03. August 2026 – dpa

Extremwerte

Von schweißtreibend bis eisig: Niedersachsens Wetterrekorde

Hitzerekorde wurden zuletzt häufiger gebrochen. Andere Wetterrekorde sind hingegen schon älter - und waren nicht immer dort anzutreffen, wo man sie erwartet hat.

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Hitzerekorde gab es zuletzt häufiger. (Symbolbild)

Ob schweißtreibend heiß oder frostig kalt - Wetterextreme sind in den vergangenen Jahren häufiger geworden. Doch auch in der Vergangenheit gab es deutliche Wetterausschläge. Einige sind bis heute unerreicht. Ein Rückblick.

Hier kamen Niedersachsen mächtig ins Schwitzen

Der heißeste jemals in Niedersachsen gemessene Tag ist noch nicht lange her. Nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war das am 27. Juni während der jüngsten Hitzeperiode. 40,2 Grad Celsius wurden da in Lüchow am Nachmittag gemessen. Der vorherige Rekord hielt damit nicht sehr lange: Nur rund vier Jahre zuvor, am 20. Juli 2022, wurden 40 Grad in Barsinghausen-Hohenbostel südwestlich von Hannover gemessen.

Die höchste Temperatur jemals in Niedersachsen könnte aber auch noch höher liegen. «Wir haben natürlich nicht an jedem Ort eine Wetterstation», erklärte der DWD-Meteorologe Marc Wenthe. Gut möglich also, dass mancherorts das Thermometer auch schon mal 41 oder mehr Grad angezeigt hat. Generell sei das Netz der Messstationen des Wetterdienstes aber sehr dicht.

Keine der Stationen steche dabei als besonders heißer Ort heraus. Zwar wurden Rekordwerte schon häufiger in der Lüneburger Heide oder südlich von Hannover verzeichnet. In vielen Landesteilen wurden aber auch immer mal wieder Temperaturen gemessen, die am Höchstwert nur knapp vorbeischrammten.

Hier waren besonders dicke Winterjacken nötig

An heißen Tagen gibt es laut dem Meteorologen meist die Sicherheit, dass es an der Nordsee etwas kühler sei als im Inland. Aber auch richtig kalt wurde es in Niedersachsen in der Vergangenheit. Die kälteste bisher vom DWD gemessene Temperatur liegt allerdings einige Jahrzehnte zurück: Am 16. Februar 1956 zeigte das Thermometer am frühen Morgen in Göttingen eisige minus 28 Grad.

Die zweitkälteste Temperatur wurde übrigens in Lüchow gemessen - also an der aktuellen Hitze-Rekordstation. Minus 27 Grad waren es dort am 22. Februar 1986.

Auffällig: Braunlage - immerhin Heimat des höchsten Berges Niedersachsens, dem Wurmberg mitten im Harz - hat keinen Spitzenplatz bei den Frost-Rekorden. Dort war es am 1. Februar 1956 mit minus 25,6 Grad Celsius bisher am kältesten.

Dafür wurden in der auf über 600 Metern gelegenen Bergstadt bisher am häufigsten sogenannte Eistage gemessen. 2010 verharrten die Temperaturen an 84 Tagen unter dem Gefrierpunkt - Rekord.

Derartige Rekordwerte sind in den Küstenregionen eher nicht zu erwarten, sondern eher im Harz oder in der Lüneburger Heide, sagte Meteorologe Wenthe. Das maritime Klima und das wärmende Wasser würden eine starke Auskühlung etwas bremsen.

Hier kamen Niedersachsen nur noch auf Kufen voran

Auf über 160 Zentimetern türmte sich der Schnee am 12. Februar 1952. Gemessen wurde dieser niedersächsische Rekordwert wenig überraschend im Harz, genauer in Braunlage. Durch den Klimawandel dürfte dieser Rekord womöglich nicht mehr erreicht werden. Zum Vergleich: In diesem Januar lag der Höchstwert bei 61 Zentimetern in Braunlage. Auch Meteorologe Wenthe weis: «Schneetage werden immer weniger». Daran ändere auch der ein oder andere schneereichere Winter nichts.

Hier drohte der Hut vom Kopf zu fliegen

«Sturm ist erst, wenn die Schafe keine Locken mehr haben» - so lautet eine norddeutsche Weisheit. Und tatsächlich sind Menschen hoch im Norden wind-erprobt. Auch der Wetterexperte sagt, das an der Küste und auf den Inseln der Wind meist am kräftigsten pustet. Bis zu 163,1 Metern pro Sekunde - umgerechnet rund 587 Kilometer pro Stunde - erreichte der Wind in der Spitze auf der Insel Norderney am 3. Januar 1976.

Auf der Nordsee gebe es keine Hindernisse, so dass der Wind über sie hinweg fege, bis er auf Land treffe. Ähnlich sei es nur noch auf Berggipfeln. Orte, an denen es im Gegenzug besonders oder nahezu immer windstill ist, gebe es nicht. An allen Messstationen würden immer mal wieder verschieden starke Winde festgestellt.

Hier wurden Niedersachsen pudelnass

Sintflutartig prasselte der Regen vor zehn Jahren auf das kleine Örtchen Groß Berßen im Emsland ein. Mehr als 150 Liter Niederschlag pro Quadratmeter wurden dort am 23. Juni 2016 gemessen. Nasser war es nur noch ein Jahr später an der Eckertalsperre im Harz. Dort fielen am 25. Juli 2017 sogar 163 Liter auf die Erde. Das Gebiet mitten im Harz ist allerdings unbewohnt, sodass nur wenige Menschen das mitbekommen haben dürften.

Zu den niederschlagsreichsten Jahren in Niedersachsen zählt übrigens das Jahr 2023 mit dem Weihnachtshochwasser im Dezember. 1.070 Liter Niederschlag pro Quadratmeter wurden damals durchschnittlich in dem Jahr gemessen.

Besonders selten brauchten Niedersachsen übrigens 2018 einen Regenschirm. Damals wurden durchschnittlich gerade einmal 505 Litern Niederschlag pro Quadratmeter im ganzen Jahr gemessen. Dafür gab es im Gegenzug damals landesweit durchschnittlich 1.940 Sonnenstunden - Rekord.

Hier ist viel Sonnencreme gefragt

Bei den meisten Sonnenstunden pro Ort liegen laut Wetterexperte Wenthe meist die Inseln und auch die Küste vorne. Der absolute Top-Wert an der See waren bisher über 2.071 Sonnenstunden in einem Jahr auf Norderney. 2022 freuten sich Inselbewohner wie Urlauber über so viel wolkenlosen Himmel. Beim Blick auf ganz Niedersachsen liegt aber Braunschweig vorn. Mehr als 2.128 Sonnenstunden wurden dort bereits 2018 gemessen.

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