Invasive Arten

Wiesenzecke, Nadelameise und Asiatische Tigermücke: Das müsst ihr wissen

In Niedersachsen und Deutschland tauchen zunehmend Insekten und Zecken auf, die ursprünglich aus anderen Regionen kommen. Schädlingsbekämpfer André Geisenheiser-Ernst erklärt im Gespräch mit unserer Moin-Show, was aktuell besonders auffällt und wie ihr euch am besten schützt.

Der Schatten einer Zecke ist auf einem grünen Blatt sichtbar
Auch in Norddeutschland leben viele Zecken. (Archivbild), Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Wiesenzecke: Groß und auffällig, aber kein Grund zur Panik

Die Wiesenzecke wurde in Deutschland erstmals 2018 nachgewiesen. Sie wird vor allem über Zugvögel aus wärmeren Gegenden eingeschleppt und kommt inzwischen auch mit unserem Klima gut zurecht. Laut dem Landesgesundheitsamt Niedersachsen (NLGA) leben diese Tiere vorwiegend in sonnigen Gebeiten, Wiesen und trockenem Brachland.

Wichtig für euch:

  • Die Wiesenzecke ist deutlich größer als der bei uns häufige Gemeine Holzbock (fast doppelt so groß) und deshalb leichter zu entdecken.
  • Gefährlicher als andere Zecken ist sie nicht automatisch. Zecken können Krankheiten übertragen. Ob das passiert, hängt allerdings vom Einzelfall ab.
  • Tragt beim beim Durchstreifen von Gras lange Oberteile und Hosen und helle Kleidung. Auf heller Kleidung können die oft nur wenige Millimeter kleinen Zecken zudem leichter erkannt werden

Service-Tipp, wenn ihr im Wald oder Wiese unterwegs wart:

  • Sucht euren Körper gründlich ab, auch Achseln, Kniekehlen, den Leistenbereich und den Haaransatz.
  • Überprüft auch eure Kleidung auf die Wiesenzecke.

Eine Wiesenzecke neben einer 1-Cent-Münze auf einem weißen Stoff
Eine Wiesenzecke, gefangen von Wissenschaftlerinnen der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig, neben einer Ein-Cent-Münze. Größenvergleich: Eine gefangene Zecke sitzt neben einer Ein-Cent-Münze. +++ dpa-Bildfunk +++, Foto: picture alliance/dpa


Asiatische Nadelameise: Schmerzhafter Stich möglich

Die asiatische Nadelameise ist nicht komplett neu: Bereits 1930 wurde sie bei uns in Deutschland nachgewiesen. Aktuell sorgt sie wieder für Aufmerksamkeit, weil sie im Freiland als Kolonie gefunden wurde (u. a. in einem Park).

Im Interview mit unserer Antenne Niedersachsen Moin-Show erklärt Schädlingsbekämpfer André Geisenheiser-Ernst, dass die Nadelameise ohne sehr genaues Hinsehen leicht zu verwechseln ist, z. B. mit Wegeameisen. Mit Handy-Zoom kann man manchmal den kleinen Stachel erkennen - eine sichere Bestimmung ist aber oft nur für Fachleute möglich. Das heißt für euch: Wenn ihr Ameisen seht, müsst ihr nicht sofort von Nadelameisen ausgehen. Auffällig wird es meist erst, wenn es zu Stichen kommt.

Was das Problem ist:

  • Die Asiatische Nadelameise kann heimische Ameisenarten verdrängen.
  • Sie hat einen Stachel am Hinterleib. Ein Stich damit kann sehr schmerzhaft sein.
  • Bei empfindlichen Personen sind allergische Reaktionen möglich (vergleichbar mit starken Reaktionen nach Wespenstichen).

So verhaltet ihr euch richtig:

  • Setzt euch im Park möglichst nicht direkt in Bereiche mit Ameisenstraßen (Wiesenränder, Wegeinfassungen, Totholz).
  • Wenn ihr gestochen wurdet: Stelle kühlen, Stichstelle beobachten.
  • Bei Atemnot, Kreislaufproblemen, starkem Anschwellen: holt euch medizinische Hilfe (Notruf, falls akut)

Mücken nach dem Winter: Situation eher "wie immer"

Auch ein kalter, schneereicher Winter bremst Mücken nicht zwingend aus, weil sie geschützt überwintern, z. B. in Häusern, unter dem Dach oder unter Baumrinde, erklärt André. Sobald es wärmer wird, legen sie wieder Eier; besonders gerne in kleinen Wasserstellen.

Das könnt ihr im Garten sofort machen:

  • Eimer, Gießkannen, Untersetzer, Tontöpfe umdrehen oder trocken lagern, damit Mücken nicht allzu viel Brutmöglichkeiten haben.
  • Wasseransammlungen regelmäßig entfernen (auch kleine Pfützen in Behältern zählen als Brutplatz).

Asiatische Tigermücke: selten, aber im Fokus

Die asiatische Tigermücke ist ebenfalls eine eingewanderte Art. Sie kann in seltenen Fällen Krankheiten übertragen, ist aktuell aber vielerorts noch relativ selten – so selten, dass es teils sogar Anreize gibt, Funde einzuschicken, damit Forschende die Verbreitung besser erfassen können.

Service-Hinweis: Wenn ihr eine sehr auffällige Mücke vermutet, macht ein Foto, wenn möglich und prüft lokal, ob es bei euch Meldestellen/Projekte zur Erfassung gibt.

Nahaufnahme einer schwarz-weiß gemusterten Mücke (Tigermücke) auf einer weißen Oberfläche
Eine tote weibliche Tigermücke liegt in den Räumen der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) in einer Petrischale. +++ dpa-Bildfunk +++, Foto: picture alliance/dpa

(mit Material der dpa)

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