05. Oktober 2026 – dpa

Formel 1

Angst vor Kontrollverlust: Wenn Formel-1-Autos schleichen

Das Schlimmste, was in einem Formel-1-Auto mit rund 1000 PS passieren kann. Fahrer fürchten das erst recht nach der Farce von Malaysia. Viel Zeit zur Fehlersuche bleibt nicht.

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Wehe, wenn ein Formel-1-Auto plötzlich nur noch 20 km/h fährt.

Die Wetterprognosen dürften die Formel-1-Bosse nur bedingt aufatmen lassen. Regenwahrscheinlichkeit für den Renntag in Singapur: Nur 30 Prozent. Womöglich soll es aber in den Abendstunden gewittern. Und das Nachtrennen wird um 20.00 Uhr (14.00 Uhr MEZ/Sky) gestartet. Droht der Motorsport-Königsklasse etwa das nächste «Lego-Rennen»? Die Farce von Malaysia bedarf schnellster Aufarbeitung.

«Die Lösung war eine improvisierte, kurzfristige Maßnahme», sagte der Technische Direktor des Automobilweltverbandes, Nikolas Tombazis, noch am Abend in Sepang. «Jetzt müssen wir die Faktoren genau analysieren und verstehen. Ich kenne die vollständige Antwort noch nicht.» Mehrere Autos waren in der Formationsrunde nur noch gerollt oder gar stehen geblieben. Sie beschleunigten einfach nicht mehr.

«Als ich aufs Gas ging, hatte ich genau dasselbe Problem, und mir wurde klar, dass alle im selben Boot saßen. Wir kamen kaum über 20 km/h hinaus. Ich weiß nicht, es ist ein bisschen beängstigend, so etwas bei einem Formel-1-Auto zu sehen», sagte Ferrari-Pilot Charles Leclerc. «Man hat die Leistung, die man bekommt, nicht vollständig unter Kontrolle. Bei einer solchen Sicht wie beim Start des Rennens kann das zu heftigen Unfällen führen.» Weltmeister Lando Norris von McLaren betonte: «Es beweist einfach, dass wir diesen ganzen Kram nicht haben sollten, diesen elektronischen Teil.»

Die Kritik an der neuen Antriebsgeneration zieht sich durch diese Saison. «Die neuen Regeln sind offensichtlich so komplex für die Teams, dass es dieses Jahr einfach zu viel war», sagte der einst selbst mal in Sepang siegreiche ehemalige Formel-1-Pilot Ralf Schumacher als Experte des Senders Sky.

Die Autos in diesem Jahr beziehen die eine Hälfte der Power über den Verbrennungsmotor, die andere aus der aus Elektroeinheit. Wenn die Batterie mal leer ist, steht damit deutlich weniger Leistung zur Verfügung. Das heißt auch, dass es massive Geschwindigkeitsunterschiede auf der Strecke geben kann und das Risiko schwerer Unfälle deutlich höher ist. Die Fahrer warnen schon lange.

Für bestimmte Bedingungen gibt es entsprechende Einstellungen - so auch für Regen. So wie in Malaysia. Problem nur: «In diesem Jahr hatten wir bislang kaum oder gar keine wirklich nassen Bedingungen. Deshalb war diese Software unter realen Bedingungen noch nicht getestet worden.» Eine Aussage von Tombazis.

In Sepang kam es zum Image-Crash. Niedrige Motordrehzahl, wenig Grip, Regeneinstellungen für das Energiemanagement und der Sektorenkonfiguration der Rennstrecke führten nach offizieller Angabe zu einem unbeabsichtigten Leistungsverlust. Ein Bug war schuld in der Software, die die Fia zusammen mit den Teams entwickelte.

«Was für ein trauriger Anblick für die Formel 1: Der Start wurde wegen eines Software-Updates verschoben!», spottete Italiens «Corriere dello Sport». «Es war wie bei dem Lego-Rennen», sagte Rennsieger Max Verstappen. Der Red-Bull-Pilot war einer der Hauptbetroffenen, bevor der zu seinem ersten Saisonerfolg raste.

Viel Zeit bleibt den Informatikern und Ingenieuren nicht. Bereits am kommenden Wochenende geht die Formel-1-WM 2026 in die nächste Runde. Schauplatz Singapur. Heißt auch: Praktisch dieselben klimatischen Bedingungen wie in Malaysia. Die Strecke liegt nicht mal 350 Kilometer weiter in südöstlicher Richtung.

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