05. November 2026 – dpa
Eine Beratungsstelle hat für 2025 mehr rechte und menschenfeindliche Angriffe in Niedersachsen erfasst als im Vorjahr. Die Zahlen zeigen nach ihren Angaben allerdings nur einen Ausschnitt.
Die Betroffenenberatung Niedersachsen hat im vergangenen Jahr mehr rechte, rassistische, antisemitische und andere menschenfeindlich motivierte Gewalttaten dokumentiert. Die Zahl der erfassten Angriffe stieg von 68 im Vorjahr auf 81, wie die Beratungsstelle mitteilte. Mindestens 107 Menschen seien betroffen gewesen – darunter auch Kinder und Jugendliche.
Zu den dokumentierten Angriffen zählt die Einrichtung nach ihrer Einordnung auch zwei Tötungsdelikte und eine versuchte Tötung. Mehr als die Hälfte der erfassten Fälle waren Körperverletzungen, teilweise gefährliche. Als häufigstes Tatmotiv registrierte die Beratungsstelle Rassismus. Auch Angriffe auf Menschen, die sich politisch engagieren oder politische Verantwortung tragen, wurden häufiger erfasst.
Die Folgen könnten Betroffene lange begleiten, erklärte die Einrichtung. Angst und der Verlust des Sicherheitsgefühls führten etwa dazu, dass Menschen bestimmte Orte mieden oder ihre alltäglichen Wege veränderten. Die Beratungsstelle unterstützte im vergangenen Jahr Betroffene, Angehörige und Zeugen – auch zu Angriffen aus früheren Jahren.
Die Einrichtung fordert eine langfristige finanzielle Absicherung ihrer Arbeit und bessere Zugänge zu Hilfsangeboten. Betroffene müssten unabhängig von einer Strafanzeige frühzeitig von Unterstützungsmöglichkeiten erfahren, sagte Projektkoordinatorin Kara Evers.
Die Bilanz beruht auf der Dokumentation der Beratungsstelle. Nach deren Angaben bildet sie nur einen Ausschnitt des tatsächlichen Geschehens ab, weil viele Angriffe der Einrichtung nicht bekannt würden.