Wusstet ihr ...?

10 Fakten über ... Salzgitter

Die Großstadt mit 103.000 Einwohnern liegt im Südosten von Niedersachsen, im nördlichen Harzvorland. Hier erfahrt ihr zehn spannende Fakten über Salzgitter, von denen ihr bestimmt noch nichts wusstet.


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Foto: Facebook / Salzgitter - Herzlich Willkommen

Fakt 1: Zusammengewürfelt aus 28 Ortschaften

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 (Foto: picture alliance / Silas Stein/d)

Mit 76 Jahren ist Salzgitter noch nicht so richtig alt. Am 1. April 1942 wurde die Stadt unter dem Namen Watenstedt-Salzgitter aus sieben Ortschaften des ehemalig preußischen Kreises Goslar und 21 Ortschaften des braunschweigischen Kreises Wolfenbüttel gegründet. Das führt noch heute dazu, dass die Stadt in einigen Bereichen getrennt betrachtet werden muss: Ausschließlich im ehemalig Goslarschen Verwaltungsbereich, was heute das südliche Salzgitter ist, gibt es zum Beispiel Filialen der Sparkasse Hildesheim-Goslar-Peine, wohingegen es ausschließlich im ehemaligen Braunschweiger Bereich, heute Salzgitter-Nord, Filialen der Braunschweigischen Landessparkasse gibt.


Fakt 2: Großstadt? Manchmal!

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 (Foto: blvdone - stock.adobe.com)

Ab 100.000 Einwohnern gilt eine Stadt als Großstadt. Als sich Salzgitter 1942 aus verschiedenen Ortschaften zusammenschloss, hatte die Stadt knapp 108.000 Einwohner und galt dementsprechend als Großstadt. Im Dezember 2012 hatte Salzgitter allerdings nur noch gut 98.000 Einwohner und wurde deshalb zu einer Mittelstadt heruntergestuft. Zum 30. Dezember 2015 überschritt die Stadt dann aber wieder knapp die 100.000 Einwohner-Marke mit einer Zahl von 100.365 Salzgitteranern. Den Status einer Großstadt hält die Stadt bisher. Heute leben knapp 104.000 Menschen in Salzgitter.


Fakt 3: Sieben Millionen Liter Wasser verbraucht

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 (Foto: picture alliance / dpa)

Ein Mensch verbraucht im Jahr im Durchschnitt etwa 44.000 Liter Wasser in seinem Haushalt. Ein Salzgitteraner hat im Jahr 2017 allerdings die Wasserhähne von Badewanne und Waschbecken, und die Toilette pausenlos laufen lassen. So hat er innerhalb eines Jahres knapp sieben Millionen Liter Wasser verbraucht und den Durchschnittswert erheblich überschritten. Die Wohnungsverwaltung ging auf die Barrikaden als der Wasserversorger eine Nachzahlung von 10.800 Euro forderte. Erst die Polizei konnte den übermäßigen Wasserverbrauch stoppen - sie drang in die Wohnung der verschwenderischen Mieters ein, drehte die Wasserhähne zu und nahm den Mann mit auf's Präsidium.


Fakt 4: Ein Stück DDR in der BRD

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 (Foto: picture-alliance / dpa/zb)

Von 1961 bis 1992 existierte in Salzgitter die zentrale Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltung. Dort wurden die Menschenrechtsverletzungen in der DDR dokumentiert, etwa Tötungen, Unrechtsurteile aus politischen Gründen, Misshandlungen im Strafvollzug und politische Verfolgung oder Verschleppung. Die Erfassungsstelle sollte neben ihrer dokumentierenden Arbeit auch als Abschreckung für potentielle Täter gelten. Sollte es zu diesem Zeitpunkt zu einer Deutschen Wiedervereinigung kommen, sollten die gesammelten Daten genutzt werden, um Strafverfahren zu eröffnen. So sollten die Lebensverhältnisse in der DDR verbessert werden. Vor dem Gebäude, in dem die Erfassungsstelle ihren Sitz hatte, gibt es heute in Salzgitter eine Gedenkstätte.


