28. August 2026 – dpa

Fußball

Emotionaler Start: Backhaus in Freiburg direkt im Blickpunkt

Erst ein dicker Patzer, dann das Duell mit dem Ex-Club. Für 12-Millionen-Einkauf Mio Backhaus geht es beim SC Freiburg gleich zur Sache. Vom Trainer und den Teamkollegen bekommt er viel Zuspruch.

g5ulcpzudg-v5-ax-s2048.jpeg
Am Sonntag trifft Mio Backhaus mit Freiburg auf seinen Ex-Club Bremen.

Aus dem Fanblock kamen laute «Mio Backhaus»-Sprechchöre. Dabei hatte die neue Nummer eins des SC Freiburg unmittelbar zuvor nicht etwa eine tolle Parade gezeigt, sondern sich einen dicken Fehler erlaubt. Es war eine bemerkenswerte Szenerie beim 4:1-Sieg der Freiburger gegen den FC Motherwell am Donnerstagabend. Eine, die dem jungen Torwart zeigen dürfte: Er muss im Breisgau nicht nur liefern, er darf auch wachsen.

Alle hätten «richtig reagiert», sagte Trainer Julian Schuster. «Vielleicht», so der Coach, sei dieser Fehler ja auch «eine Chance». Backhaus werde daraus lernen, ist sich Schuster sicher. Schon am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN), wenn der SC in die neue Saison der Fußball-Bundesliga startet, kann sich der Keeper erneut beweisen. Und das ausgerechnet gegen seinen früheren Club Werder Bremen.

Backhaus steht bei den Badenern also direkt im Blickpunkt. Wegen der zwölf Millionen Euro Ablöse, die er gekostet hat. Wegen der langen Hängepartie um Noah Atubolu, der vor ihm das Freiburger Tor gehütet hat und nun auf Leihbasis zu Eintracht Frankfurt wechselt. Wegen des besagten Patzers im Playoff-Rückspiel der Conference League gegen Motherwell. Und wegen des direkten Wiedersehens mit seinem langjährigen Arbeitgeber aus der Hansestadt.

Backhaus sei ein «super Junge», sagte SC-Stürmer Igor Matanovic. Dass der 22-Jährige gegen die Schotten einen eigentlich harmlosen Schuss durch die Finger flutschen ließ, finde er «überhaupt nicht schlimm». Backhaus bringe sich bisher «überragend» ein bei seinem neuen Verein, so Matanovic. Der Torhüter dürfe und solle sicherlich kurz mit sich hadern, «aber dann geht es auch schon wieder weiter», erklärte Matanovic. «Das ist das Geile an dem Rhythmus.»

Matanovic selbst war nach Backhaus' Fehler, der angesichts des klaren Sieges am Ende nicht mehr groß ins Gewicht fiel, sofort zum Schlussmann hingeeilt und hatte ihn aufgemuntert - genau wie die Anhänger auf der Tribüne dahinter. «Das im Paket zeichnet uns dann auch wieder aus», meinte Trainer Schuster.

Nach vielen Jahren in Bremen und einer Saison als Bundesliga-Stammtorwart für Werder beginnt für Backhaus im Breisgau ein neues Kapitel. Der Sohn einer Japanerin und eines Deutschen darf sich auf stimmungsvolle Abende in der Ligaphase der Conference League freuen. Er tritt ein schweres Erbe an, hatte sich Atubolu in den vergangenen drei Jahren doch zu einem stabilen Rückhalt entwickelt. Doch alle in Freiburg trauen Backhaus diese Rolle zu.

Der U21-Nationaltorhüter sei «einer, der sich viel mit Fußball beschäftigt», sagte Routinier Vincenzo Grifo über seine bisherigen Eindrücke. «Er ist sehr hungrig. Er versucht alles aufzuschnappen, sich Gedanken darüber zu machen und es gut umzusetzen.» Abseits des Rasens «scheint er ein sehr ruhiger Junge zu sein», schilderte Grifo weiter. Auf dem Feld habe Backhaus «unglaubliche Qualitäten». Er sei ein «sehr, sehr guter Torwart». Patzer hin, Patzer her.

Weitere Meldungen

undefined
Antenne Niedersachsen
Audiothek