13. August 2026 – dpa
Deutschlands größter Stahlerzeuger braucht für sein Duisburger Werk täglich viele Tausend Tonnen Rohstoffe. Sie kommen vor allem per Schiff. Mittlerweile spielt aber auch der Bahntransport eine Rolle.
Trotz des extremen Niedrigwassers erhält das Duisburger Stahlwerk von Thyssenkrupp weiterhin Rohstoffe über den Rhein per Schiff. «Die Kundenversorgung ist nicht gefährdet», sagte Finanzvorstand Axel Hamann bei der Vorlage der Neunmonatszahlen. Zur weiteren Entwicklung des Niedrigwassers und dessen Auswirkungen auf die Versorgung habe man eine Taskforce gebildet.
«Wenn sich die Situation wirklich verschlimmert und die Schifffahrt zum Erliegen kommen würde, könnten wir einen Effekt auf das Ergebnis nicht ausschließen», sagte er. Mit Ergebnis ist der Unternehmensertrag gemeint.
«Wir haben natürlich ein paar Möglichkeiten, die Produktion, die Fahrweise unserer Anlagen ein Stück weit anzupassen, um mit den Beständen, die wir haben, länger arbeiten zu können.» Man habe auch noch Alternativen zur Anlieferung per Schiff. So würde man mehr auf die Bahn setzen. Geprüft werde auch, wie viel über die Straße kommen könne. «Wir sind weit davon entfernt, irgendwelche Hochofen erkalten zu lassen», betonte er.
Thyssenkrupp erhält nach eigenen Angaben täglich 50.000 bis 60.000 Tonnen Rohstoffe per Schiff, vor allem Erz und Kohle. «Im Normalbetrieb decken wir rund fünf Prozent unseres Bedarfs an Erz und Kohle über die Schiene ab», sagte eine Sprecherin. Um die Auswirkungen der aktuellen Lage abzufedern, habe man das Transportvolumen auf der Schiene gegenüber dem Regelbetrieb etwa verdoppelt.