08. August 2026 – dpa

Saal für Ex-RAF-Terroristin

Teure Reithalle steht nach Klette-Prozess weiter leer

Für den Prozess gegen die ehemalige RAF-Terroristin ließ das Ministerium einen eigenen Gerichtssaal errichten. Für rund 3,6 Millionen Euro - und nun ist das Gelände verlassen. Was ist der Plan damit?

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Für den Prozess ließ das Ministerium eine Reithalle umbauen. (Archivfoto)

Auch Monate nach dem Urteil im Prozess gegen Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette steht der eigens umgebaute Gerichtssaal weiter leer. Noch sei nicht über die Nachnutzung des für rund 3,6 Millionen Euro gemieteten Geländes in Verden entschieden, teilte ein Sprecher des niedersächsischen Justizministeriums mit. Dazu liefen aktuell Gespräche mit dem Vermieter und anderen Beteiligten.

Der Vertrag für den umfunktionierten Reiterhof gilt bis Ende Mai 2027 und kann bei Bedarf verlängert werden. Das Ministerium ging nach früheren Angaben davon aus, dass das Mammutverfahren mindestens so lange dauern würde. Doch es kam anders: Das Urteil fiel am 27. Mai 2026, also ein Jahr früher als gedacht.

Seitdem ist die 800 Quadratmeter große Halle ungenutzt. Auch das angrenzende Wohnhaus mit Gästehaus, Koppeln, Garten, Schwimmsee und Spielplatz liegt verlassen da. Ursprünglich hatte das Ministerium angedacht, die Reithalle im Anschluss an den Prozess für andere Verfahren mit hohen Sicherheitsvorkehrungen und vielen Beteiligten zu nutzen.

Spekuliert wurde auch, ob der Standort künftig als neuer Hochsicherheitssaal dienen könnte. Die bisherigen Räumlichkeiten im Oberlandesgericht Celle sind in die Jahre gekommen. Doch das Ministerium winkt nun ab. «Der Neubau eines Hochsicherheitsgebäudes ist für den Standort Hannover geplant», teilte ein Ministeriumssprecher mit.

Das Urteil gegen Klette wird derweil überprüft. Das Landgericht Verden hatte sie zu 13 Jahre Gefängnis verurteilt - wegen schweren Raubes, Verstößen gegen Waffengesetze und anderer Straftaten. Dagegen legten Verteidigung und Staatsanwaltschaft Revision ein.

Klette droht noch ein weiterer Prozess. Die Bundesanwaltschaft erhob Anklage wegen Verbrechen, die die 67-Jährige während ihrer Zeit bei der Roten Armee Fraktion (RAF) begangen haben soll. Dabei geht es unter anderem um versuchten Mord, Sprengstoffanschläge und erpresserischen Menschenraub.

Das Verfahren könnte am Oberlandesgericht Frankfurt am Main stattfinden. Das Gericht hat sich bislang nicht geäußert, ob es die Anklage zulässt und Termine für einen Prozess plant. K

lette befindet sich weiter in der Justizvollzugsanstalt für Frauen in Vechta, wie das niedersächsische Justizministerium mitteilt. «Eine Verlegung - gleich wohin - ist nicht terminiert.»

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