25. Oktober 2026 – dpa
Schalke holt in Köln einen Punkt, doch die Torflaute hält weiter an. Dazu kommen neue Verletzungssorgen. Die Königsblauen setzen dennoch auf Kampfgeist statt Klagen.
Hinten stabil, vorne zu blass und dazu neue Verletzungssorgen: Der FC Schalke 04 hat beim 1. FC Köln zwar einen Punkt geholt, musste aber weitere personelle Rückschläge verkraften. Der blutige Kopfzusammenstoß von Robin Gosens und Soufiane El-Faouzi verschärfte die ohnehin angespannte Lage. Doch anstatt den Blick auf Personalsorgen, Torflaute, Tabellenkeller zu richten, hob Trainer Miron Muslic die Widerstandsfähigkeit seines Teams hervor.
«Ich bin sehr zufrieden und stolz, wenn man bedenkt, dass uns acht Stammspieler innerhalb weniger Tage wegbrechen. Die Situation mit Robin und Soufi war ein weiterer Schockmoment, aber es hat uns nicht gebrochen, sondern noch stärker gemacht», sagte Muslic nach dem 0:0 in der Domstadt. «Wichtig war, danach nicht aus der Bahn zu fliegen, daher ein großes Lob an die Jungs, die Resilienz hat uns bis zum Schluss getragen.»
Anders als bei der 0:1-Niederlage gegen Mainz in der Vorwoche präsentierte sich Schalke in Köln wieder deutlich stabiler und ließ defensiv nur wenig zu. Auch Kölns Offensivtalent Said El Mala bekam die Mannschaft weitgehend in den Griff. Der 20-Jährige kam kaum zu nennenswerten Chancen. In der Schlussviertelstunde musste dann Loris Karius, der mal wieder Spieler des Spiels wurde, seine Mannschaft das ein oder andere Mal retten.
«Defensiv war das wieder eine Top-Performance. Wir haben ein drittes Spiel ohne Gegentor als Aufsteiger, das muss man zu diesem Zeitpunkt erst einmal schaffen, deshalb geht der Punkt auch voll in Ordnung», resümierte Muslic. Dennoch blieb am Ende die vierte Partie in Serie ohne Sieg. Vor allem offensiv fehlte es mal wieder an Durchschlagskraft. Lediglich einen einzigen Schuss auf das Kölner Tor weist die offizielle Statistik für die 90 Minuten aus.
Nach sieben Spieltagen stehen damit weiterhin erst vier Tore zu Buche. In der Tabelle rutschten die Königsblauen auf den Relegationsplatz ab und liegen mit sechs Zählern punktgleich mit dem 17. Union Berlin. Umso wichtiger wäre ein Erfolg im DFB-Pokal. Doch auch das Gastspiel bei Dynamo Dresden am Mittwoch (18.00 Uhr) muss Schalke voraussichtlich mit einem stark ersatzgeschwächten Kader bestreiten.
Am Sonntagmittag teilte der Verein nach dem Zusammenprall seiner beiden Spieler mit, dass Gosens zwei Platzwunden an der Stirn und El-Faouzi eine Stirnwunde sowie einen Nasenbeinbruch erlitten habe. Die Platzwunden hätten mit mehreren Stichen genäht werden müssen. Über eine Rückkehr ins Team werde individuell zu gegebener Zeit entschieden, hieß es weiter. Ein Pokaleinsatz scheint damit aber für das Duo äußerst fraglich.
Trainer Muslic hatte bereits nach dem Spiel in Köln wenig Hoffnung auf eine Entspannung der Personallage bis zum Pokalspiel. «Ich gehe nicht davon aus, dass Spieler rechtzeitig fit werden für Mittwoch», sagte der Coach und erklärte trotz aller Zuversicht: «Das geht an die Substanz in jeder Mannschaft.»
Klagen wollte Muslic aber genau wie Spieler Timo Becker trotz der vielen Ausfälle nicht. «Wir beschweren uns nicht. Es ist halt so. Es ist im Fußball verletzungsanfällig», sagte Becker. «Wir müssen mit dem, was wir haben, arbeiten. Das können wir. Jeder muss sich reinschmeißen.» Das wird beim Pokal-Duell in Dresden auch notwendig sein. Denn fest steht: Um nicht auszuscheiden, muss Königsblau gegen die Sachsen treffen.