26. Juni 2026 – dpa

Hitzefalle Auto

Warum Hunde bei Wärme schnell in Lebensgefahr geraten

Schon bei 20 Grad kann das Auto zur Todesfalle werden: Warum Hecheln für Hunde im Sommer oft nicht reicht – und welche Hunderassen besonders gefährdet sind.

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Ein Hund genießt eine Wasserfontäne. Auch den Vierbeinern macht die Hitze zu schaffen.

Schon wenige Minuten im aufgeheizten Auto können für Hunde gefährlich werden. Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) warnt angesichts hoher Sommertemperaturen davor, Tiere im Wagen zurückzulassen – auch nicht für einen kurzen Einkauf.

Der Innenraum eines Autos kann sich stark aufheizen. Laut TiHo kann ein nicht klimatisiertes Fahrzeug bereits bei 20 Grad Außentemperatur nach einer Stunde 46 Grad im Innenraum erreichen. Bei 30 Grad werde dieser Wert schon nach einer halben Stunde überschritten.

Hunde können ihre Körpertemperatur nur begrenzt regulieren. Anders als Menschen besitzen sie Schweißdrüsen nur an Pfoten und Nase. Abkühlung funktioniert vor allem über Hecheln. In einem geschlossenen Auto ohne zirkulierende Luft stoße diese Kühlung schnell an Grenzen, sagt Professorin Sabine Kästner von der Klinik für Kleintiere der TiHo.

Die Fähigkeit eines Hundes, sich durch Hecheln abzukühlen, ist laut TiHo bereits bei Umgebungstemperaturen von mehr als 28 Grad beeinträchtigt. Von einem voll ausgeprägten Hitzschlag sprechen Fachleute demnach bei einer Körperkerntemperatur von mehr als 41 Grad. Steigt sie auf mehr als 43 Grad, endet der Hitzschlag meist tödlich.

Besonders gefährdet sind laut TiHo kurznasige Rassen wie Möpse und Bulldoggen. Auch alte Tiere sowie Hunde mit dichtem Fell, Übergewicht oder Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko.

Anzeichen für eine Überhitzung sind starkes Hecheln, vermehrtes Sabbern, Unruhe oder Apathie, Taumeln, ein glasiger Blick, gerötete Schleimhäute, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Schwere Warnzeichen sind Bewusstseinsstörungen, Krämpfe, bläuliche Schleimhäute und Kreislaufkollaps.

Ein überhitzter Hund sollte sofort an einen kühlen, schattigen Ort gebracht und gekühlt werden – etwa mit Wasser, das kälter ist als die Körpertemperatur des Hundes. Trinken darf angeboten, aber nicht erzwungen werden. Auf dem Weg zum Tierarzt helfen Klimaanlage oder Ventilator.

Wichtig: Auch wenn sich ein Hund scheinbar erholt, sollte er laut TiHo immer in einer Tierarztpraxis vorgestellt werden. Ein Hitzschlag kann langfristige Folgen haben, etwa für Nieren, Muskulatur oder Nervensystem.

Ja. Asphalt und dunkle Steinplatten können Hundepfoten verbrennen. Die TiHo empfiehlt den Handrücken-Test: sieben Sekunden auf den Boden drücken. Ist es für die Hand zu heiß, gilt das auch für Hundepfoten. Spaziergänge sollten bei Hitze in die frühen Morgen- und späten Abendstunden verlegt werden.

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