Fakt 5: Salzgitteraner "klesmern" durch die Welt

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Foto: Stadt Salzgitter/ A. Kugellis

Wandermusiker aus Salzgitter tourten im 19. Jahrhundert durch die ganze Welt. In Zeiten wirtschaftlicher Not bot das "Klesmern" eine Verdienstmöglichkeit für viele Tagelöhner und Handwerker. Nach Anfängen in Dänemark, Norwegen und Schweden, ging es 1813 nach Russland und schließlich auch nach Übersee: Mexiko, Nordamerika und Australien, aber auch China, Japan, Indien oder Südafrika wurden bereist. Finanziert wurden die Salzgitteraner Klesmer von Kaufleuten und Bankiers. Sobald Überschüsse erspielt wurden, schickte man diese in die Heimat, um die Schulden abzuzahlen und die Daheimgebliebenen zu unterstützen. Zu Ehren der Wandermusiker gibt es heute in Salzgitter den Klesmerplatz. Auf diesem findet jedes Jahr das Klesmerfestival mit Musikern aus aller Welt statt.


Fakt 6: Geburtstag 2.0

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 (Foto: picture-alliance / dpa)

Nachdem Salzgitter erst 1942 gegründet worden war, stand es 1950 fast schon wieder vor der Zerschlagung durch die britischen Alliierten. Diese hatten Anweisung, die Industrieanlagen der Stadt zu zerstören. Im Zuge dessen sollten auch 90% aller Hochbauwerke des Hüttenwerkes in Salzgitter gesprengt werden. Diese Demontage sollte der Entmilitarisierung dienen. Einige Arbeiter des Werkes wollten dies allerdings nicht hinnehmen und erhoben sich gegen diese Anordnung. Mit ihrem Boykott haben sie die Einstellung der Demontage in ganz Deutschland ins Rollen gebracht. 1950 gilt deshalb als zweites Geburtsdatum der Stadt. Heute erinnert eine Tafel vor dem Rathaus in Lebenstedt an das Ereignis.


Fakt 7: Stadt der Kontraste

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 (Foto: picture alliance / Julian Strate)

In Salzgitter gibt es zwei Bodenschätze: Salz und Erz. Das Erz wird für die Industrie genutzt, heute ist Salzgitter Niedersachsens drittgrößter Industriestandort. Die fünf Industriegroßbetriebe, auch "Big Five" genannt, sind "Volkswagen", "Alsom", "Bosch", "MAN" und der Stahlkonzern "Salzgitter AG". Sie sind im Stadtgebiet ansäßig. Gleichzeitig ist Salzgitter auch ein staatlich anerkannter Kurort mit Solebetrieb. Das Thermalsolbad in Salzgitter-Bad nutzt eine Thermal-Sole, die zu den stärksten in Mitteleuropa gehört.


Fakt 8: Trotz Industrie grün

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Salzgittersee Foto: Facebook / Salzgitter - Herzlich Willkommen

Salzgitter ist zwar vor Allem als Industriestandort bekannt, als graue Stadt mit rauchenden Schornsteinen darf man sich die Stadt allerdings auch nicht vorstellen. Die Zeitung "Morgenpost" wählte Salzgitter im Jahr 2017 auf Platz 4 der grünsten Städte Deutschlands. Nur Siegen, Göttingen und Bergisch Gladbach sind grüner. Insgesamt knapp 190 Quadratkilometer Grünfläche kann Salzgitter vorweisen. Dazu gehören unter Anderem fünf Naturschutzgebiete, der Salzgittersee oder acht Landschaftsschutzgebiete.


Fakt 9: Im Klo eingesperrt

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 (Foto: picture alliance / dpa)

Einen kuriosen Anruf erhielten Feuerwehr und Polizei in der Nacht zum 25. Dezember 2013. In Salzgitter hatte sich ein Mann auf einer Miet-Toilette versehentlich selbst eingesperrt. Er sei zwar hineingekommen, könne die Tür aber nun nicht mehr öffnen, teilte er den Beamten mit. Was der Mann nicht wusste: sobald gespült wird, wird die Tür automatisch freigegeben und entriegelt. Als die Einsatzkräfte eintrafen, hatte der Eingesperrte sich bereits befreien können. "In seiner Not hat er an allem gedrückt und gezogen und irgendwann halt auch gespült. Da war er dann frei", sagte der Polizeisprecher.


Fakt 10: Gefragte Wasserstraße

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Foto: Facebook / Salzgitter - Herzlich Willkommen

Salzgitter verfügt über den umschlagstärksten Binnenhafen Niedersachsens. Der Hafen Salzgitter-Beddingen ist über einen Stichkanal mit dem Mittellandkanal verbunden. So können auf dem Wasserweg wichtige Häfen an Nord- und Ostsee erreicht werden, außerdem der Dortmund-Ems-Kanal, die Elbe oder der Elbe-Havel-Kanal. Während früher insbesondere Kohle auf dem Kanal transportiert wurde, wird er heute unter Anderem für die Schwergutverladung von Konstruktionsteilen der ansässigen Unternehmen genutzt.


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