25. August 2026 – Sascha Funke
Mal kostet die Bahnverbindung wenig, mal fast doppelt so viel - und oft ist unklar, wie zuverlässig der Zug überhaupt fährt. Genau da setzt die App „Bahnsparer“ an: Sie soll günstige Tickets finden und Risiken bei Verbindungen sichtbarer machen. Wie die Idee dazu entstand, erzählt Entwickler Max Ritter im Interview mit Flüecki aus der Antenne Niedersachsen Moin-Show.
7 Tage von der Idee bis zur Umsetzung
Im Gespräch mit Flüecki beschreibt Ritter, wie alltäglich der Auslöser für „Bahnsparer“ war: In seinem Umfeld habe es immer wieder „die gleichen Probleme“ gegeben - schwankende Ticketpreise, aufwendige Suchen und verpasste Umstiege. Daraus sei die Idee für eine App entstanden, die Reisenden die Suche abnimmt und Verbindungen besser vergleichbar macht. Bemerkenswert ist vor allem das Tempo: Die Idee sei „erst sieben Tage her“ gewesen, sagt Ritter im Interview.
Was „Bahnsparer“ können soll
Das Prinzip ist einfach: Nutzer geben Start und Ziel ein und können entweder an einem festen Tag suchen oder flexibel nach günstigeren Verbindungen schauen. Laut Ritter zeigt die App, wann eine Strecke besonders günstig oder besonders teuer ist. Dazu kommt ein Preisalarm: Nutzer setzen ihr Limit und bekommen eine Meldung, „sobald dieser Preis für deine Strecke erreicht wird“.
Wie groß die Unterschiede sein können, zeigt ein Beispiel aus einem Test von t3n: Für die Strecke von Erfurt nach Hannover kostete die günstigste Verbindung demnach 17,99 Euro, die teuerste 35,99 Euro - also fast das Doppelte. Genau solche Preisunterschiede soll „Bahnsparer“ sichtbar machen.
Spannend ist vor allem der zweite Ansatz hinter „Bahnsparer“: Die App schaut nicht nur auf den Preis, sondern soll auch helfen, die Zuverlässigkeit einer Verbindung besser einzuschätzen. In dem t3n-Test lag die errechnete Zuverlässigkeit bei einer besonders günstigen Verbindung demnach nur bei 39 Prozent. Ritter sagt, dafür würden verfügbare Daten zu Verspätungen und Verbindungen ausgewertet. Sichtbar werden sollen unter anderem durchschnittliche Verspätungen und das Risiko bei Umstiegen.
Gerade das hebt „Bahnsparer“ von reinen Preis-Tools ab. Wie gut die App dieses Versprechen tatsächlich einlöst, wird sich allerdings erst im Alltag zeigen müssen.
Entwickler fährt selten Bahn
Eine der auffälligeren Aussagen im Interview: Ritter sagt selbst, dass er gar nicht besonders oft mit der Bahn unterwegs sei - vielleicht ein- oder zweimal im Jahr. Trotzdem habe ihn das Thema gereizt, weil es sehr viele Menschen betreffe. „Ich bin halt ein Problemlöser“, sagt er. Dazu passt sein beruflicher Hintergrund: Ritter arbeitet als IT-Freelancer und war nach eigenen Angaben bereits an Start-ups beteiligt. Ohne diese Erfahrung wäre ein so schneller Start kaum vorstellbar.
Nach seinen Angaben wird „Bahnsparer“ bereits genutzt. Ritter spricht von rund 2000 Nutzern und viel direktem Feedback. Genau das sei ihm wichtig: früh an den Start gehen, Rückmeldungen sammeln und die App weiter verbessern. Geld verdient er damit nach eigenen Worten bislang nicht. „Es ist ein Freizeitprojekt“, sagt Ritter.
Hinweis zur Nutzung von „Bahnsparer“
Die App „Bahnsparer“ befindet sich aktuell noch in der Testphase und ist nicht über den offiziellen Apple App Store oder Google Play Store verfügbar, sondern wird direkt über die Website bahnsparer.de verteilt. Das bedeutet: Die Anwendung durchläuft derzeit noch nicht vollständig die üblichen Prüfprozesse der Store-Betreiber. Nutzerinnen und Nutzer sollten deshalb bewusst abwägen, ob sie eine noch nicht store-geprüfte App installieren möchten - insbesondere dann, wenn dabei sensible Daten eingegeben werden.
Wer die App ausprobieren möchte, kann das schon jetzt über bahnsparer.de tun. Dort ist „Bahnsparer“ laut Ritter bereits für iPhone, Android und auch für den Desktop erreichbar.