06. Mai 2020 – Lea Biskup

Coronavirus

Corona-Infektionsraten in Niedersachsen

Die Verantwortungen für weitere Lockerungen der Corona-Beschränkung übernehmen die Bundesländer selbst. Doch sollte es in Landkreisen oder kreisfreien Städten mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage geben, müssen die Bundesländer wieder härtere Beschränkungen ergreifen - auch Niedersachsen.

Mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage - das ist die vom Bund festgelegte Obergrenze für Neuinfektionen. Ist diese Zahl in Landkreisen oder kreisfreien Städten innerhalb der letzten sieben Tage erreicht, muss sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt werden. Das haben Bund und Länder am Mittwoch (06.05.) beschlossen.

Wie sind die aktuellen Corona-Fallzahlen in Niedersachsen?

Neben dem Robert-Koch-Institut gibt es auch andere Quellen, die die aktuellen Corona-Fallzahlen veröffentlichen. Unter anderem die Bundesländer oder Crowdsourcing-Projekte wie das des Karlsruher Thinktanks Risklayer und des Centers for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM). Bei diesem Projekt tragen freiwillige Unterstützer Zahlen aus allen Städten und Landkreisen direkt fortlaufend zusammen. Damit sind diese Daten etwas aktueller als die Daten des Robert Koch Institutes (RKI).

Der Datenbestand des Robert Koch Institutes (RKI) bildet durch relativ lange Meldeketten das Infektionsgeschehen immer ein wenig zeitlich verzögert ab. Die Gesundheitsämter der Städte und Landkreise melden ihre Zahlen den Landesbehörden, die wiederum dem RKI - das kann mehrere Tage dauern.


Warum eine neue Obergrenze?

Aufgrund der neuen Lockerungen erhöht sich die Möglichkeit von höheren Infektionszahlen. Deshalb heißt es in der Beschlussvorlage des Bundes auch: "Ab einer gewissen Relevanz muss auf eine regionale Dynamik mit hohen Neuinfektionszahlen und schnellem Anstieg der Infektionsrate sofort vor Ort mit Beschränkungen reagiert werden". Wenn es also in einem bestimmten regionalen Gebiet eine hohe Zahl von Neuinfektionen gibt, muss dort sofort mit entsprechenden Beschränkungen reagiert werden.

Aus diesem Grund bleibt es wichtig, Infektionsketten nachvollziehen zu können und bei einer Infektion möglichst alle Kontaktpersonen zu finden, zu testen und gegebenenfalls in Quarantäne zu schicken.

Diese maximale Zahl von Neuinfektionen, die es geben darf, ist festgelegt auf 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage. Das bedeutet: Wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt innerhalb von sieben Tagen 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner festgestellt wurden, muss die Stadt bzw. der Landkreis sofort wieder entsprechende Beschränkungen erlassen. Durchschnittlich müssten sich von 100.000 Menschen also innerhalb der vergangenen sieben Tage pro Tag rund 7 bis 8 Menschen mit dem Coronavirus infizieren. Dann wäre die Obergrenze von 50 Neuinfektionen erreicht.

Ein Rechenbeispiel soll das verdeutlichen: Niedersachsens Landeshauptstadt Hannover hat 536.055 Einwohner. Bei der von der Bundesregierung geplanten Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner müssten sich innerhalb von sieben Tagen 268 Personen mit dem Coronavirus infizieren, bis der Landkreis Hannover wieder mit entsprechenden Coronabeschränkungen reagieren müsste.

Weitere Infos

  • Weitere Informationen zu Corona-Kennzahlen findet ihr hier. >>>
  • Eine Übersicht aller Landkreise und kreisfreien Städte in Niedersachsen findet ihr hier. >>>
  • Eine Übersicht der laborbestätigten Covid-19-Fälle in Niedersachsen findet ihr hier. >>>
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