18. September 2026 – dpa
Drei Tage lang wird der Tag der Deutschen Einheit in Bremen gefeiert. Was Besucherinnen und Besucher vorab wissen sollten - von A bis Z.
Deutschland kommt nach Bremen: Vom 2. bis 4. Oktober wird die Hansestadt zur Bühne für politische Debatten, kulturellen Austausch und persönliche Begegnungen. Wer zum Tag der Deutschen Einheit anreist, sollte also bequeme Schuhe, Neugier und Zeit für spontane Entdeckungen einpacken. Wissenswertes von A bis Z für das Wochenende in Bremen:
Die Anreise mit Bus und Bahn ist im gesamten VBN-Bereich kostenlos. Wer auf das Auto angewiesen ist, sollte das Park-and-Ride-System nutzen. Die Innenstadt und angrenzende Veranstaltungsflächen werden weiträumig gesperrt, Parkplätze gibt es dort kaum. Für Fahrräder werden zentrale Abstellplätze eingerichtet.
Bremen erwartet bis zu 450.000 Besucherinnen und Besucher aus ganz Deutschland.
Zum Tag der Deutschen Einheit hat Radio Bremen eine eigene Choreographie entwickeln lassen. Der Tanz zum Song «Zusammen (2022 Version)» von den Fantastischen Vier und Clueso kann vorab gelernt und am 3. Oktober (18.45 Uhr) gemeinsam auf dem Domshof aufgeführt werden.
Rund um die Einheitsfeier sind verschiedene Demonstrationen angekündigt. «Wer demonstrieren möchte, kann das tun», heißt es aus dem Bremer Innenressort - solange die Sicherheit nicht gefährdet wird. Drohungen gab es zuletzt aus der linksextremen Szene. «Wir haben entsprechende Ankündigungen im Blick und bereiten uns auf unterschiedliche Szenarien vor», teilte die Polizei mit.
An zahlreichen Ständen werden unter anderem Spezialitäten der Bundesländer angeboten - von Schwarzwälder Kirschtorte bis zur Thüringer Rostbratwurst.
Die Feuerwehr wird ihre Mannschaft rund um die Feierlichkeiten auf etwa 200 Kräfte pro Tag fast verdoppeln, zusätzlich sind Freiwillige Feuerwehren einsatzbereit. Die Einsatzkräfte üben vorab, erkunden die Örtlichkeiten und sprechen sich mit Polizei und Hilfsorganisationen ab.
Der ökumenische Festgottesdienst im St.-Petri-Dom zählt zum protokollarischen Teil der Feier. Nur geladene Gäste können mitfeiern, der Gottesdienst wird aber live im ZDF übertragen. Wer möchte, kann die Veranstaltung auf Leinwänden auf dem Festgelände verfolgen.
Zwei Wochen vor dem Fest sind nur noch sehr wenige Hotelzimmer oder Pensionen frei. «In zentraler Lage ist die Stadt sogar fast ausgebucht», teilte die Wirtschaftsförderung Bremen mit. Wer noch eine Unterkunft braucht, sollte schnell sein oder muss auf das Umland ausweichen.
Am Abend des 3. Oktober (20.30 Uhr und 22.30 Uhr) werden Häuserfassaden, Schiffe und Brücken an der Weser 90 Minuten lang in buntes Licht getaucht. Wer möchte, kann vorab ein Foto einschicken, das im Zuge der Inszenierung an die Häuser projiziert wird. Plätze auf den Steinstufen, am Weserufer oder in der Außengastronomie bieten sich zum Zuschauen an – und bei gutem Wetter lohnt sich auch ein Blick in den Bremer Himmel.
Für Kinder und Jugendliche sind zahlreiche Aktionen geplant. Sie können unter anderem mit Fischernetzen und Perlen basteln, die Elbphilharmonie aus Legosteinen bauen, die Antarktis in Polarkleidung virtuell erkunden und einen Einblick in die Bremische Bürgerschaft erhalten. Am Sonntag gibt es auf dem Domshof ein buntes Familienprogramm mit Stars des Kinderkanals wie der Maus.
Rund 570 Programmpunkte sind geplant - neben Theater, Lesungen und politischen Debatten auch kostenlose Konzerte. Die Fantastischen Vier werden am 3. Oktober abends (19.30 Uhr) auf dem Domshof auftreten. Wer dabei sein möchte, kann sich bis Dienstag um kostenlose Tickets bewerben, die dann ausgelöst werden. Bei allen anderen Konzerten - unter anderem von Versengold, MiA., Kamrad, Raum 27 und Lotte - kann man spontan vorbeischauen.
In den Tagen kann es in der Altstadt, entlang der Weser und in den Wallanlagen schon mal laut werden. Am Freitag und Samstag wird bis 24 Uhr gefeiert, am Sonntag enden die letzten Veranstaltungen gegen 22 Uhr.
