09. September 2021 – Lea Biskup

Neue Regeln von Bundesnetzagentur

Internet zu langsam? Dann könnt ihr weniger zahlen!

Wenn ihr zu Hause viel schlechteres Internet habt als von eurem Anbieter versprochen, könnt ihr ab Dezember 2021 die Zahlungen an diesen reduzieren. Wie ihr die schlechte Internetverbindung nachweist, erfahrt ihr hier.

Foto: picture alliance / Julian Stratenschulte/dpa

Wenn eure Internetgeschwindigkeit nicht das hält, was euer Anbieter verspricht, habt ihr ab Dezember 2021 die Möglichkeit, eure Zahlungen an den Anbieter zu reduzieren. Das hat die Bundesnetzagentur am Mittwoch (09.09.) in ihrem Entwurf für die konkrete Ausgestaltung der Verbraucherrechte veröffentlicht. Hier wird festgehalten, wie groß die Defizite zwischen versprochener und erbrachter Internetleistung sein müssen, damit ihr als Kunden das Minderungsrecht in Anspruch nehmen könnt. Die Kriterien gelten für den Down- und Upload bei Festnetz-Breitbandanschlüssen, also wie schnell ihr etwas runter- oder hochladen könnt.

Wie viel weniger ihr zahlen könnt, steht schon fest: Bei einer "erheblichen, kontinuierlichen oder regelmäßig wiederkehrenden Abweichung bei der Geschwindigkeit" kann so viel gemindert werden, wie der Abstand zwischen tatsächlicher und vertraglich vereinbarter Leistung beträgt.

Schlechte Internetverbindung? So weist ihr es nach!

Laut Entwurf der Bundesnetzagentur müsst ihr an zwei verschiedenen Tagen jeweils zehn Mal eure Internet-Geschwindigkeit messen. Wenn nicht an beiden Tagen mindestens einmal 90 Prozent eurer vertraglich vereinbarten Maximal-Geschwindigkeit erreicht werden, sollt ihr Anspruch auf Zahlungsminderung haben.

Das soll auch der Fall sein, wenn nicht bei 90 Prozent eurer Messungen die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit erreicht wird. Ebenfalls sollt ihr als Kunde ein Minderungsrecht erhalten, wenn die vertraglich vereinbarte minimale Geschwindigkeit an zwei Messtagen sogar unterschritten wird.

Die Messungen könnt ihr mit der Desktop-App "breitbandmessung.de" von der Bundesnetzagentur vornehmen. Die App ist auch für Smartphones und Tablets (Google Play / App Store) erhältlich.

Es war auch bereits vorher möglich, die Zahlungen an die Anbieter zu verringern, wenn die Internetverbindung nicht die Leistungen erbrachte, die vertraglich festgehalten waren. Allerdings war es für Verbraucher schwierig, dieses Recht umzusetzen.

(mit Material der dpa)

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