06. September 2026 – dpa
Zwei Spiele, null Punkte und sieben Gegentore: Mönchengladbach startet ernüchternd in die Saison. Trainer Polanski muss schnell Lösungen finden. Sein Vorgänger sollte ihm ein mahnendes Beispiel sein.
Eugen Polanski redete erst gar nicht um den heißen Brei herum. «Für uns fühlt sich das Spiel nicht nur scheiße an, sondern es war am Ende auch Scheiße», sagte der Trainer von Borussia Mönchengladbach nach dem 3:4 (2:1) gegen Aufsteiger SV Elversberg.
Nach der Auftaktpleite bei RB Leipzig (0:3) ist Gladbach damit weiter punktlos – und für den Trainer wird nach zwei Spieltagen die Luft dünn. «Wenn du Spiele nicht gewinnst, ist man grundsätzlich unter Druck», sagte Borussia-Sportchef Rouven Schröder am Samstag.
Gegen den Liga-Debütanten zeigte Gladbach zwar offensiv eine Steigerung und führte nach 56 Minuten komfortabel mit 3:1, doch dann brach das Team auseinander. «Nach einer 3:1-Führung darfst du nicht verlieren. Das ist klar», sagte Schröder.
Als in der Vorsaison in Gladbach die Ergebnisse zum Start ausblieben, musste bereits Gerardo Seoane früh gehen – nach drei Spieltagen. Der damalige U23-Coach Polanski übernahm zunächst übergangsweise und erhielt später einen Vertrag bis 2028.
Doch nach einer eher schwachen Saison mit 38 Punkte und Platz zwölf wurde schon im Sommer über die Weiterbeschäftigung des Ex-Profis «kontrovers diskutiert», wie Schröder damals einräumte. Der Club entschied sich für Polanski, aber gegen ein «Weiter so». Der Coach durfte bleiben, dafür wurde das Co-Trainerteam neu zusammengestellt und der Kader verändert.
Damit sind die Ausreden für Polanski weniger geworden. Konnte er im Vorjahr darauf verweisen, die Mannschaft in der Saison übernommen zu haben, absolvierte er diesmal die komplette Vorbereitung und konnte die Abläufe stärker gestalten. Deshalb wird nun genau hingesehen.
«Es ist doch normal, dass wir Aufbruchstimmung erzeugen wollten. Das ist nach zwei Spielen aber nicht gelungen», resümierte Schröder. Eine Trainerdiskussion wollte er am Samstag dennoch nicht eröffnen.
«Es ist wichtig, klar zu bleiben und nicht nach zwei Spieltagen alles in Schutt und Asche zu legen», sagte der 50-Jährige. Doch Schröder stellte auch klar: «Wir müssen zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison klar miteinander sprechen.»