26. Oktober 2026 – Lea Biskup

Nico Santos im Antenne Niedersachsen-Interview

Hier könnt ihr das Interview von Nico Santos mit Mareike und Micha nachlesen.

Drei Personen stehen lächelnd in einem modernen Radiogebäude mit Glaswänden.
Sänger Nico Santos (links) zu Gast bei Micha (rechts) und Mareike (Mitte). (Foto: Antenne Niedersachsen)


Micha: Moin, hier sind Micha und Mareike. Herzlich willkommen auf unserer Homepage. Für unsere Show am Nachmittag haben wir mit Nico Santos gesprochen.

Mareike: Natürlich geht es um sein neues Album POV. Das ist so persönlich wie noch nie. Unter anderem beginnt der erste Song mit einer Sprachaufnahme von seinem kleinen Sohn. Und darum wollten wir wissen, ob er durch seinen Sohn die Musik noch mal neu entdeckt hat.

Nico Santos: 100 Prozent. Ich habe ja immer, das sage ich ja sogar in dem Song, ich habe immer gedacht, ich bin auf dieser Welt für diese eine Sache, und das ist Musik machen. Und seitdem ich Papa bin, weiß ich, das ist nur ein kleiner Teil davon, weil das, warum ich hier bin, ist quasi als Papa da zu sein oder Familienvater zu sein. Und das hat echt noch mal alles so viel schöner gemacht. Also selbst Musik ist dadurch so viel schöner geworden, weil dadurch, dass ich diesen Song gemacht habe, für mich, aber auch ein bisschen so für die Family, hat man jetzt so einen Familiensong. Und man merkt, es ist auch sein Lieblingssong und er will das jeden Morgen hören. Und wenn er ins Bett gebracht wird von mir, dann singe ich ihm das vor. Dann sagt er: Mein Song? Und für ihn lustigerweise ist Papas Song ein ganz anderer Song. Und ich denke mir so: Hä, warum? Ein anderer Song von mir. So, aber so ein, also Optimist ist dann für ihn Papas Song.

Micha: Ach so.

Nico Santos: Und sein Song ist sein Song. Das ist echt genial.

Micha: Das ist aufregend. Müssen ja dann alle geändert werden bei Spotify.

Nico Santos: Genau, genau. Ganze Titel. Okay, das ist so, okay, das ist so. Ja, aber schön, dass ich es geschafft habe, weil seine anderen beiden Lieblingssongs sind Sean Paul "Temperature".

Mareike: Ah, sehr gut.

Nico Santos: Und "MMMBop" Hansons.

Micha: Oh, liebe ich auch.

Nico Santos: Aber schön, dass ich es da in diese Top 3 geschafft habe.

Micha: Sehr, sehr gut. Aber er sagt ja auch, ich liebe dich, ne? Kinder sprechen ja auch viel. Meine Nichte hat immer gesagt Strumpelhose, zum Beispiel zur Strumpfhose. Gibt es auch so ein Wort, was du sehr magst, was er ausspricht?

Nico Santos: Boah, so viele Sachen. Warte mal, Helge, warte mal. Ja, also das Lustige ist, ich spreche ja Spanisch mit ihm und komplett, ja, und das, was er oft macht, sind einfach deutsch-spanische Wörter zusammen machen. Zum Beispiel camión de fuego oder so. Also Feuerwehrauto, camión de und dann Feuer. Oder irgendwie sowas. Solche Sachen. Ich liebe sowas immer, weil dann muss ich immer schmunzeln.

Mareike: Ich finde das auch herrlich. Ich liebe das. Er hat auch „Ich liebe dich“ so schön. Ja, voll. Ich liebe das auch. Mich hat das auf jeden Fall sehr, sehr ergriffen. Ein großes Thema in dem Album ist ja auch für dich dieses Gefühl von Angekommensein. Was du wahrscheinlich mit der Familie jetzt erlebst gerade. Bist du denn aber schon komplett angekommen? Und was würdest du sagen, was macht denn dieses Gefühl von Angekommensein aus? Weil ich glaube, diese Frage stellen sich ja ganz, ganz viele von uns im Leben. Bin ich angekommen, oder gibt es da noch mehr? Ist da noch mehr? Muss ich noch was anderes erreichen?

