19. August 2026 – dpa
Die Rückkehr von Niclas Füllkrug hat in Bremen eine große Euphorie ausgelöst. Der Stürmer nutzt seine Vorstellung für besondere Worte.
Zwischenzeitlich konnte man fast den Eindruck gewinnen, Niclas Füllkrug wäre auch nur für ein Fischbrötchen zu Werder Bremen zurückgekehrt. So sehr schwärmte der 24-fache Nationalspieler vom Club an der Weser. «Ich habe mich bewusst für das Richtige entschieden. Ich glaube, dass es für mich fußballerisch und menschlich kein besseres Umfeld gibt», sagte Füllkrug gleich zu Beginn seiner rund halbstündigen Vorstellung im Weserstadion.
Nun ist es nicht so, dass der 33 Jahre alte Angreifer praktisch umsonst für die Grün-Weißen spielt. Aber es stimmt schon, dass Füllkrug auf einen erheblichen Teil seines üppigen Gehalts verzichtet, dass er bislang bei West Ham United bezogen hat. Sonst wäre die spektakuläre Rückkehr des Stürmers für Werder nicht darstellbar gewesen.
Dass er finanzielle Einbußen macht, spielt für Füllkrug aber keine große Rolle. «Verzichten tue ich nicht. Ich werde einfach in einer anderen Währung bezahlt: Emotionen und Leidenschaft», sagte der Torjäger. «Das, was ich hier hoffentlich bekomme, hätte mir kein anderer Verein bieten können.»
So ging das fast eine halbe Stunde lang. Die Präsentation des Rückkehrers war eine einzige Liebeserklärung an die Bremer, die genau diese Liebe, Zuneigung und Positivität nach einer komplizierten Saison, die fast mit dem Abstieg geendet wäre, gebrauchen können.
Vor allem Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz stand nach der abgelaufenen Spielzeit heftig in der Kritik. Nun war es vor allem die Bremer Club-Legende, die die Rückkehr von Füllkrug an den Osterdeich eingetütet hat. «Clemens und ich standen die ganze Zeit in Kontakt», sagte Füllkrug.
In den vergangenen Wochen ergab sich dann die Konstellation, dass sich die lange als utopisch geltende Verpflichtung wirklich realisieren ließ. Füllkrug hatte beim Premier-League-Absteiger keine Perspektive mehr und machte den West-Ham-Verantwortlichen deutlich, dass für ihn eigentlich nur eine Rückkehr nach Bremen infrage kommt.
Am Finanziellen sollte es dann nicht scheitern. «Ich habe das mit Clemens ganz offen besprochen, wo die Schmerzgrenze liegt und dann haben wir es gemacht», berichtete Füllkrug, der inzwischen keinen Berater mehr hat. «Ein Berater hätte das Ganze nicht einfacher gemacht», sagte er mit einem Schmunzeln. «Jetzt fühlt es sich super an, wieder zu Hause zu sein.»
Nur um gute Stimmung zu machen, ist Füllkrug aber nicht zu Werder zurückgekehrt. Vielmehr hat er auch mit 33 Jahren noch große Ambitionen. «Ich bin nicht zu Werder gekommen, um hier meine Karriere ausklingen zu lassen», sagte Füllkrug. Er wolle an seine erfolgreiche erste Zeit an der Weser anknüpfen, als er als Torschützenkönig der Fußball-Bundesliga auch den Sprung in die Nationalmannschaft schaffte. «Ich will die Erwartungen übertreffen», sagte Füllkrug.
Füllkrug spielte bereits in der Jugend für Werder und kehrte 2019 noch einmal von Hannover 96 zurück. 2023 wechselte er als Bundesliga-Torschützenkönig für eine Ablösesumme von geschätzt 15 Millionen Euro zu Borussia Dortmund, schon ein Jahr später verließ er den BVB Richtung West Ham. Doch bei dem Club aus London stockte die Karriere des Stürmers, der sich deshalb für ein halbes Jahr zur AC Mailand ausleihen ließ.
«Das letzte halbe Jahr war genial. Für die AC Mailand mit der Nummer 9 zu spielen, war schon etwas Besonderes. Von der Spielzeit und der Qualität her war das gut. Ich bin sehr stolz, diesen Club in meiner Vita zu haben», sagte Füllkrug.
Dennoch verpasste er den Sprung in den WM-Kader. Ob sich unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp die Tür zur Nationalmannschaft noch einmal öffnet, will Füllkrug in Ruhe auf sich zukommen lassen. «Darüber möchte ich gar nicht reden. Ich möchte hier erst einmal bei Werder Leistung bringen und dann schauen wir mal, was passiert.»