15. September 2026 – dpa

Sozialsystem

Stiftung Bethel warnt vor Versorgungslücken bei Behinderten

Der Vorstand beklagt: Geplante Einsparungen könnten Versorgungslücken für Menschen mit Behinderung im Gesundheitswesen verschärfen – besonders auf dem Land.

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Pastor Bartolt Haase, Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. (Archivbild)

In der Diskussion um Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen warnen die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel davor, Menschen mit Behinderung bei der ärztlichen Versorgung zu vergessen. Besonders im ländlichen Raum sei es für die Betroffenen oft schwer, überhaupt einen Termin bei Haus- oder Fachärzten zu bekommen.

«Unser Gesundheitssystem wird schon jetzt dem zeitlichen Bedarf dieser Menschen kaum gerecht», sagt Pastor Bartolt Haase, Vorstandsvorsitzender des Stiftungsverbandes. Menschen mit Behinderung bräuchten in besonderer Weise die nötige Ruhe, um im Behandlungszimmer Vertrauen aufbauen und sich mitteilen zu können, sagt der Bethel-Chef.

Es fehle zudem der Anreiz zur fachlichen Weiterbildung für Ärztinnen und Ärzte, denn sie bekommen die gleiche Vergütung wie bei anderen Patienten auch, obwohl zum Beispiel eine Behandlung mit deutlich größerem Aufwand verbunden sei. «Die geplanten Sparmaßnahmen führen zu einer weiteren Verdichtung der Arbeit und der Zeit, die für Bedürftige zur Verfügung steht», sagt der stellvertretende Vorsitzende der v. Bodelschwinghschen Stiftungen, Christoph Nolting.

Die Hürden für Menschen mit Behinderung seien generell sehr hoch. «Teilhabe heißt, nicht nur dabei sein dürfen, sondern auch dabei sein können – in Wohnung, Job und gesellschaftlichem Leben», sagt Haase. Nach Überzeugung von Haase und Nolting schützt der Sozialstaat die Demokratie. «Wer ihn aushöhlt, gefährdet den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.»

Haase führt den Stiftungsverband seit Februar und hat Pastor Ulrich Pohl abgelöst. Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen sind ein diakonisches Unternehmen und gehören zum Diakonischen Werk der evangelischen Kirche. Sie betreiben in acht Bundesländern mit knapp 26.000 Mitarbeitern 300 Standorte, darunter Krankenhäuser, Behindertenwerkstätten, Kindergärten, Pflegeeinrichtungen und Hospize.

Die Gesamterträge, vergleichbar mit Umsätzen in der Wirtschaft, lagen 2025 bei knapp über zwei Milliarden Euro.

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