19. Mai 2026 – Lena Kellermann
Im Juni 2026 stehen mehrere wichtige Änderungen an – von Online-Verträgen über eine neue Honigverordnung bis zum Start der WM. Hier gibt es den Überblick.
1. Entgelttransparenzgesetz
Bis zum 7. Juni 2026 müssen die EU-Mitgliedsstaaten neue Vorgaben zur Entgelttransparenz in nationales Recht umsetzen. Dahinter steckt das Ziel, gleiche Bezahlung von Frauen und Männern bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit besser durchzusetzen. Für Unternehmen könnte das künftig mehr Pflichten bei Gehaltsstrukturen, Auskünften und Berichten bedeuten: Die neuen Regeln werden über die jetzigen nationalen deutschen Regeln hinausgehen.
Erstmals werden Transparenz-Berichte dann für viele Unternehmen ein Jahr nach in Kraft treten der neuen Vorgaben fällig, also am 07.06.2026. Bei Unternehmen mit 250 und mehr Mitarbeitern ist dann jährlich ein Bericht fällig, bei 150 bis 249 Mitarbeitern alle drei Jahre. Unternehmen mit 100 bis 149 Mitarbeitern müssen erst am 07.06.2031 erstmals den Bericht einreichen - dann alle drei Jahre. Für kleinere Unternehmen gilt das nicht.
Wer online etwas bestellt oder einen Vertrag abschließt, soll diesen künftig innerhalb der 14-tägigen Frist auch wieder unkompliziert online widerrufen können. Dafür müssen Händler und Dienstleister bis spätestens 19. Juni eine gut sichtbare Schaltfläche wie „Vertrag widerrufen“ oder einen ähnlich klaren Hinweis anbieten. Das gilt auch für ausländische Anbieter, wenn sich ihr Shop erkennbar an deutsche Verbraucher richtet. Nicht betroffen sind allerdings Online-Bestellungen, bei denen es ohnehin kein Widerrufsrecht gibt, zum Beispiel bei bestimmten Lebensmitteln oder individuell angefertigten Produkten.
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3. Neues EU-Asylsystem
Ab dem 12. Juni 2026 tritt das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem in Deutschland weitgehend in Kraft. Damit sollen Asylverfahren in der EU schneller und einheitlicher werden: Für Betroffene werden die Hindernisse größer. Geplant sind unter anderem Verfahren an den Außengrenzen, schnellere Abschiebungen, mehr gemeinsame Verantwortung in Europa und eine bessere Registrierung von Asylanträgen. In Deutschland kommen außerdem zusätzliche Regeln zu Sekundärmigrationszentren und zum erweiterten Flughafenverfahren dazu.
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4. Neue Honigverordnung
Ab dem 14. Juni 2026 müssen Honigmischungen alle Ursprungsländer mit Prozentangaben auf dem Etikett nennen. So soll für Verbraucherinnen und Verbraucher auf einen Blick erkennbar sein, wie sich die Mischung zusammensetzt. Außerdem wird die bisherige Kategorie „gefilterter Honig“ durch „Backhonig“ ersetzt. Die neuen Regeln sollen mehr Transparenz schaffen und Herkunft sowie Verarbeitung besser nachvollziehbar machen.
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5. Start der Fußball-Weltmeisterschaft
Am 11. Juni 2026 beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko-Stadt. Erstmals nehmen 48 Teams teil, gespielt wird in 104 Partien in Kanada, Mexiko und den USA. Bei der WM gibt es insgesamt 16 verschiedene Anstoßzeiten aufgrund der vier Zeitzonen, der vielen Spiele und der Hitze. Für Deutschland startet das Turnier am 14. Juni gegen Curaçao in Houston, weiter geht es am 20. Juni in Toronto gegen die Elfenbeinküste und am 25. Juni gegen Ecuador in East Rutherford.
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6. Tag der Organspende
Am 6. Juni 2026 ist in Deutschland der Tag der Organspende. Der Aktionstag findet jedes Jahr am ersten Samstag im Juni statt und soll auf das wichtige Thema aufmerksam machen. Im Mittelpunkt stehen Information, Aufklärung und der Dank an Organspenderinnen und -spender. Ziel ist es, mehr Menschen für eine Entscheidung zur Organspende zu sensibilisieren und das Thema stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
7. Solarstrom an Nachbarn verkaufen
Ab dem 1. Juni 2026 wird es möglich, selbst erzeugten Solarstrom einfacher an Nachbarn weiterzugeben. Das neue Modell „Energy Sharing“ schafft dafür erstmals eine rechtliche Grundlage. Verteilnetzbetreiber müssen das dann innerhalb ihres lokalen Netzes ermöglichen, ab Juni 2028 soll das auch in direkt benachbarten Netzgebieten gelten. Erlaubt ist das nur für Strom aus erneuerbaren Energien, und für die gemeinsame Nutzung braucht es eine vertragliche Vereinbarung. Für Betreiber von PV-Anlagen kann das eine zusätzliche Einnahmequelle sein, auch wenn dafür Smart Meter nötig sind und einige Abgaben weiter bestehen.
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8. Rentenbescheide ab Mitte Juni
Zum 1. Juli steigen die Altersbezüge bundesweit um 4,24 Prozent. Ab Mitte Juni verschickt dann die Deutsche Rentenversicherung die neuen Rentenanpassungsmitteilungen. Darin steht, wie hoch die persönliche Rente ab dem 1. Juli ausfällt. Der Bescheid sollte gut aufbewahrt werden, etwa für die Krankenkasse, das Finanzamt oder bei Anträgen auf Wohngeld.
9. Neue Regeln für Milchprodukte
Ab dem 14. Juni 2026 gelten für Milchprodukte neue Vorgaben. Das Milchproduktrecht wird neu geordnet und die Kennzeichnung soll klarer werden. Für Verbraucherinnen und Verbraucher soll so besser erkennbar sein, was genau in den Produkten steckt - wenn es zum Beispiel darum geht, ob auf einer Milch "laktosefrei" oder "frisch" stehen darf. Für Hersteller gelten teilweise Übergangsfristen, damit die Umstellung nicht sofort voll durchschlägt.
10. Tankrabatt endet
Zum Monatsende läuft der Tankrabatt aus. Die vorübergehende Senkung der Kraftstoffsteuer um rund 17 Cent brutto je Liter endet damit. An den Tankstellen könnte es deshalb zum Ende Juni oder Anfang Juli wieder teurer werden. Wann genau die Preise steigen, ist allerdings noch offen, weil Restbestände und die Preisregeln an den Zapfsäulen eine Rolle spielen.
11. Erste Bundesländer starten in Sommerferien
Als erste starten Schülerinnen und Schüler in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland am 26. Juni in die großen Ferien. Hier in Niedersachsen gehen sie dann vom 02. Juli bis 12. August. Als letztes Bundesland startet wie immer Bayern in die Sommerferien, und zwar am 31. Juli.