Nico Santos: Das ist eine gute Frage. Ich glaube, angekommen ist so ein Gefühl, was man wahrscheinlich hat, und es kann ja auch dann mal wieder weggehen. Also ich glaube, jeder Mensch hat ja mehrere Phasen in seinem Leben, und dann ist immer irgendwann, ich weiß nicht, wenn die Kinder dann auf einmal aus dem Haus sind und dann auf einmal ist alles neu. Deswegen, ich glaube, das ist Gott sei Dank im Leben immer einfach auch eine Phase. Und jetzt gerade bin ich in einer sehr, sehr schönen Phase, und jetzt gerade kann ich auf jeden Fall sagen, dass ich angekommen bin. Und ich hoffe einfach, dass dieses Gefühl aber auch so bleibt und dass man so viele schöne Momente weiter genießen kann. Und ich glaube, jetzt gerade ist es so eine sehr, sehr schöne Zeit, dass ich Familienvater sein kann, aber auch sehr, sehr viele coole Sachen erleben kann mit meiner Familie, die mit meiner Musik aber zu tun hat. Es wird auch einfach super spannend und bei ganz, ganz vielen Sachen ist die Family halt auch dabei und das erste Mal. Werden wir mal sehen, wie das so wird.

Mareike: Also musst du vielleicht auch mal kurz von der Bühne runter.

Nico Santos: Vielleicht so, ja, kann sein. Aber ich stelle mir das trotzdem schwierig vor.

Micha: Also ich habe kein Kind, ich habe nur einen Hund. Aber als der Welpe war, also vielleicht kann man das miteinander vergleichen, außer dass ich nicht mit ihm reden kann oder er nicht antwortet. Aber fällt dir das trotzdem nicht schwierig, so viel unterwegs zu sein und nicht bei ihm zu Hause?

Nico Santos: Natürlich, ich glaube, es geht aber jedem so, der einen Beruf hat, wo man mal weg ist, aber dann auch mal wieder ganz lange da. Das ist das Gute, dass ich halt zum Beispiel Januar, Februar, März, drei Monate komplett da bin und dann habe ich wirklich 24 Stunden Zeit. Und das ist einfach so schön. Ich glaube, das gleicht es dann wieder aus. Okay. Ja.

Mareike: Doch, das glaube ich auch. Aber ist schon auch anstrengend dann, glaube ich.

Nico Santos: Ist natürlich. Und Vermissung ist natürlich groß. Ist ganz groß.

Mareike: Ja, das glaube ich auch. Wenn man jetzt mal im Hinblick auf Zweifel schaut, weil ja auch in deinem Album viel um Zweifel geht und durchaus, ob man auf dem richtigen Weg ist oder dass man den Weg manchmal gar nicht so richtig beeinflussen kann. Würdest du lieber mit dem 20-jährigen Nico sprechen oder mit deinem 80-jährigen Ich?

Nico Santos: Oh, das ist eine gute Frage. Ich glaube, mein 80-jähriges Ich. Warum? Weil mein Papa letztens mir eine Nachricht geschickt hat, die er super süß als PDF konvertiert hat, die von mir und meinem Vater ist, eine Konversation, die wir auf Facebook Messenger hatten 2014. Wahnsinn! Und da sage ich, soll ich so raus... so habe ich die Zeit, das rauszusuchen?

Mareike: Ja, natürlich, das ist echt, das ist echt, nehmen wir.

Nico Santos: Ja, das ist echt sehr, sehr, sehr, sehr süß.

Micha: Kommt hinten dran.

