02. November 2026 – dpa
Nach dem Ende der Friedenspflicht sind Beschäftigte in Dutzenden NRW-Betrieben in den Warnstreik getreten. Am Dienstag will die IG Metall die Aktionen ausweiten.
Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie haben Beschäftigte in Dutzenden Betrieben in Nordrhein-Westfalen ihren Forderungen mit Warnstreiks Nachdruck verliehen. Nach dem Ende der Friedenspflicht traten sie Montagmorgen in den Ausstand. Laut IG Metall machten rund 4000 Beschäftigte in 33 Betrieben mit, etwa in Bielefeld, Hamm, Dinslaken, Schüttdorf und Lünen. Am Dienstag will die Gewerkschaft IG Metall die Aktionen ausweiten. Dann seien Beschäftigte in 240 Betrieben der Metall- und Elektroindustrie zum Warnstreik aufgerufen.
Die Gewerkschaft fordert von den Arbeitgebern, ein deutlich besseres Angebot vorzulegen. Mit den Warnstreiks wolle man deutlich machen, dass die Beschäftigten spürbar bessere Konditionen erwarten, teilte die IG Metall mit.
In NRW sind rund 640.000 Menschen in der Branche beschäftigt. Die dritte Verhandlungsrunde ist nach Angaben der IG Metall für den 9. November geplant.
Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Verhandlungsrunde ein erstes Angebot vorgelegt. Es sieht eine Einmalzahlung und in einem zweiten Schritt eine Erhöhung der Entgelte um 1,3 Prozent bei einer Laufzeit von 26 Monaten vor. Begründet wurde die Offerte mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage und hohen Kostenbelastungen für die Industrie in Deutschland. Die IG Metall fordert unter anderem fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
Das Angebot der Arbeitgeber liege weit unter der Inflation, obwohl die Wirtschaft erste Signale der Erholung sende, sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Knut Giesler laut einer Mitteilung. «Das werden wir nicht akzeptieren.» Das Angebot gleiche weder die gestiegenen Lebenshaltungskosten aus noch biete es Perspektiven für Investitionen, Beschäftigungssicherung und die Zukunft der Industriestandorte.
Die Arbeitgeber warnten die IG Metall unterdessen, die Tarifrunde mit Warnstreiks zusätzlich anzuheizen - diese seien «das völlig falsche Signal». «In der schwersten Strukturkrise dieses Industriezweigs brauchen die Unternehmen keine Eskalation, sondern möglichst zügig eine tragfähige und vernünftige Lösung», sagte ein Sprecher von Metall NRW.