26. August 2026 – dpa

Studie von Westlotto

Ehrenamt: mehr Einsatzstunden, aber Rückgang bei Jüngeren

Regionale Unterschiede, mehr Einsatzstunden und Hindernisse: Der Ehrenamtatlas 2026 zeigt bis auf Kreis- und Stadtebene auf, wie und wofür sich die Menschen einsetzen – und wo es klemmt.

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Mehr als die Hälfte der Menschen in Nordrhein-Westfalen sind im Ehrenamt unterwegs. (Symbolbild), Foto: Patrick Seeger/dpa

Mehr als die Hälfte der Menschen in Nordrhein-Westfalen engagiert sich in einem Ehrenamt. 53 Prozent der Befragten gaben an, ein Ehrenamt auszuüben, wie Westlotto bei der Vorstellung des Ehrenamtatlas 2026 in Düsseldorf mitteilte. Damit bleibt der Anteil weitgehend stabil. Vor zwei Jahren lag er bei 54 Prozent, 2022 während der Corona-Pandemie bei 50 Prozent.

Als größte Hindernisse für das Ehrenamt nennen die Befragten zu wenig Geld für Verbesserungen und neue Ideen (52 Prozent), zu wenig Zeit für das eigene Ehrenamt (50), zu viel Bürokratie, etwa bei Förderanträgen (48) oder die unzureichende Nutzung digitaler Möglichkeiten (27).

Sorge bereitet den Machern der Studie die jüngere Generation. Bei den 18- bis 29-Jährigen ist der Anteil der ehrenamtlichen Engagierten von 58 Prozent im Jahr 2024 auf jetzt 46 Prozent gesunken. Die Daten werden alle zwei Jahre erhoben. «Diese Generation fühlt sich unsicher und guckt nicht zuversichtlich in die Zukunft», sagte Andrea Walter, die die Studie wissenschaftlich begleitet hat, zur Begründung. Die Professorin ist Ehrenamtsforscherin an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW. Jungen Leuten fehle es häufig an Zeit, das sei die größte Herausforderung, sagte Walter zum Rückgang in dieser Altersgruppe.

Zwar ist die Zahl der Ehrenamtler in NRW stabil geblieben, dafür ist die Zahl der Einsatzstunden von 208 im Jahr 2024 auf jetzt 224 pro Jahr gestiegen. Im Schnitt investieren die Menschen 4,3 Stunden pro Woche. Auffällig sind erneut die regionalen Unterschiede. Im Kreis Olpe liegt die Ehrenamtsquote bei 68 Prozent, am niedrigsten ist sie in Remscheid mit nur 37 Prozent.

Dabei nimmt der Bereich Sport und Bewegung mit 23 Prozent den größten Anteil ein, gefolgt von Religion und Kirche mit 19 Prozent. In der Nachbarschaft (Nachbarschaftshilfe, Begrünung von öffentlichen Flächen, Tauschbörse oder Bücherschränke) engagieren sich 18 Prozent, ebenso viele sind es im Bereich Kultur, Kunst und Musik. Mit Kindern und Jugendlichen arbeiten 14 Prozent der Befragten. Fast ebenso viele (13 Prozent) engagieren sich in der Kommunalpolitik, in politischen Verbänden oder rund um Schulen und Kitas.

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