18. August 2026 – dpa

Historische Gebäude

Monheimer Mack-Pyramide erneut Negativbeispiel

Die Monheimer Mack-Pyramide sorgt erneut für Kritik: Nach dem Steuerzahlerbund kommt nun auch die Stiftung Denkmalschutz zu einem vernichtenden Befund.

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Ein geplanter Erweiterungsbau der Mack-Pyramide ist für die Stiftung Denkmalschutz ein Negativbeispiel. (Archivbild)

Die Monheimer Mack-Pyramide, auch als Scarabaeus-Pyramide bekannt, ist erneut als Negativbeispiel in einem Schwarzbuch zu Ehren gekommen. Nach der harschen Kritik im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler ging nun auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in ihrem eigenen Schwarzbuch mit der Stadt Monheim hart ins Gericht.

Der Bau aus den Jahren 1987 bis 1990 sei als postmodernes Denkmal von der Stadt selbst geschützt worden. Kurz danach habe die Stadt den Denkmalschutz-Status mit kurioser Begründung widerrufen: Die Stadt habe sich selbst als Eigentümerin im Verfahren nicht angehört.

Was dann geschehen sei, sei eine «Chronologie des Grauens»: Dem Architekten Horst Schmitges sei kurzerhand die Urheberschaft aberkannt worden, um das Bauwerk überbauen zu können. Dann habe die Stadt die Pyramide inklusive des noch nicht existierenden Neubaus erneut unter Denkmalschutz gestellt.

Die Stiftung Denkmalschutz sprach von einer «skandalösen Vorgehensweise». Ein geplanter Bau könne schon der Definition nach kein Denkmal sein. Durch den Erweiterungsbau über der Pyramide sei der ursprüngliche Charakter und auch der Denkmalstatus verloren, heißt es im Schwarzbuch, das in Berlin vorgestellt wurde.

In Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in den vergangenen zwei Jahren mindestens 1.077 Denkmale unwiederbringlich verloren gegangen - mehr als eins pro Tag.

Zuvor hatte bereits der Steuerzahlerbund die «Mack-Pyramide» im vergangenen Jahr zum «Denkmal der Steuergeldverschwendung» gekürt. Der 50 Millionen Euro-Auftrag sei ohne Ausschreibung vergeben worden. Der damalige Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) hatte die Kritik zurückgewiesen: Das bedeutende Werk des Künstlers Heinz Mack werde für die Nachwelt erhalten.

Als weiteres NRW-Negativbeispiel, wie ein Denkmal «fast zu Tode "saniert" wurde», wird die Alte Schule in Köln-Roggendorf erwähnt. Der mehr als 140 Jahre alte Backsteinbau wurde demnach vor etwa zehn Jahren instand gesetzt und sollte 2019 als Kita wieder öffnen. Zum Abschluss wurde die Fassade mit einem wasserabweisenden Mittel behandelt.

Seither stehe das Gebäude wegen Geruchsbelästigung und möglicher Schadstoffe leer. «Ein erschreckendes Beispiel dafür, wie wichtig Fachexpertise und Know-how am Denkmal sind», schreibt die Stiftung.

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