Auf der 1,8 Kilometer langen Ländermeile am Osterdeich präsentieren sich die Bundesländer. Die Meile der Verfassungsorgane zeigt die Arbeit von Bundesrat, Bundestag, Bundesregierung und Bundesverfassungsgericht. Auf der Blaulichtmeile stellen sich Sicherheits- und Rettungskräfte vor, außerdem präsentieren sich Bundesinstitutionen wie Bundesdruckerei und Bundesarchiv.
Im Notfall werden Leichtverletzte an Erste-Hilfe-Stationen am Domshof, in der Martinistraße, in der Nähe des Osterdeichs und am Weserstadion versorgt. Auch die städtischen Krankenhäuser - allen voran das Klinikum Bremen-Mitte - stellen sich auf mehr Patienten ein und üben vorab unter anderem einen Massenanfall an Verletzten.
Besucherinnen und Besucher können sich vorab online informieren. Vor Ort bietet ein Welcome Center am Hauptbahnhof Orientierung, weitere Informationen gibt es am «BremenPoint» am Marktplatz sowie an den «Info Points» an der Schlachte, am Wall und am Osterdeich.
Die Polizei kündigt an, auf dem Fest präsent zu sein. «Es wird der bislang größte und zugleich herausforderndste Einsatz für die Polizei Bremen werden», teilten die Beamten mit, die Unterstützung aus anderen Bundesländern und vom Bund bekommen. Momentan gebe es keine konkreten Hinweise für eine drohende Gefahr.
Von Schleswig-Holstein bis Bayern, von Saarland bis Sachsen: In Bremen treffen zum Tag der Deutschen Einheit Menschen aus allen Himmelsrichtungen aufeinander. Das macht den Rundgang zur kleinen Deutschlandreise - ganz ohne Kofferpacken. Gäste können etwa Waldbaden im saarländischen Wald, sich in einem überdimensionalen Strandkorb erholen, pfälzischen Wein in einer XXL-Weinkiste genießen und queeren Schuhplattlern zuschauen.
Wer in der Innenstadt unterwegs ist, wird sie kaum übersehen können: Vor dem Rathaus soll eine überdimensionale Rakete aufgebaut werden. Das Modell der unter anderem in Bremen gebauten Ariane-Trägerrakete ist 17 Meter groß und zählt zu den sogenannten «Bremenwelten». Dort präsentiert sich das Gastgeberland mit zehn Spots zu den Themen «Starke Wirtschaft», «Starke Innovationen» und «Starke Gemeinschaft».
14 größere und kleinere Spielstätten werden zum Tag der Deutschen Einheit aufgebaut. Darunter sind elf Bühnen, verteilt in der Altstadt, entlang der Weser, vor dem Weserstadion und in den Wallanlagen. Eine besondere Bühne aus Containern wird auf einer Länge von 40 Metern über die Martinistraße errichtet.
Die Nutzung der 18 Toiletten-Stationen auf dem Festgelände ist kostenlos. Zwei weitere Stationen sind für Menschen mit schweren Behinderungen ausgerichtet.
Das Fest kostet das völlig überschuldete Bundesland rund sieben Millionen Euro, für das Sicherheitskonzept sind weitere vier Millionen Euro eingeplant. Doch das Geld reicht nicht aus: Um die 40 Sponsoren leisten finanzielle Unterstützung, rund eine Million Euro Spenden kamen zusammen.
Traditionell kommen die fünf Spitzen der Verfassungsorgane: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU), Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Bundesratspräsident Andreas Bovenschulte (SPD) und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth. Wer Glück hat, kann nach dem offiziellen Akt im Dom und in der Bremer Glocke einen Blick auf die politische Prominenz erhaschen.
Auf dem Veranstaltungsgelände gilt ein Waffen- und Messerverbot. Gefährliche Werkzeuge und Gegenstände, Glasflaschen und Glasbehältnisse, Drohnen, Fahrräder und Elektrokleinstfahrzeuge wie E-Scooter sind laut Innenressort verboten.
Bremen plant ein Bürgerfest im XXL-Format. Das zeigt sich schon am Festgelände von der Innenstadt über die Schlachte und den Osterdeich bis zum Weserstadion und der Überseeinsel. Wer alles sehen möchte, sollte gleich einen ganzen Tag einplanen.
Schon vorab gibt es in sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram erste Einblicke rund um den Tag der Deutschen Einheit. Der Gottesdienst und Teile des Festakts werden von ARD und ZDF live übertragen. Wer das Fest verpasst hat, kann die Feier in den Mediatheken nachschauen. Kürzere Clips werden auch auf der Plattform YouTube zu sehen sein.
Bremen möchte mit dem Fest den Zusammenhalt im Land fördern. So lautet das Motto dieses Jahr «Viele Stärken - ein Land». «Das soll sozusagen ein Tag der gelebten deutschen Einheit sein», kündigte Bovenschulte an. «Der Tag soll tatsächlich neben der staatlichen auch die gesellschaftliche Einheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt repräsentieren.»