27. August 2026 – dpa

Naturphänomen in der Nacht

Wolken im Norden: Wo man die Mondfinsternis sehen könnte

Nach der Sonnenfinsternis ist vor der Mondfinsternis. Am ganz frühen Freitagmorgen verdunkelt sich der Mond. Der Deutsche Wetterdienst sieht allerdings nur an wenigen Orten eine Chance auf gute Sicht.

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So schön kann eine totale Mondfinsternis aussehen. Die «MoFi» am Freitag wird so allerdings nicht zu sehen sein. (Symbolbild)

Fans von Naturspektakeln sollten sich am frühen Freitagmorgen einen Wecker stellen oder extra lange wach bleiben. Dann nämlich gibt es wieder eine Mondfinsternis. «Sie ist ein Ereignis für Nachteulen - und für Nachtigallen», sagt Björn Voss, Direktor des Hamburger Planetariums der Deutschen Presse-Agentur. Denn die Finsternis beginnt zwar bereits um 3:22 Uhr, interessant wird es aber erst gegen 4:30 Uhr.

Über Norddeutschland wandere der Mond ab 3:22 Uhr zunächst in den Halbschatten der Erde. «Diese Veränderung bemerken wir jedoch noch kaum. Sinn macht der Blick zum Mond erst gegen 4:30 Uhr. Denn um 4:34 Uhr erreicht er den Kernschatten der Erde. Wir können die Finsternis knapp eine halbe Stunde genießen, danach wird es zu hell und der Mond sinkt zu tief.»

Wer sich noch an andere Mondfinsternis-Ereignisse und den damit verbundenen roten Mond erinnert, sollte nicht enttäuscht sein. Voss: «Eigentlich würde sich der Mond zu 94 Prozent verfinstern, aber leider entgeht uns ein Großteil des Naturschauspiels. Zum einen steht der Mond bei seiner größten Verfinsterung um 6:13 Uhr bereits sehr tief am Horizont - um 6:29 Uhr geht er verfinstert unter. Zum anderen macht uns die helle Morgendämmerung einen Strich durch die Rechnung. Es ist fast unmöglich, das rote "Finsternislicht" zu erkennen.»

Der Deutsche Wetterdienst muss die Hoffnungen auf gute Sichtverhältnisse leider dämpfen. «Es ist eine ganz unsichere Geschichte. Die Chancen, dass man groß was sehen kann, sind an sich sehr gering», sagt Meteorologe Tobias Schaaf der dpa. Der Grund dafür: «Der Norden befindet sich in der Nacht von Donnerstag zu Freitag im Einfluss von Schauern und Gewittern, die sich von Süden kommend über das Gebiet ausbreiten.» Da man generell schwer vorhersagen kann, wo Gewitter auftreten und wie stark sie werden, ist auch eine Wolkenvorhersage schlecht möglich.

Der DWD-Meteorologe geht davon aus, dass es in zwei Regionen vielleicht möglich ist, die Mondfinsternis zu beobachten. «Am ehesten hätte man vielleicht noch die Chance an der östlichen Landesgrenze Niedersachsens. Also vom Harz hoch bis ins Wendland rein.»

Wer an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns oder Schleswig-Holsteins wohnt, könnte auch Glück haben. «Vielleicht gibt es auch noch an der Ostseeküste eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass man es sehen kann. In den anderen Orten würde ich sagen, ist es unwahrscheinlich. Wenn, dann nur ganz kurz.»

Die gute Nachricht: Nein. Die Temperaturen am frühen Freitagmorgen sind durchaus aushaltbar, sagt Meteorologe Schaaf weiter. «Wir reden von einer sehr lauen Nacht. Die Tiefstwerte liegen bei etwa 17 bis 18 Grad. Wenn man nicht nass geworden ist, kann man da sehr gut warten.»

Grundsätzlich: Eine Sonnenfinsternis gibt es nur bei Neumond und eine Mondfinsternis nur bei Vollmond. Zwischen der Neumond- und Vollmondphase liegen ungefähr zwei Wochen. In dieser Zeit ist der Mond auf seiner Bahn um die Erde von der Sonnenseite auf die gegenüberliegende Seite gewandert.

Planetariumsdirektor Voss: «Während bei der Sonnenfinsternis noch der Mond zwischen Sonne und Erde stand, befindet sich nun die Erde zwischen Sonne und Mond. Entsprechend fällt bei der kommenden Mondfinsternis der Erdschatten auf unseren Trabanten und verdunkelt einen großen Teil seiner Oberfläche.»

Voss zufolge können in der Theorie bis zu fünf dieser Ereignisse im Jahr stattfinden, in Wirklichkeit kommt es aber selten dazu. Gleichzeitig sind die meisten Mondfinsternisse nur sogenannte Halbschatten- oder partielle Finsternisse, bei denen sich der Mond nicht völlig verdunkelt. «Gut sichtbare totale Mondfinsternisse erleben wir über Hamburg im Mittel nur einmal alle zwei bis drei Jahre.» Zuletzt konnte man im Norden am 7. September 2025 eine beobachten.

Nach der Finsternis vom 28. August 2026 wird es erst am 20. Februar 2027 wieder so weit sein, wie Experte Voss sagte. Allerdings handelt es sich dabei nur um eine Halbschattenfinsternis, bei der der Mond nicht in den Kernschatten der Erde eintauchen wird. «Deswegen wird die Abdunkelung kaum wahrnehmbar sein. Es folgen ein paar weitere Finsternisse, aber richtig spektakulär wird erst die totale Mondfinsternis am Silvesterabend, dem 31. Dezember 2028. Das Naturphänomen findet kurz nach dem Mondaufgang am Abend statt.»

Die gibt es schon am Vormittag des 2. August 2027, sagt Voss weiter. «In Deutschland erleben wir eine partielle Sonnenfinsternis, bei der je nach Region etwa 28 bis 50 Prozent der Sonnenscheibe verdunkelt werden. Je weiter südlich und westlich man sich befindet, desto größer fällt die Verfinsterung aus: Während es in Hamburg nur rund 32 Prozent sein werden, sind es in München 50 Prozent.»

Ja, die Sonnenfinsternisschutzbrillen können aufbewahrt und wiederverwendet werden, sagt Voss. Allerdings müssen sie bei Raumtemperatur und ohne großen Druck in einer festen Hülle gelagert werden. Es ist wichtig, sie vor Staub und Feuchtigkeit zu schützen und vor jedem Einsatz sorgfältig auf Unversehrtheit zu überprüfen. «Die Filterfolie darf keine Risse, Löcher oder Kratzer haben. Auch der Übergang zwischen Folie und Pappgestell muss unbeschädigt sein. Nicht zuletzt ist es wichtig, dass die Brille der gültigen Norm entspricht und das CE-Kennzeichen trägt.»

Nein. Das Team habe mehrere Tausend Brillen verkauft und war zum Ende restlos ausverkauft. «Der Andrang und das Interesse waren enorm. Das haben wir so noch nicht erlebt.»

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