05. Mai 2026 – Lena Kellermann (deaktiviert)
Aktuell bekommen Bürgerinnen und Bürger Post vom Bundeskriminalamt (BKA). Dahinter steckt die Studie „SKiD 2026“ – und kein Betrugsversuch. Warum die Befragung wichtig ist und was ihr dazu wissen solltet.
Wer in diesen Tagen einen Brief vom Bundeskriminalamt im Briefkasten hat, muss sich nicht erschrecken. Das Schreiben zur Studie SKiD 2026 ist echt. Hinter der Abkürzung steckt die bundesweite Befragung „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland“. SKiD ist die gemeinsame Dunkelfeldbefragung des Bundeskriminalamts und der Polizeien der Länder. Im April 2026 wurden bundesweit insgesamt rund 200.000 Bürgerinnen und Bürger angeschrieben. In Niedersachsen erhielten laut einer Sprecherin des Bundeskriminalamts 5.230 Menschen eine Einladung zur Teilnahme an der Befragung.
Die Umfrage soll herausfinden, wie Menschen Kriminalität in Deutschland erleben – auch dann, wenn Vorfälle nie bei der Polizei angezeigt wurden. Genau diese Fälle sind für Forschende besonders wichtig.
Warum fragt das BKA überhaupt?
Die Polizei erfasst in ihrer Kriminalstatistik nur Straftaten, die bekannt werden. Also Fälle, die angezeigt wurden oder bei Ermittlungen auffallen. Viele Taten tauchen dort gar nicht auf, genau um diese geht es bei der Befragung: um das sogenannte Dunkelfeld. Gemeint sind Straftaten, die nicht bei der Polizei angezeigt werden. Mit der Befragung will das BKA ein genaueres Bild davon bekommen, wie oft bestimmte Delikte tatsächlich vorkommen.
Gefragt wird laut BKA unter anderem nach Erfahrungen mit Vermögensdelikten, Cyberkriminalität und Gewalttaten. Außerdem geht es um das Sicherheitsgefühl, die Angst vor Kriminalität und darum, wie die Arbeit der Polizei wahrgenommen wird.
Was bringt eine Teilnahme an der Befragung?
Das Ziel der Studie ist klar: Je mehr Menschen mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse. Laut BKA ist die Teilnahme der zufällig ausgewählten Personen „für die Qualität der Studie sehr wichtig“. Die Befragung wird alle zwei Jahre durchgeführt, um Entwicklungen über einen längeren Zeitraum sichtbar zu machen.
Wichtig dabei: Es spielt keine Rolle, ob jemand selbst betroffen war oder nicht. Auch Einschätzungen von Menschen, die keine Straftat erlebt haben, helfen bei einem realistischen Gesamtbild.
Die Ergebnisse sollen später dabei helfen, Kriminalität besser einzuschätzen und den Schutz der Bevölkerung zu verbessern. Sie können außerdem zeigen, bei welchen Delikten die Unterschiede zwischen angezeigten und nicht angezeigten Fällen besonders groß sind.
Hier findet ihr wichtige Ergebnisse von der Befragung 2024.
Ist das Schreiben echt?
Ja. Das BKA weist darauf hin, dass es sich um eine legitime und echte Befragung handelt. Die Teilnahme ist freiwillig. Die Daten werden nach den Angaben zur Studie anonym durch das beauftragte Institut Verian verarbeitet.
Wer wenig Zeit hat, kann den Fragebogen auch später ausfüllen. Möglich ist das auf dem klassischen Weg oder online – eine Anleitung liegt dem Schreiben bei.
Wichtig ist noch ein Punkt: Über die Umfrage selbst kann keine Strafanzeige gestellt werden. Wer eine Straftat melden möchte, muss sich an die örtliche Polizeidienststelle wenden.
Unterm Strich ist SKiD 2026 also vor allem eines: ein Versuch, Kriminalität in Deutschland genauer sichtbar zu machen – auch dort, wo sie bisher in keiner Statistik auftaucht.
Weitere Informationen findet ihr hier.