29. November 2021 – Nicklas Just

Niedersachsen verschärft Maßnahmen

Warnstufe 2 ab Mittwoch (01.12.) - 2G-Plus in Niedersachsen

Aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Lage gelten ab Mittwoch (01.12.) in fast allen niedersächsischen Landkreisen 2G-Plus und FFP2-Maskenpflicht.

"Hier: 2G PLUS" steht auf einem Schild an der geschlossenen Tür einer Bar in der Nürnberger Innenstadt.
"Hier: 2G PLUS" steht auf einem Schild an der geschlossenen Tür einer Bar in der Nürnberger Innenstadt., Foto: picture alliance/dpa

Seit vergangenem Mittwoch (24.11.) gelten verschärfte Coronaregeln in Niedersachsen, die das Land umgehend in Warnstufe 1 befördert haben. In der aktuell gültigen Verordnung sind drei verschiedene Leitindikatoren festgelegt: Hospitalisierungen, Neuinfektionen und belegte Intensivbetten. Überschreitet die Hospitalisierung und ein weiterer Indikator (7-Tage-Inzidenz oder Intensivbetten) die kritischen Schwellwerte einer Warnstufe für mehr als fünf Werktage in Folge, wird entweder regional (Inzidenz + Hospitalisierung) oder landesweit (Intensivbetten + Hospitalisierung) eine neue Warnstufe ausgerufen.

Seit dem 24. November liegt die maßgebende Hospitalisierungsinzidenz konsequent über dem zweiten kritischen Schwellenwert von 6. Deswegen befinden sich alle niedersächsischen Landkreise, in denen die 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen über 100 liegt, ab dem 1. Dezember in Warnstufe 2.

Das bedeutet Warnstufe 2 für uns:

2G-Plus-Regel in Innenbereichen:

In diesen Einrichtungen haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt, die zusätzlich einen tagesaktuellen, negativen Coronatest vorlegen müssen (2G-Plus):

  • bei Veranstaltungen mit mehr als 15 Personen
  • in der Innengastronomie
  • in Hotels, Pensionen etc.
  • bei körpernahen Dienstleistungen, die nicht medizinisch notwendig sind: Friseur, Nagel- und Tattoo-Studio etc.
  • beim Sport
  • bei Kultureinrichtungen, Kinos, Theatern, Zoos, Freizeitparks etc.
  • in Clubs und Diskotheken
  • auf Weihnachtsmärkten (hier gilt 2G-Plus auch im Außenbereich)

Kontaktbeschränkungen:

  • Kontaktbeschränkungen für private Treffen in Innenbereichen auf bis zu 15 Personen, wenn kein 2G-Plus-Nachweis vorliegt
  • Kontaktbeschränkungen für private Treffen unter freiem Himmel auf bis zu 15 Personen ohne 2G

Mit Ausnahme von Weihnachtsmärkten gilt in den Außenbereichen der genannten Einrichtungen die 2G-Regel ohne zusätzliche Testpflicht.

Testbescheinigungen auch vom Arbeitgeber möglich

Die Testungen können entweder vor Ort als Selbsttest unter Aufsicht durchgeführt werden oder in einem zertifiziertem Testzentrum. Die dort ausgestellten Zertifikate sind 24 Stunden gültig. Die Tests sind in Niedersachsen angesichts der verschärften pandemischen Lage inzwischen wieder kostenfrei und nicht mehr auf einen kostenfreien Test pro Woche beschränkt.

Selbsttests bekommt ihr auch von eurem Arbeitgeber. Der ist in Niedersachsen verpflichtet, zwei Tests pro Woche bereitzustellen. Geht ihr zum Beispiel morgens ins Büro und führt vor Ort einen Selbsttest unter Aufsicht durch, könnt ihr euch diesen Test theoretisch bescheinigen lassen. Das Land Niedersachsen stellt dazu einen Vordruck bereit. Mit diesem Zertifikat könnt ihr dann Nachmittags ins Café gehen, ohne vorher noch einmal ins Testzentrum zu müssen.

Um vom Arbeitgeber bescheinigt werden zu können, muss der Test entweder von geschultem Fachpersonal oder von der zu testenden Person selbst durchgeführt werden. Selbsttests müssen immer unter Aufsicht erfolgen. Diese Aufsicht muss aber kein Fachpersonal sein. Sie muss lediglich darauf achten, dass

  1. ein geeigneter Test verwendet wurde,
  2. der Test und die Diagnostik nach der Gebrauchsanweisung korrekt durchgeführt wurden,
  3. das Ergebnis korrekt abgelesen und festgehalten wurde.

Außerdem müssen Aufsichtspersonen wissen, was im Fall eines positiven Testergebnisses zu tun ist. All diese Informationen lassen sich auch der Gebrauchsanweisung der Testkits entnehmen. Wie die selbst durchgeführten Tests in eurem Unternehmen bescheinigt werden (können), erfahrt ihr am besten in direkter Absprache mit der Firma.

Von Online-Test-Angeboten rät der Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums, Oliver Grimm ab. Diese kostenpflichtigen Angebote seien "grundsätzlich nicht anerkannt." Daher werden die dort ausgestellten Zertifikate auch nicht akzeptiert. "Die sollten Sie wirklich meiden und das Geld nicht verbraten", folgert Grimm.

FFP2-Maskenpflicht

Die Maskenpflicht wird zu einer FFP2-Maskenpflicht ausgeweitet und gilt generell für die Innenbereiche der oben aufgeführten Einrichtungen. Für die folgenden Bereiche gibt es angepasste Regelungen:

  • Beim Sport gilt die Maskenpflicht nur bis zum eigentlichen Sporttreiben. Dabei darf die Maske abgenommen werden.
  • Bei kleineren Veranstaltungen mit weniger als 1.000 Teilnehmenden und in der Gastronomie gilt die Maskenpflicht nur bis zum Sitzplatz.
  • In Clubs und Diskotheken sowie bei Veranstaltungen ab 1.000 Teilnehmenden gilt die Maskenpflicht auch am Sitzplatz.
  • Auf Weihnachtsmärkten ist das Tragen einer FFP2-Maske auch in Außenbereichen verpflichtend.
  • In Öffentlichen Verkehrsmitteln gilt weiterhin die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske. Hier reicht die OP-Maske also weiterhin aus.

Bundesweite Regelungen gelten weiterhin

Das vom Bundestag beschlossene Infektionsschutzgesetz legt Regelungen für Bereiche fest, die von den Landesregelungen ausgespart werden. Seit vergangenem Mittwoch (24.11.) gilt daher die 3G-Regelung (geimpft, genesen oder getestet) in öffentlichen Verkehrsmitteln und am Arbeitsplatz. Außerdem gilt die Homeoffice-Pflicht: Wo es geht, muss das Arbeiten von zuhause aus angeboten und auch angenommen werden.


Für Ministerpräsident Stephan Weil reichen die Maßnahmen angesichts der neuen Omikron-Variante des Coronavirus allerdings nicht aus. Daher fordert Weil eine allgemeine Impfpflicht und erwägt sogar einen neuen Lockdown.

Ein Teil der Verantwortung liege aber auch bei den Kommunen, wie eine Sprecherin der Landesregierung mitteilte. Kommunale Verwaltungen sind derzeit in der Lage, schärfere Maßnahmen zu verhängen, um lokale Ausbrüche besser in den Griff zu bekommen. Diese Möglichkeit wird derzeit auch genutzt. So gilt beispielsweise an mehreren besonders belebten Orten im Landkreis Göttingen eine Maskenpflicht in Außenbereichen.

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