27. August 2026 – dpa
Das Landgericht Münster hat die Verfahren gegen zwei junge Männer abgetrennt. Die 19- und 21-Jährigen wurden wegen Bandenbetrugs verurteilt – der Prozess gegen weitere Angeklagte läuft noch.
In einem Prozess um erschlichene Kontodaten gegen eine mutmaßliche Betrügerbande aus dem Ruhrgebiet hat das Landgericht Münster erste Urteile gesprochen. Wegen des Alters der zwei jetzt Verurteilten hatte das Gericht ihre Verfahren abgetrennt. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin soll ein 21 Jahre alter Mann aus Recklinghausen für zwei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.
Einen 19-Jährigen verurteilte das Landgericht zu einer Bewährungsjugendstrafe von einem Jahr und sechs Monaten sowie zweimal Freizeitarrest. Beide Männer wurden wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in zehn beziehungsweise neun Fällen verurteilt. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Möglich ist Revision, also eine Überprüfung durch den Bundesgerichtshof in Karlsruhe.
Der Prozess gegen vier weitere Männer aus Gelsenkirchen und Essen im Alter zwischen 23 und 61 Jahren läuft weiter. Sie sollen durch das sogenannte Phishing an Kontodaten ihrer späteren Opfer gelangt sein und dann mehr als 180.000 Euro erbeutet haben. Dazu hatten sie ihre Opfer auf eine täuschend echt aussehende, aber gefälschte Internetseite der Volksbank gelockt. Die Opfer kommen aus Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Brandenburg, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz.
Später soll sich einer der Männer als angeblicher Bankberater telefonisch bei den Betroffenen gemeldet und sie dazu veranlasst haben, ein paralleles Online-Konto anzulegen. Über diese Konten sollen die Angeklagten dann unter anderem Rolex-Uhren und andere Luxusartikel gekauft haben.
Bis September hat das Landgericht weitere Prozesstage angesetzt. Verhandelt wird im Münsterland, weil ein Großteil der unerlaubten Abbuchungen in Rheine registriert wurden.