06. September 2026 – dpa

Spezialschiff zurückerwartet

Stader LNG-Terminal soll Inbetriebnahme im September starten

Eigentlich sollte in Stade schon längst Flüssigerdgas angelandet werden. Doch das schwimmende LNG-Terminal verzögerte sich. Nun soll es in Betrieb gehen. Was das für die deutschen Gasimporte bedeutet.

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Der Anleger für verflüssigte Gase in Stade war bereits 2023 fertig gebaut worden. (Archivbild)

Nach jahrelanger Verzögerung soll die Inbetriebnahme des schwimmenden Importterminals für Flüssiggas (LNG) in Stade noch in diesem Monat beginnen. Die zwischenzeitliche Subcharter des Spezialschiffes «Energos Force» sei beendet und das Schiff befinde sich auf dem Rückweg nach Deutschland, teilte ein Sprecher der bundeseigenen Betreibergesellschaft, die Deutsche Energy Terminal Gesellschaft (DET), auf dpa-Anfrage mit. «Noch im September wird es wie geplant nach Stade zurückkehren, womit der Inbetriebnahmeprozess des Terminals starten kann.»

Für die Inbetriebnahmephase sei die Lieferung von LNG sichergestellt, heißt es von der DET weiter. Im November werde mit der Anlieferung eines ersten LNG-Tankers gerechnet. «Parallel bereiten wir die Vermarktung der Kapazitäten von Stade jenseits der Inbetriebnahme vor und werden den Markt wie üblich frühzeitig über geplante Auktionen informieren», teilte der DET-Sprecher weiter mit.

Die DET geht davon aus, dass sich nach der Inbetriebnahme des Stader LNG-Terminals die deutschen Einspeisekapazitäten weiter erhöhen werden. «Wir rechnen damit, dass wir Ende 2026 erkennbar mehr Erdgas als 2025 ins deutsche Gasnetz eingespeist haben werden», sagte der DET-Sprecher.

Flüssigerdgas machte 2025 einen Anteil von rund 10 Prozent an den deutschen Gasimporten aus. Die deutlich größere Importmenge von Gas erreicht Deutschland über Pipelines.

Ursprünglich sollte das Stader LNG-Terminal schon viel früher in Betrieb gehen. Der vom Land Niedersachsen gebaute Anleger für das Spezialschiff (auch FSRU genannt) im Industriehafen Stade-Bützfleth wurde bereits 2023 fertiggestellt. Die «Energos Force» war daraufhin im März 2024 erstmals in Stade eingelaufen und sollte in einen Testbetrieb gehen, doch dazu kam es nicht.

Denn Restarbeiten an sogenannten Suprastruktur-Anlagen waren nötig – damit sind technische Anlagen wie Verladearme und Leitungen landseitig zwischen dem Schiff und dem Anschluss an das Gasfernleitungsnetz gemeint. Zuletzt hatte sich die DET im vergangenen Jahr mit dem bis dahin zuständigen Hamburger Konsortium Hanseatic Energy Hub (HEH) auf die Übernahme der Bauarbeiten an der Suprastruktur geeinigt. Zwischen beiden Unternehmen hatte es Streit über diese Arbeiten gegeben.

Die für den Terminalbetrieb bestimmte «Energos Force», auf der von Tankern angeliefertes Flüssiggas in den gasförmigen Zustand umgewandelt wird, war zuletzt seit Juli 2025 an den staatlichen ägyptischen Energieversorger EGAS unterverchartert worden und maßgeblich in Jordanien im Einsatz. «Die Einnahmen aus diesem Subcharter-Vertrag flossen nach Abzug laufender Kosten zurück in den Bundeshaushalt», teilte die DET mit.

Das LNG-Terminal in Stade ist das vierte von der DET betriebene LNG-Terminal. Daneben gibt es noch zwei schwimmende Terminals in Wilhelmshaven und eines in Brunsbütteln. Das Rügener LNG-Terminal in Mukran wird von dem Unternehmen Deutsche Regas betrieben. Die Bundesregierung hatte den Aufbau der milliardenschweren Infrastruktur nach dem russischen Angriff auf die Ukraine forciert, um unabhängig von russischen Gaslieferungen zu werden. Mit dem Standort in Stade wird das LNG-Terminalkonzept des Bundes zur Sicherung der Gasversorgung laut DET nun vervollständigt.

Neben dem schwimmenden Terminalschiff wird in Stade ein landseitiges Terminal zum Import von flüssigem Erdgas geplant. Das wesentlich größere Terminal soll das schwimmende ersetzen und nach früheren Angaben laut Genehmigung bis Ende 2043 mit fossilem Erdgas betrieben werden.

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