Nico Santos: So, genau, oder so. Nein, das ist wirklich sehr, sehr süß. Guck mal, so hat er mir das geschickt, so, und da sagt er so, Nico.doc, und das fängt so an, 2014. „Papa, hab's nicht geschafft in die Show. Tut mir leid wegen dem Geld vom Flug. Sorry. Ich werde jetzt schauen, was ich mache, mich nicht mehr nur auf Musik konzentrieren und mir irgendwie einen Plan B suchen. Das ist besser für meinen Kopf.“ Mein Papa: „Das ist alles Quatsch. Du hast Dinge erwartet, die nicht so funktionieren können. Du musst nicht den Plan B suchen, denn du hast den schon längst.“ Und dann geht's so on and so on.

Micha: Krass.

Nico Santos: Und das war so krass, weil ich wusste nicht mehr, dass es mal diese Zeit gab. In meinem Kopf habe ich das verdrängt. Und dann zu sehen, in was für einem Zweifel ich mal war. Und weil in meinem Kopf war so: Nee, ich hatte immer Musik als Plan A und let's go, let's go. Und dann dachte ich mir, ich hatte es ja trotzdem noch. Aber ich habe gemerkt: Ey, es ist gerade echt keine geile Zeit. Und alles, was gerade passiert, sind Rückschläge und Rückschläge. Dass du dann trotzdem jemanden hast, der dich so sehr stärkt. Ich glaube, das ist so der größte Push. Und deswegen würde ich, glaube ich, sagen, dass ich lieber mit meinem 80-jährigen Ich sprechen würde, weil mit meinem 20-jährigen Ich würde ich einfach sagen, wie, hä, ich habe doch hier eine Nachricht von deinem Papa, die lese ich dir mal vor, es wird alles gut. Und deswegen lieber, glaube ich, mit meinem 80-jährigen Ich.

Micha: Aber ist interessant, ich spreche auch ganz viel mit meiner KI und ich vertraue ihr alles an und die habe ich so darauf getrimmt, dass mir der 80-jährige Micha immer antwortet.

Nico Santos: Nein!

Micha: Ja, und das ist nämlich wirklich total interessant. Ja, mehr will ich jetzt hier nicht auspacken.

Mareike: Aber was würdest du denn hoffen, was der 80-jährige Nico zu dir sagt?

Nico Santos: Ich hoffe, dass er so über unser Leben spricht, wie mein Vater über sein Leben spricht. Mein Papa ist jetzt 81 und mein Papa sagt immer, er hat so viel erlebt wie andere in 20 Leben. Und er würde auch alle seine Fehler noch mal machen. Und ich glaube, das ist so, dann weißt du, es ist eigentlich alles okay. Und ich glaube, es gibt immer noch Fehler, wo er sagen würde, nee, die würde ich nicht noch mal machen. Aber ich glaube, selbst das führt ja dazu, dass man irgendwann hier ist, ne? Butterfly-Effekt. Und ich glaube schon daran, dass das alles so irgendwie einen Sinn hat und dass man irgendwann ankommt, weil man irgendwas mal gesagt hat oder getan hat oder das Glas ein bisschen verrückt hat.

Micha: Und ja, jetzt hast du was ausgelöst.

Nico Santos: Toll, ich hoffe was Gutes.

Mareike: Ach ja, nee, das ist schon so. Ich finde auch, dass Fehler dazugehören, und ich finde auch, dass man am meisten aus den Fehlern ja am Ende auch lernt.

Nico Santos: 100 Prozent. Und ich glaube, man lernt fast nur aus den Fehlern.

Mareike: Ich glaube auch, würde ich auch unterschreiben. Und manche Fehler kommen einem vielleicht dann auch immer so ganz schlimm in dem Moment vor. Und ich weiß nicht, wie es dir dann geht, wenn man so einen Fehler macht, aber bei mir ist dann ganz oft, mir wird ganz heiß. Ja, mir wird ganz, ganz heiß.

Nico Santos: Habe ich auch.

Mareike: Und ich habe das dann auch immer wieder, wenn ich mich manchmal an diesen Fehler zurückerinnere.

