06. November 2026 – dpa
Die erste Niederlage in Europa und die dritte Pleite im vierten Pflichtspiel trüben die Stimmung in Leverkusen. Kann Bayer rechtzeitig zum Derby in Köln den Kopf freibekommen?
Für viele Fans von Bayer Leverkusen schien die erste Niederlage in der Europa League schon kurz nach Abpfiff abgehakt. Während die Mannschaft mit hängenden Köpfen über den Rasen trottete, zeigte die Kurve ein Banner mit der Aufforderung: «Holt den Derbysieg!». Dass die Werkself dafür am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) beim 1. FC Köln ein ganz anderes Gesicht zeigen muss, dürfte aber nicht nur den Verantwortlichen bewusst sein.
«Wir erleben gerade nicht unsere beste Phase. Daran müssen wir arbeiten. Das versuchen wir», sagte ein sichtlich enttäuschter Trainer Carles Martínez nach der 0:1 Niederlage in der Europa League gegen Olympique Marseille. Das Ende der bislang makellosen Europa-League-Bilanz kann die Werkself mit Blick auf die Tabelle zwar verkraften, doch der Trend macht Sorgen: Denn Bayer 04 hat damit nun drei der letzten vier Pflichtspiele verloren.
Dass die Werkself ihren eigenen Ansprüchen derzeit hinterherläuft, machte auch Ex-Kapitän Robert Andrich deutlich und sparte nicht mit Kritik. «Ich glaube schon, dass wir uns Sorgen machen müssen», sagte der Mittelfeldspieler bei RTL. «Das ist überhaupt nicht unser Anspruch. Wenn wir darauf schauen, dass wir mal toll gespielt haben - damit gewinnst du gar nichts», betonte Andrich, der gegen die Südfranzosen aber auch selbst einen schwachen Tag erwischte.
Dass die Belastung durch die vielen englischen Wochen und die anhaltenden Verletzungsausfälle nicht spurlos an der Werkself vorbeigeht, liegt auf der Hand. Dennoch muss auch die aktuell zur Verfügung stehende Mannschaft in der Lage sein, deutlich besseren Fußball zu zeigen. «Ich sehe, dass wir ein bisschen müde sind. Uns fehlte die Energie», meinte Martínez und sprach aber auch einen Stimmungswechsel innerhalb seiner Mannschaft an.
In den vergangenen Tagen hätten einige Spieler möglicherweise zu sehr über die negativen Dinge nachgedacht, betonte der Spanier. «Vor drei Wochen dachten wir noch: Wow, wir sind perfekt, wir werden die Meisterschaft und alles gewinnen. Wir waren in der Stimmung.» Von dieser Euphorie scheint inzwischen wenig übrig zu sein. Vor allem in der Liga muss Bayer als derzeitiger Tabellensechster aber schnell die Wende schaffen, um den Anschluss nicht zu verlieren.
Der Druck vor dem Nachbarschaftsduell ist entsprechend groß. Mit einem Sieg könnten die seit zwei Liga-Partien ungeschlagenen Kölner gar bis auf einen Punkt an den Luftlinie nur rund 20 Kilometer entfernten Rivalen heranrücken. Martínez fordert deshalb eine Reaktion seiner Mannschaft: «Wir müssen unseren Kopf freibekommen. Wir müssen mental stärker werden. Wir müssen den Negativtrend durchbrechen und wir müssen daran Glauben.»