08. September 2021 –

Landgericht Braunschweig

Untreue-Prozess gegen VW-Personalmanager: Betriebsräte im Zeugenstand

Flossen bei Volkswagen jahrelang überzogene Vergütungen und Boni an hohe Betriebsräte? Ein Strafprozess am Landgericht Braunschweig soll diesen Vorwurf klären. Zentraler Streitpunkt ist, welche Karrieren Betroffene gemacht hätten, wenn sie nicht freigestellt worden wären.

07.09.2021: Horst Neumann (2.v.l) und Karlheinz Blessing (2.v.r), ehemalige VW-Konzernpersonalvorstände, stehen mit zwei weiteren Angeklagten kurz vor Prozessauftakt in der Stadthalle Braunschweig zusammen. Die Staatsanwaltschaft legt den vier Angeklagten Untreue im Zusammenhang mit der Festlegung und Gewährung von Gehältern und Bonuszahlungen der Mitglieder des Betriebsrats der Volkswagen AG zur Last.
07.09.2021: Horst Neumann (2.v.l) und Karlheinz Blessing (2.v.r), ehemalige VW-Konzernpersonalvorstände, stehen mit zwei weiteren Angeklagten kurz vor Prozessauftakt in der Stadthalle Braunschweig zusammen. Die Staatsanwaltschaft legt den vier Angeklagten Untreue im Zusammenhang mit der Festlegung und Gewährung von Gehältern und Bonuszahlungen der Mitglieder des Betriebsrats der Volkswagen AG zur Last. , Foto: picture alliance/dpa

Bringen führende VW-Betriebsräte Erhellung im Untreue-Prozess gegen Personalmanager des Konzerns? Mit weiteren Aussagen von leitenden Arbeitnehmervertretern soll am Mittwoch (08.09., 9.30 Uhr) das Strafverfahren am Landgericht Braunschweig fortgesetzt werden. Als Zeugen sind sie in die Stadthalle geladen und sollen zu ihren Einkünften und Boni befragt werden.

Angeklagt in dem Strafprozess sind drei ehemalige sowie ein amtierender Personalverantwortlicher bei VW. Sie sollen nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft zwischen 2011 und 2016 überzogene Gehälter für die leitenden Belegschaftsvertreter abgesegnet haben. Der Vorwurf lautet Untreue, aus der dem Unternehmen ein Schaden von mehr als 5 Millionen Euro entstanden sein soll.

Die Zeugenaussage von Ex-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh wird für den 20. September erwartet. Auch seine Bezüge und Boni sind Teil des Verfahrens. Ein zusätzliches Ermittlungsverfahren um mögliche Beihilfe zur Untreue gegen ihn ist aber vom Hauptstrang getrennt - es geht zudem nicht um einen möglichen eigenen Vorteil.

Zu den Angeklagten zählen unter anderem die früheren VW-Konzernpersonalvorstände Horst Neumann und Karlheinz Blessing. Außerdem richten sich die Vorwürfe gegen zwei andere Manager, von denen einer noch an einer höheren Stelle im Konzern ist. Im Fall einer Verurteilung ist Untreue im besonders schweren Fall mit sechs Monaten bis zehn Jahren Freiheitsstrafe bedroht. Beim Prozessauftakt am Dienstag hatten Verteidiger die Anklage scharf zurückgewiesen.

(dpa)

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