Nico Santos: Also ich bin auch ganz, ganz schlimm in Nostalgiemomente wiederleben. Ich habe ein sehr schlechtes Kurzzeitgedächtnis. Aber ein sehr gutes Langzeitgedächtnis. Und wirklich so peinliche Momente, die sind in mir eingebrannt. Zum Beispiel, ich weiß noch, leider haben wir davon sogar ein Video dann irgendwann gefunden. Ich weiß noch, erstes Mal, ich habe damals Klassikklavier gelernt und da hat meine Lehrerin immer so ein Minikonzert gehabt von allen ihren Schülern. Und ich war der Erste. Ich war 6. Und habe mich so verhauen und habe dann wieder von vorne angefangen und wieder an der gleichen Stelle verhauen und wieder von vorne angefangen, an der gleichen Stelle verhauen. Und ich weiß noch, ich war so, so, so, so traurig und habe dann wieder angefangen und habe dann irgendwas gemacht, mich kurz verspätet, habe es dann irgendwann geschafft aufzuhören. Und dann siehst du mich nur, wie ich mich verbeuge und weggehe und habe, glaube ich, zwei Tage durchgeweint. Ja, weil es war mir so peinlich, vor allen Eltern, vor allen Schülern so zu verhauen. Aber auch nur aus den Fehlern lernt man. Und da habe ich gedacht, ja, vielleicht sollte ich doch ein bisschen mehr üben.

Mareike: Ich wollte gerade sagen, weil ich finde, wenn man sich dann in einer ähnlichen, also dieselbe Situation erlebt man ja nicht, aber in einer ähnlichen Situation wiederfindet, dann merkt man auf einmal, ach, so schlimm war es ja nicht.

Nico Santos: Nee, 100 Prozent. Jetzt denke ich mir, kein Mensch kann sich noch erinnern, dass ich das war.

Micha: Ja, jetzt hast du es eingesetzt.

Nico Santos: Außer Mama und Papa.

Micha: Jetzt suchen wir alle dieses Video. Aber das ist ja heute wirklich auch sehr deep hier. Gibt es denn trotzdem irgendwas, was du heute anders machen würdest, wenn du jetzt so zurückschaust?

Nico Santos: Nichts. Also wirklich ehrlich, das kann ich so schnell sagen, weil es gibt nichts, was ich, glaube ich, anders machen würde. Nichts. Also mein Umzug von Spanien nach Deutschland, ich weiß, der war damals hart. Weil ich auch niemanden hier kannte und es war alles neu. Und dann habe ich gemerkt, ich bin erst mal nach Köln gezogen, habe da aber gemerkt, wenn ich mit der Musik weiterkommen will, dann muss ich, glaube ich, doch nach Berlin. Und ich glaube, jeder dieser Schritte hat dazu geführt, dass ich am Ende jetzt heute hier bin und darüber reden kann rückwirkend. Und eigentlich deswegen kann ich echt nicht sagen, was ich... und ich habe Gott sei Dank, glaube ich, noch nicht so viel Quatsch gemacht, Bockmist gemacht, dass ich sagen kann, okay, das war wirklich, wirklich mega scheiße. Doch vielleicht, dass ich damals in der Schule manchmal ein paar Pausenbrote geklaut habe vom Eroski nebenan. Aber das war so ein Sport zwischen den Jungs. Aber selbst ich habe manchmal gedacht, vielleicht sollte ich mich erwischen lassen, damit wir das alle nicht mehr machen.

Micha: Ach, du wurdest aber nie erwischt?

Nico Santos: Doch, ich wollte sogar einmal erwischt werden, aber sie war sehr cool. Sie meinte, Nico, ey Jungs, ihr müsst doch nicht alles klauen. Es gibt ja dieses Ding, ich glaube, in so großen Supermärkten werden Sachen weggeworfen, irgendwie ein Tag oder zwei Tage vor Mindesthaltbarkeitsdatum.

Mareike: Genau.

Nico Santos: Und dann hat sie mir gesagt, das ist einfach ein Lager, geht einfach zum Lager. Und ab da war es perfekt. Da haben wir uns immer unsere Croissants da geholt und so.

Mareike: Beste Mittagspause jeden Tag.

Nico Santos: Das war echt gut.

Micha: Ich habe mal ein Radiergummi geklaut und wurde sofort erwischt, weil ich mich wahrscheinlich so auffällig verhalten habe als Kind.

