03. Oktober 2026 – dpa

Fußball-Nationalmannschaft

Klopps Revanche-Plan im griechischen Spätsommer mit Urbig

Zweiter Kader, zweiter Sieg? Es wird hitzig in Thessaloniki. Kleines Stadion, emotionale Fans und eine gefährliche Tabellensituation. Beim Wiedersehen mit den Griechen gibt es keinen Torwarttausch.

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Jürgen Klopp kann das Abschlusstraining für die Partie in Griechenland mit allen 23 Spielern bestreiten. , Foto: Sven Hoppe/dpa

Im Stadion von PAOK Saloniki unweit des Ägäischen Meeres hielt Jürgen Klopp seinen Revanche-Plan gegen den unbesiegten Tabellenführer Griechenland am Abend vor dem Anpfiff noch recht geheim. Der Bundestrainer verriet aber, dass er in Spiel vier auf einen weiteren Torwarttausch verzichtet.

Bayern-Youngster Jonas Urbig wird nach seinem DFB-Debüt beim 2:0 gegen Serbien im Tor bleiben. «Jonas bekommt das Spiel. Das hat aber mit einem Nummer-eins-Status nichts zu tun», sagte Klopp.

Sonne, Strand, Meer: Einem gewissen Urlaubsfeeling können sich auch die Fußball-Nationalspieler im griechischen Spätsommer nicht entziehen. Aber die Größe des sportlichen Auftrags erfordert von Klopp und seinem überwiegend jungen und unerfahrenen Personal am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) zum Abschluss des Programms mit vier Nations-League-Spielen in zehn Tagen noch einmal den totalen Fokus.

Zweiter Kader, zweiter Sieg? Das muss die Zielsetzung bei der schnellen Chance zur Revanche sein nach dem ebenso befreienden wie beflügelnden Erfolg gegen Serbien. Klopp gab sich optimistisch. «Das kennt ja jeder: Wenn du ein Spiel gewonnen hast, traust du dir eher zu, auch das nächste zu gewinnen, als wenn du eines verloren hast. Das menschliche Hirn denkt so.»

Beim Abschlusstraining im schon herbstlich kühlen Herzogenaurach standen vor dem Flug nach Griechenland alle 23 Akteure auf dem Platz. Klopp hielt, warm eingepackt in eine Jacke, auf dem Platz eine kurze Ansprache. Nachlegen heißt der Auftrag. «Wir werden versuchen, ein deutlich besseres Ergebnis zu erzielen als im Hinspiel», sagte er nach dem 0:1 vor einer Woche in Augsburg.

«Deutlich besser» heißt übersetzt Sieg. Denn 3 Punkte würden in Gruppe 2, in der die DFB-Auswahl zur Halbzeit mit 4 Zählern hinter Griechenland (7) und den Niederlanden (5) lediglich auf Platz 3 liegt, die Aussichten auf einen Viertelfinaleinzug schlagartig erhöhen. Umgekehrt wäre eine weitere Niederlage gegen den Tabellenführer, der den Ausfall des verletzten Topstürmers Christos Tzolis vom FC Arsenal verkraften muss, fatal.

Platz eins wäre dann schon vor den beiden abschließenden November-Partien futsch. Bayern-Profi Aleksandar Pavlovic erwartet eine besondere Stimmung im rund 28.000 Zuschauer fassenden Toumba Stadion. «Ich kann mir vorstellen, wie die Atmosphäre hier sein wird», sagte Pavlovic.

Die Spieler aus Kader zwei um Pavlovic waren in Augsburg als Tribünengäste Augenzeugen des historischen griechischen Sieges gegen Deutschland gewesen. «Es wird auf jeden Fall nicht einfacher als beim Hinspiel. Wir müssen wieder ein sehr gutes Spiel hinlegen, um mit einem weiteren Sieg vom Platz zu gehen», sagte Florian Wirtz. Der 23-Jährige dürfte die DFB-Elf nach der Abreise von Serge Gnabry aller Voraussicht nach erstmals als Kapitän aufs Feld führen.

«Wie gehen wir mit dem Sieg um?» Auf diese Schlüsselfrage erwartet Klopp von seinen Spielern eine Antwort. Die Frage, die sich vor dem Anpfiff stellt, lautet: Wie sehr verändert der Bundestrainer seine erste Sieger-Elf wieder?

In den ersten drei Partien kamen drei verschiedene Torhüter zum Einsatz: Marc-André ter Stegen beim 1:1 in Holland, Alexander Nübel beim 0:1 im ersten Duell mit den Griechen und Urbig beim Sieg in München gegen Serbien. Dem 23-Jährigen, beim FC Bayern die Nummer zwei hinter Manuel Neuer, will Klopp weitere Spielpraxis geben. Der Augsburger Finn Dahmen und der Frankfurter Noah Atubolu müssen weiter auf ihre Länderspiel-Premiere im Tor warten.

Auch die Viererkette hat Klopp in seinen ersten Partien kräftig durchgemischt. Das Leipziger Außenverteidiger-Duo Ridle Baku und David Raum könnte neu in die Abwehrreihe kommen, ebenso der Stuttgarter Länderspiel-Neuling Finn Jeltsch im Zentrum an der Seite des erfahrenen Dortmunders Waldemar Anton.

Bischof, Pavlovic, Wirtz - das junge, tatendurstige Trio war das Herzstück beim ersten Klopp-Sieg gegen die Serben. Eine Wiederholung drängt sich auf. «Es hat unglaublich Spaß gemacht, mit den beiden zu zocken. Man hat gesehen, dass wir alle drei mit dem Ball etwas draufhaben», sagte Pavlovic.

Eine Veränderung wird Klopp definitiv vornehmen müssen. Für Gnabry könnte Bayern-Kollege Lennart Karl auf dem rechten Flügel beginnen. Klopp deutete das in Thessaloniki an. Der Freiburger Derry Scherhant hat sich gegen die Serben mit seinem Tempo und Offensivdrang für einen zweiten Einsatz empfohlen. Und im Sturmzentrum war Nick Woltemade auch ohne Tor gut ins Zusammenspiel mit den Mittelfeld-Zockern um Pavlovic eingebunden.

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