16. Oktober 2026 – dpa
Hendrik Holt saß in einem Berliner Gefängnis mit offenem Vollzug, durfte tagsüber raus - und floh. In Dubai wurde er geschnappt. Seinen Aufenthaltsort hat er nicht so gut verschleiert wie gedacht.
Ein verschleiernder Instagram-Post mit Hinweis auf Moskau hat die Ermittler auf der Spur des Windkraft-Betrügers Hendrik Holt nicht lange täuschen können. «Wir wussten schon nach 30 Stunden, dass die Liebesgrüße, die Herr Holt über Instagram in die Welt geschickt hat, nicht aus Moskau kamen», sagte der Osnabrücker Oberstaatsanwalt Nils Leimbrock dem Fernsehmagazin «Galileo». Holt wurde nach seiner Flucht in Dubai gefasst.
Leimbrock sagte, er gehe davon aus, dass Holt mit einem gültigen Reisepass in die Vereinigten Arabischen Emirate eingereist sei. Dort habe ihn die Polizei nach einem Ersuchen von Interpol, einer «Red Notice», festnehmen können. Zuvor hatten Medien einen Instagram-Post von Holt aufgegriffen, worin es hieß: «Liebesgrüße aus Moskau sehr schön hier der Kaviar ist fantastisch».
Holt hatte unter anderem Windparks, die es gar nicht gab, an ausländische Stromkonzerne verkauft. 2022 war er vom Landgericht Osnabrück zu einer Gefängnisstrafe von fast neun Jahren verurteilt worden. In Berlin saß er im sogenannten offenen Vollzug, das heißt, er durfte das Gefängnis tagsüber regelmäßig verlassen. Ende August kehrte er nicht zurück und wurde daraufhin mit einem Haftbefehl und von Zielfahndern der Kriminalpolizei gesucht.
Leimbrock sprach auch von seiner Reaktion, als er von der Flucht des Betrügers erfuhr: «Ich habe gedacht, jetzt kommt wieder Arbeit auf mich zu.» Die Flucht habe ihn nicht gewundert, der Fall sei von Beginn an ein «Sammelsurium an Abstrusitäten» gewesen. Holt sei «unheimlich mutig» und gehe höchste Risiken ein.
2020 hatte der Oberstaatsanwalt den Betrüger im Berliner Nobelhotel Adlon festgenommen. Er sagte nun, Auslieferungsverfahren seien juristisch immer schwierig, ob dieses erfolgreich sein werde, sei unklar.