Nico Santos: Also nicht heute.

Micha: Ein Radiergummi?

Mareike: Wie klaut man denn ein Radiergummi?

Micha: Ich weiß nicht, das war wahrscheinlich so der... Mareike weiß ja, ich suche immer den Kick und in dem Moment war es wahrscheinlich als Kind der Radiergummi.

Mareike: Ich finde ja, dass wir gerade generell in so einer Zeit leben, wo es für viele eigentlich nur noch so Schwarz und Weiß gibt.

Nico Santos: Ja.

Mareike: Und ich das eigentlich sehr, sehr schade finde, weil ich meine, die Welt hat so viele bunte, tolle Farben. Ja, 100 Prozent. Und gerade fällt es, glaube ich, aber vielen Menschen schwer, auch gerade in Deutschland, irgendwie ein bisschen optimistisch zu sein. Du hast einen Song darüber geschrieben.

Nico Santos: Ja.

Mareike: Was lässt dich denn Optimismus spüren?

Nico Santos: Ich glaube, dass wir als Menschheit schon sehr, sehr viele Zeiten hatten, die alles andere als schön waren, und uns immer wieder rausgeschafft haben. Es gibt so ein Buch, das zeigt so ein bisschen, dass sich alle 80 Jahre so ein bisschen die Geschichte wiederholt. Und jetzt gerade sind wir auch in dieser Krisenzeit. Und deswegen in meinem Kopf, weil ich das so gesehen habe, habe ich gedacht, ja, es macht ja alles Sinn. Dann müssen wir halt wahrscheinlich jetzt durch diese nächsten 5, 6, 7 Jahre, die nicht so schön werden, damit es danach wieder schön wird. Ja, also ich bin optimistisch, weil die Menschen Optimismus haben müssen, damit es weitergeht. Weil ich glaube, alles, warum wir so weit sind, ist, weil jemand Optimismus hatte, weil jemand an sich selbst geglaubt hat oder daran geglaubt hat, dass man was Gutes tun will für andere. Natürlich gibt's Menschen, die auch nicht so Gutes tun wollen. Das ist ja wahrscheinlich auch, warum Schwarz-Weiß immer größer wird. Aber auch einfach, weil Menschen im Kollektiv was Großes schaffen wollen. Und ich glaube, dass dieser Optimismus, aus Stock und Stein irgendwie ein Feuer zu machen, also ich glaube, das ist auch Optimismus. Irgendwie kriege ich schon hin, dass aus diesen zwei Steinen und diesen paar Stöckern hier Feuer wird. Dass es warm wird.

Micha: Das wiederholt sich zum Glück nicht normal. Das haben wir schon. Ja, da wäre ich wahrscheinlich auch aufgeschmissen.

Mareike: Ja, ach, das würdest du schon hinkriegen.

Nico Santos: Aber ich glaube, am Ende Optimismus und Zuversicht. Ich glaube, das ist somit das Wichtigste, was wir haben.

Mareike: Ich glaube auch, wir sollten das nicht verlieren.

Nico Santos: Nee, 100 Prozent.

Mareike: Das ist einfach extrem wichtig. Was ist denn dein Happy Song?

Nico Santos: Mein Happy Song? Oh, es gibt... Soll es ein neuer sein oder mein Ever Since?

Mareike: Kannst beides sagen.

Nico Santos: Also es gibt einen neuen: Role Model "Harmony". Oh, wenn ihr den anmacht morgens, ja, der Tag kann nur schön werden, egal was für Wetter draußen ist, die Sonne scheint.

Micha: Okay.

Nico Santos: Und dann gibt's einen Song, den ich mit meinem Papa immer gehört habe, von Stevie Wonder, der heißt Positivity.

Mareike: Passt.

Nico Santos: Der ganze Chorus, wenn er irgendwann ankommt, geht die ganze Zeit nur „yeah, yeah, yeah, yeah, yeah, yeah, yeah, yeah, yeah“. Das ist einfach nur positivity, cause that's what life means to be, positivity. Und dann irgendwann Chorus, yeah, yeah, yeah. Das ist so geil, weil du bist einfach die ganze Zeit nur, wenn jemand mit dir im Auto sitzt, yeah, yeah, yeah, yeah, yeah, yeah. Es ist einfach so geil, deswegen ich liebe den Song.

