17. September 2026 – dpa
Bei seiner Kaderbekanntgabe wird der Bundestrainer auch politisch. Das sagt Jürgen Klopp zum Thema Nationalstolz.
Jürgen Klopp hat bei der Bekanntgabe seines ersten Kaders der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ein Plädoyer für Offenheit und richtig verstandenen Nationalstolz gehalten. «Ich würde mir oder uns gerne die Fahne zurückholen, wenn ich ganz ehrlich bin», sagte der Bundestrainer auf dem DFB-Campus in Frankfurt am Main.
Er ergänzte: «Ich möchte, dass, wenn man sie schwingt, dass niemand denkt: "Was ist mit dir nicht in Ordnung?" Sondern dass man einfach nur das Gefühl hat, ja du bist happy und verstehst, dass du Glück hattest, dass du in diesem wundervollen Land geboren, aufgewachsen, zugezogen und - wie auch immer -, dass du hier lebst.»
Klopp hatte zuvor an die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit dem Sieg der AfD erinnert, ohne sie explizit zu nennen. «Es hat eine Wahl stattgefunden, die manche Leute wahrscheinlich okay fanden. Viele andere haben gedacht: "Du lieber Himmel, was passiert denn da?"», sagte Klopp.
Der 59-Jährige habe den Gedanken gehabt: «Ich möchte Nationalstolz nicht den falschen Leuten überlassen.» Er wisse aber gar nicht, ob man das Wort so benutzen dürfe, «ohne dass es falsch verstanden wird», sagte Klopp.
Er führte aus: «Kann man stolz darauf sein, Deutscher zu sein und trotzdem offen und trotzdem vielfältig und trotzdem nett, freundlich? Kann man Mitgefühl haben? Kann man all diese Dinge haben? Ich bin hundertprozentig sicher, ja.»
Die Rolle als Bundestrainer erfülle ihn mit Stolz, sagte der frühere Coach von Mainz 05, Borussia Dortmund und des FC Liverpool. «Ich finde tatsächlich, dass wir ein wundervolles Land sind», sagte der 59-Jährige.