16. September 2026 – Alena Triebold
In der Debatte um die Zukunft der wichtigen Bahnstrecke Hannover - Hamburg stehen die Zeichen auf Neubau. Die Verkehrspolitiker von Union und SPD haben sich auf einen entsprechenden Entwurf einer Beschlussvorlage für den Bundestag geeinigt.
Darin sprechen sie sich für den Bau einer neuen Trasse aus, allerdings soll es auch zusätzliche Maßnahmen an der Bestandsstrecke geben, hieß es. Beschlossen ist der Neubau aber noch nicht. An dem Entwurf werde noch gearbeitet, heißt es aus der Koalition.
Koalition: Neubau ist «klar vorzugswürdig»
Der Verkehrsausschuss des Bundestags soll sich am 23. September mit der von der Bahn geplanten Neubaustrecke befassen. Der Ausschuss und einen Tag später das Plenum des Bundestags sollen den Weg freimachen, damit die Bahn die Neubaustrecke weiter konkret planen kann. Die Befassung im Bundestag gilt als ein entscheidender Schritt für eine Neubaustrecke.
In dem Entwurf heißt es, eine Neubaustrecke erweise sich gegenüber einem Ausbau «in allen vier Hauptkategorien (Raumordnung, Umwelt, Betrieb und Kosten) und damit auch in der Gesamtbewertung als klar vorzugswürdig». Unter anderem werde die Fahrzeit zwischen Hamburg und Hannover um 18 Minuten verringert und dichte Ortslagen würden mit signifikant weniger Schall und Erschütterungen belastet. Außerdem werde die Zuverlässigkeit des Verkehrs erhöht und im Nahverkehr ein Halbstundentakt ermöglicht.
"Neubau oder Ausbau?": Frage in der Region zwischen Hannover und Hamburg seit Jahren Reizthema
Die Frage "Neubau oder Ausbau?" beschäftigt Anwohner, Pendler und Politik seit Jahren. Die bisherige Strecke Hamburg-Hannover gehört laut Bahn zu den am stärksten überlasteten Deutschlands. Die Deutsche Bahn favorisiert die neue ICE-Strecke seit langem, Bürgerinitiativen fürchten dagegen Umweltzerstörungen in der Heide.
Kritiker monieren, dass der vor zehn Jahren gefundene Kompromiss beim Dialogforum Schiene Nord für den Ausbau der Bestandsstrecken von der Bahn nicht eingehalten werde. Er wird Alpha-E-Kompromiss genannt und sieht unter anderem ein drittes Gleis zwischen Lüneburg und Uelzen vor.
Ministerpräsident Lies: Ausbau «wirklich schneller»
Die Landesregierung dringt auf eine Umsetzung der Ausbauvariante Alpha-E. «Diese Lösung ist wirklich schneller, denn sie ist die realistische», sagte Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) im Juni. «Die Bahn plant etwas, was 30 Jahre überhaupt nicht die Chance hat, zu wirken, wenn es denn überhaupt Chance auf Umsetzung hat. Wir müssen aber das zügig Machbare in den Mittelpunkt setzen und nicht die Option für unsere Enkelkinder.»