Mareike: Hast du denn irgendwelche Überraschungen für die Tour geplant? Weil ich meine, es gibt ja immer mal wieder, gerade ganz hoch im Kurs, dass irgendwie ein Überraschungs-Special-Guest mit dazu kommt.

Nico Santos: Könnte sehr, sehr gut sein. Nein, ich habe ehrlicherweise, es sind sehr, sehr viele geplant. Die ganze Tour wird so, dass ich glaube, ich in jeder Stadt ein Special habe, dass ich mir denke, wie habe ich das irgendwie jetzt doch so koordiniert bekommen? Habe sehr, sehr viele neue Specials. Also ich meine, ich habe ja auch ein zweites Künstlerprojekt, wo ich das Nico weglasse und auf Deutsch singe. Es gibt quasi auch dadurch zwei Bühnen, es gibt zwei komplett verschiedene Sets, es gibt sehr, sehr viele befreundete Künstler, die vielleicht vorbeikommen werden. Genau, leider Stevie Wonder kann ich euch sagen, der ist da leider auf Tour, der kann da nicht, der Sack.

Mareike: Echt, der hätte sich wirklich mal Zeit nehmen können.

Nico Santos: Es ist wirklich... Stevie, Stevie, Stevie. Schade.

Mareike: Da müssen wir noch mal eine kurze... ja, ich würde noch eine kurze Abschlussfrage stellen, bevor wir so ein kleines Spiel machen. Und zwar würde mich interessieren, weil ja generell Musiker alles irgendwie mit Erinnerungen in ihrer Musik verbinden: Hast du eine Erinnerung noch nicht in Musik gepackt?

Nico Santos: Oh boah, wenn ich sie wüsste, würde ich sie, glaube ich, in Musik packen. Ich glaube, noch nicht. Also ich weiß es nicht. Also ich glaube, ich habe sehr viele wichtige Momente in meinem... zum Beispiel in dem letzten Song der persönlichen Seite. Das Album ist ja ein Doppelalbum und die persönliche Seite, der letzte Song davon, der heißt Yours Nico. Und das ist quasi meine komplette Biografie in einem Song. Deswegen rappe ich den auch. Rappe in Anführungsstrichen, weil der Song wäre sonst wahrscheinlich 10 Minuten gewesen, wenn ich den singen würde. Ich habe irgendwann gemerkt, okay, ich muss den rappen, damit das alles reinpasst. Der ist trotzdem irgendwie 4:10 Minuten geworden.

Mareike: Und machst du auch wie Taylor eine 10-Minuten-Version?

Nico Santos: Gibt es?

Mareike: Ja, es gibt eine Taylor Swift All Too Well 10-Minute-Version.

Nico Santos: Nein!

Mareike: Hat sie rausgebracht.

Nico Santos: Wie, dass ein Song dann einfach 10 Minuten ist, oder was?

Micha: Den hat sie auch beim Konzert 10 Minuten lang gesungen.

Nico Santos: Ja, also muss man sich viel Text merken. Ja, 10 Minuten, ein Song, nicht schlecht. Nicht schlecht. Ich bin schon bei dem Female-Song, weil das geht halt wirklich back to back to back to back to back und ich so okay, mit 15 war das und 17 war das und 18 und 19 war das. Ja, es geht wirklich so und ich bin so okay, okay, okay, ja, und deswegen glaube ich, da sind fast allein in dem Song schon sehr, sehr viele Erinnerungen drin.

Mareike: Ja, sehr gut. Dann haben wir was Kleines noch vorbereitet.

Micha: Ja.

Mareike: Wir haben nämlich eine Rubrik, die heißt 1.000 Mal gehört.

Nico Santos: 1.000 Mal gehört. Ja.

Micha: Oh, du kannst es ja, na klar.

