damit gerechnet, dass sich der 29-Jährige eine Pause gönnt, bevor es in einer Woche beim Laver Cup in London weitergeht.
Doch Zverev will den Davis Cup unbedingt einmal gewinnen. «Wir als deutsche Mannschaft werden irgendwann älter. Ich glaube, dass wir dieses Jahr und vielleicht auch noch die nächsten zwei, drei Jahre die Chance haben. Und ich möchte jede Chance nutzen, den Davis Cup zu gewinnen», hatte Zverev seine Entscheidung begründet. Nach seinem Sieg gegen Dodig sagte er zur Freude der Zuschauer. «Ich bin lieber hier auf dem Tennisplatz, als mich zu Hause zwei Wochen zu langweilen.»
Nach Zverevs Sieg zeigte Altmaier eine schwache Leistung. Der 28-Jährige leistete sich zu viele Fehler. Zwar lag er im ersten Satz ein Break vorne und führt mit 4:3, doch dann gab er drei Spiele in Serie und den Satz ab. Altmaier agierte nun viel zu nervös und war gegen die kroatische Nummer eins nahezu chancenlos.