20. August 2026 – dpa

Erlebnis-Zoo Hannover

Vier Riesenschildkröten ziehen in neues Warmhaus im Zoo ein

Sie sind echte Schwergewichte: die Aldabra-Riesenschildkröten. Vier Exemplare der bedrohten Art leben nun wieder im Zoo Hannover und sollen für Nachwuchs sorgen.

trv7c5h7ji-v16-ax-s2048.jpeg
Die Aldabra-Riesenschildkröte zählt zu den größten Landschildkröten der Welt.

Sie wiegen zusammen 565 Kilogramm und sind 30 bis 82 Jahre alt: Die vier Riesenschildkröten, die in den Zoo Hannover zurückgekehrt sind. Das neue Warmhaus für Cassiopeia, Romina, Bert und Leopold ist nach neun Monaten Bauzeit fertig. 2008 hatte sich der Zoo von den Tieren getrennt, da ihre Anlage in die Jahre gekommen war und zudem mitten im Baugebiet für die Themenwelt «Yukon Bay» lag.

In dem neuen, rund 240 Quadratmeter großen gläsernen Warmhaus, dem Reptilium, herrschen Temperaturen von 26 bis 30 Grad und 60 bis 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Es gibt Sandflächen und ein Badebecken. Eine Fußbodenheizung, UV-Leuchten und Infrarotstrahler sowie eine Luftbefeuchtungsanlage schaffen nach Zoo-Angaben das optimale Tropenklima für die bedrohten Aldabra-Riesenschildkröten.

«Die Rückkehr der Riesenschildkröten war und ist für uns eine echte Herzensangelegenheit», sagte Zoogeschäftsführer Andreas M. Casdorff. «Es freut uns im wahrsten Sinne riesig, dass sie jetzt wieder hier sind». Die zu den größten Landschildkröten der Welt gehörenden Tiere hatten in den vergangenen Jahren im Hamburger Tierpark Hagenbeck gelebt. Sie erreichen eine Größe von bis zu 1,20 Meter Panzerlänge und können älter als 100 Jahre werden. Die Männchen wiegen bis zu 250 Kilogramm.

Mit 195 Kilogramm ist der 80-jährige Bert der Schwerste der vier, Leopold wiegt 178 Kilogramm und ist etwa 82 Jahre alt. Romina ist mit 76 Kilogramm die Leichteste, sie ist rund 57 Jahre alt, Cassiopeia wiegt mit ihren 30 Jahren 116 Kilogramm.

«Wir möchten aktiv zum Erhalt der bedrohten Art beitragen», betonte Casdorff. Denn der Bestand der Seychellen- oder auch Aldabra-Riesenschildkröten, die es seit mehr als 220 Millionen Jahren gibt, gilt als gefährdet. Ihr Lebensraum im Indischen Ozean ist heute nahezu ausschließlich auf das Aldabra-Atoll beschränkt. Der Klimawandel sowie invasive Arten setzen dem Bestand zusätzlich zu, wie der Zoo mitteilte.

Daher gibt es im Warmhaus auch zwei spezielle Plätze für die Ei-Ablage. Die Weibchen können dort Gruben graben, um die 10 bis 25 kugelförmigen Eier pro Gelege mit dem gewärmten Sand zu bedecken.

In das Gebäude sollen im Laufe des Jahres noch weitere Tierarten einziehen: Vietnamesische Langnasennattern, Blaue Baumwarane und Fidschi-Leguane werden laut Zoo dann in drei Terrarien leben. In den oberen Regionen sollen später die Faultiere klettern.

Die Region Hannover hat den Bau des Reptiliums mit einem Zuschuss in Höhe von 669.000 Euro gefördert. Weitere 950.000 Euro hat der Zoo selbst finanziert, zudem gab es private Spenden in Höhe von rund 46.000 Euro.

Weitere Meldungen

undefined
Antenne Niedersachsen
Audiothek