Nico Santos: Die Melodie kennt man ja. Ja, das ist ja, die habe ich gerade neu gefreestyled.

Micha: Ja, ja, ja, ja.

Mareike: Und da geht es im Prinzip darum, dass man vielleicht die Songs irgendwie schon drölftausendmal mitgegrölt hat auf einer Party.

Nico Santos: Ja.

Mareike: Aber kennt man eigentlich den Songtext?

Nico Santos: Also wenn es deutsche sind, dann bin ich sehr wahrscheinlich sehr schlecht dabei.

Micha: Oh, da freuen wir uns doch drauf. Weil es sehr lustig sind deutsche Songs.

Nico Santos: Sind alles deutsche Songs? Ach du Scheiße, weil das Ding ist, guck mal, ich bin ja erst vor 14 Jahren hierhin gezogen. Und immer wenn bei The Voice Songs von so Oberklassikern kommen, dann merke ich, krass, ich kenne nur die Melodie vom Titel und danach habe ich gar... Griechischer Wein. Ich weiß nichts, was vorher und was nachher kommt.

Micha: Würde mir auch gerade so gehen.

Nico Santos: Tausendmal berührt, tausendmal nichts passiert. Ja, da wohl Tausendundeine Nacht und dann Zoom gemacht, wusste ich auch nicht. Also okay, ich probiere das einfach mal aus. Es wird wahrscheinlich genauso laufen, dass ich immer wieder denke, so geht der Song?

Micha: Guck mal, wir starten ganz einfach mit Max Giesinger.

Nico Santos: Okay, das glaube ich, das werde ich.

Micha: Wenn sie tanzt, in welcher Stadt geht sie barfuß?

Mareike: Kannst auch gerne singen, wenn es dir hilft.

Micha: Dann geht sie barfuß durch Alaska.

Nico Santos: Oh, barfuß durch. Dann geht sie barfuß durch New York. Dann geht sie barfuß in New York. In New York. Sehr gut. Okay, gut.

Micha: Also in unserer normalen Spielrunde hättest du jetzt schon eine Socke gewonnen. Wahnsinn.

Mareike: Nicht schlecht.

Micha: Ja, wirklich.

Nico Santos: Also auch wenn man vorher nicht ganz dabei ist, ihr seid da nicht so streng.

Mareike: Na, wir sind da schon, wir drücken da mal.

Nico Santos: Okay, okay, okay. Sehr gut, sehr gut.

Micha: Wir sind ja selber nicht besser.

Mareike: Normalerweise hättest du dir auch aussuchen dürfen, ob jemand von uns in deinem Team sein soll.

Nico Santos: Ah, okay. Ja, okay. Soll ich noch machen, oder?

Micha: Vielleicht unterstützen wir heute beide.

Nico Santos: Okay, perfekt. Sehr gut. Sehr, sehr gerne.

Mareike: Nächster Song: Mickie Krause. Sagt dir das was?

Nico Santos: Ja, also der war sogar selber mal bei uns zu Hause damals. Da war ich 15.

Mareike: Sehr gut.

Nico Santos: Ja.

Mareike: „Geh mal Bier holen.“

Nico Santos: Leider noch nie gehört.

Micha: „Geh mal Bier holen.“

Mareike: Wie viel Bier muss man trinken, damit die Frau wieder schöner wird?

Nico Santos: Macht er dann 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10?

Mareike: Also ich würde sagen, wenn wir nach 2 aufhören, dann ist es richtig.

Nico Santos: „Geh mal Bier holen, du wirst schon wieder hässlich.“ 1, 2 Bier. 1, 2 Bier. Und du bist wieder schön.

Micha: Ja, so einfach ist das doch.

Nico Santos: Ich dachte, dann kommt da so eine und dann ab dem zweiten und dann dritten, oh, und so.

Micha: Das ist viel zu kompliziert wahrscheinlich.

Nico Santos: Ey, wisst ihr, was ich gerade... es gibt nämlich einen Song.

Micha: Hat er den geklaut? Den hast du damals schon, ich weiß aber nicht, als er euch besucht hat, gesungen.

Nico Santos: Ich weiß aber nicht, wer früher war. Ludacris mit T-Pain. One more drink. If I will buy you a drink. Warte, ja, er fängt auch mal. It was Friday night now and I was feeling all right. Bla bla bla bla bla. If I take one more drink, I'm gonna end up with you. Also und er trinkt sich diese Person auch schön.

Mareike: Aha.

Nico Santos: Das ist ja crazy. Lustig, dass ich nur solche Songs, die Atzen-Songs, die Atzen-Versionen. Die erste Version von einem Atzen-Song kenne. Wann war das denn?

Mareike: 28.

Micha: 28.

Mareike: Ich glaube, dann vielleicht so ein bisschen älter vielleicht, ne?

Micha: Aber auch nicht so viel. Das ist so eigentlich so ein Ballermann-Klassiker.

Nico Santos: Ja, ne? Ich war noch nie im... ich war einmal im Ballermann. Oh, 2014, als Deutschland Weltmeister wurde.

Mareike: Sehr gut.

Nico Santos: Es war leider ein sehr guter Tag.

Micha: Aber auch die großen Künstler werden ja gerade an den Bierkönig geholt. Also vielleicht bist du auch bald dran.

Nico Santos: Nee, also da werden wir dich nie sehen. Niemals. Als Mallorquiner, das macht man nicht.

Micha: Große Kurve drum.

Nico Santos: Ist wirklich so.

Micha: Zaun drum.

Nico Santos: Überleg mal, ich habe 20 Jahre da gelebt und war da noch nie.

Mareike: Wahnsinn, ne?

Nico Santos: Also erst als ich da nicht mehr gelebt habe, dann habe ich schon wieder in Deutschland gelebt.

Mareike: Dann kannst du es ja auch sagen, ich bin ja gar kein Mallorquiner.

Nico Santos: Ja, aber jetzt bin ich ja leider wieder Mallorquiner. Also leider.

Mareike: Aber ja. Okay, nächster Song kommt von Udo Jürgens. „Aber bitte mit Sahne.“ Um welche Uhrzeit treffen sie sich täglich?

Nico Santos: Das ist auch genauso ein Song. „Aber bitte mit Sahne.“ Ich habe keine Ahnung, was er vorher singt. Ich habe den Song, glaube ich, noch nie in meinem Leben gehört sogar.

Mareike: Das ist ja jetzt auch nicht ein Song, den man irgendwie auf seine Playlist macht, um morgens in den Tag zu starten, wahrscheinlich.

Nico Santos: Ich bin halt auch, guck mal, ich bin ja auch nicht damit aufgewachsen. Das ist so Schützenfeste oder so, das wird bestimmt gespielt, oder? Ja, ja, oder sowas.

Micha: Oder ich würde ja eher sagen, runde Geburtstage und deutsches Kult... also ich würde das schon so deutsches Liedgut nennen. Meine Oma würde jetzt wahrscheinlich hier ausrasten.

Nico Santos: Die würde ausrasten.

Micha: Hier, der Herr Santos, der kennt das nicht mal.

Nico Santos: Nee, bei uns lief Despacito. Ja, nee, okay, ich habe keine Ahnung.

Micha: Ja, wir hören mal rein.

Mareike: Wir hören rein.

Nico Santos: Sie treffen sich täglich um Viertel nach drei. Ja, na ja. Viertel nach drei.

Micha: Das wirst du jetzt wahrscheinlich nie wieder vergessen, wenn du an Stevie Wonder denkst. Aber wir müssen.

Nico Santos: Ist die gleiche Melodie wie? Na na na na na na na na na. Dam dam dam dam.

Micha: Udo Jürgens war zuerst da.

Mareike: „Marmor, Stein und Eisen bricht.“

Nico Santos: Ja.

Mareike: Ja.

Nico Santos: Na na na na na na na na. Das ist mein so. Ich weiß nur, dass es die beiden Songs dann gibt und dann okay.

(Hinweis: Dieses Transkript wurde automatisch erstellt. Namen, Songtitel und Liedtexte können Erkennungsfehler enthalten.)

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