22. April 2026 – Frederic Heimann

Bahnverkehr

Sanierung der Bahnstrecke Hamburg-Hannover: Das sind die Umleitungen

Vom 1. Mai bis zum 10. Juli wird die Bahnstrecke Hannover-Hamburg in Teilen saniert. Dafür müssen Pendler Umwege in Kauf nehmen. Die Sanierung musste ein Stück weit zusammengestrichen werden: Was nicht geschafft wird, soll 2029 nachgeholt werden.

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Vom 1. Mai an wird die Strecke Hannover - Hamburg saniert.

Die Erneuerung der Bahnstrecke Hamburg-Hannover vom 1. Mai bis zum 10. Juli wird weniger umfangreich ausfallen als ursprünglich geplant. Der Grund: Die Korridorsanierung Hamburg–Berlin hat sich wegen des strengen Winterwetters länger hingezogen - die Bahn möchte aber nicht die beiden wichtigen Strecken im Norden gleichzeitig sperren. Nun soll die Strecke zwischen Hamburg und Berlin am 14. Juni wieder freigegeben werden. Bis dahin ist der Abschnitt bei uns - zwischen Hamburg und Lüneburg - die Umleiterstrecke für Fern- und Güterzüge zwischen Hamburg und Berlin. Deshalb kann hier erst ab Mitte Juni gesperrt werden.

Vom 1. bis 13. Mai können zunächst keine Züge zwischen Hannover und Celle fahren. Danach ist die Strecke zwischen Hannover und Uelzen teilweise dicht. Ab dem 14. Juni gibt es dann eine Vollsperrung zwischen Hamburg und Hannover.

Nun plant die Bahn, nur noch rund 66 Kilometer Gleis zu modernisieren, 36 Weichen, sechs Weichenheizungen und zwei Kilometer Oberleitung. Damit werde das Notwendigste repariert, alles andere in die Korridorsanierung vom 5. Januar bis 22. Juni 2029 geschoben, hieß es jetzt von der Bahn.

Weiterhin sollen aber vier Bahnstationen an der Strecke erneuert werden - hier gab es keine Änderungen. Es geht um die in Stelle (Kreis Harburg), Suderburg (Kreis Uelzen), Großburgwedel und Langenhagen (beide Region Hannover).

Außerdem steht die Sanierung von mehreren so genannten konstruktiven Ingenieurbauwerken an, darunter die Eisenbahnbrücke „Bleckeder Landstraße“ in Lüneburg, die Eisenbahnbrücke „Bahnhofstraße“ in Uelzen, aber auch weitere Durchlässe und Brücken.

Die Strecke wird für den Bahnbetrieb ab dem 1. Mai (21.00 Uhr) zunächst abschnittweise, ab dem 14. Juni komplett gesperrt werden. Teils fahren aber auch schon vorher Züge nicht mehr - das liegt einfach an den Betriebsabläufen und Fahrplänen: Die Züge müssen ja da hin gefahren werden, wo sie dann später auch benötigt werden. Deshalb fährt der letzte Metronom Uelzen -> Hannover schon am Vorabend, also am 30.04. ab Uelzen 23:51 Uhr - und der letzte Metronom Hannover-> Uelzen ab Hannover 00:40 Uhr (01.05).

Der Fernverkehr zwischen Hamburg und Hannover wird umgeleitet. Für den Regionalverkehr wurde ein Ersatzkonzept entwickelt. Zwischen Hannover und Celle fahren zusätzliche S-Bahnen. Zwischen Lüneburg und Hamburg sowie teilweise sogar bis Uelzen wird es ein Grundangebot mit Zügen geben, zwischen Langenhagen und Lüneburg fahren Ersatzbusse.

Seit Jahren gilt die Trasse Hannover-Hamburg mit einer Auslastung von 147 Prozent als chronisch überfordert, die Infrastruktur als baufällig. Wegen der vielen Störungen setzt die Bahn vor die Generalsanierung 2029 eine Bauphase, die sie «Qualitätsoffensive» nennt.

«Bei der Qualitätsoffensive bündeln wir in zehn Wochen viele unterschiedliche Arbeiten zur Erneuerung und Instandhaltung der wichtigen und hochfrequentierten Strecke zwischen Hamburg und Hannover», sagte Dieter Olliges, Projektleiter der DB InfraGo. Das Vorhaben auf der 163 Kilometer langen Strecke sei ein Balanceakt in eingekürzter Bauzeit. Das große Ziel seien weniger technische Störungen: Das würde dann auch für weniger Verspätungen uns Ausfälle sorgen.

Auch Güterverkehr betroffen

Besorgt über die Sperrung zeigen sich Unternehmen im Schienengüterverkehr. Die Strecke Hamburg–Hannover ist eine zentrale Verbindung für den Güterverkehr – besonders für Transporte vom Hamburger Hafen in Richtung Italien sowie nach Südost- und Osteuropa. «Die Bezeichnung Qualitätsoffensive für diese Sperrung greift aus unserer Sicht zu kurz: Die geplanten Maßnahmen entsprechen faktisch einer Korridorsanierung, wie sie die DB auf vielen Strecken in ganz Deutschland umsetzt, und bringen entsprechend weitreichende Einschränkungen mit sich», heißt es vom Verband Die Güterbahnen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen für die Unternehmen seien erheblich.

Besonders kritisch wird die zeitliche Überschneidung mit der verzögerten Korridorsanierung Hamburg–Berlin bewertet. Ursprünglich sollten sich die Maßnahmen nicht überlagern, inzwischen sei genau dies der Fall. «Zwar hat die InfraGo auf die veränderte Lage mit einem angepassten Sperrkonzept reagiert, doch bestehen Zweifel, ob dieses in der Praxis ausreichend funktioniert.»

Die Strecke Hamburg-Berlin soll am 14. Juni wieder vollständig in Betrieb gehen, sechs Wochen später als ursprünglich geplant.

Verschiedene Umleitungen und Ersatzverkehre eingerichtet

Weitere Informationen, auch von der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen LNVG:

Statt einer komplett-Sperrung wird es nun in drei Stufen vorgegangen. Gerade in der ersten - im Zeitraum von Anfang Mai bis 13. Juni - gab es zuletzt nochmal deutliche Änderungen an der ursprünglichen Planung.

Zwischen Winsen und Hamburg wird während der kompletten „Qualitätsoffensive“ stündlich eine Regionalbahn (RB) fahren, die an allen Bahnhöfen auf der Strecke (Hamburg-Harburg, Meckelfeld, Maschen, Stelle und Ashausen) hält. Außerdem wird zwischen Lüneburg und Hamburg eine RE-Linie im Stundentakt verkehren. Diese Züge halten in Bardowick, Radbruch, Winsen und Harburg.

Wesentliche Änderungen im Vergleich mit dem ursprünglichen Ersatz-Angebot gibt es im Regionalverkehr mit Zügen auf der Strecke Hamburg – Uelzen, beziehungsweise Uelzen – Lüneburg vom 1. Mai bis 13. Juni 2026:

  • Pro Tag fahren je Richtung drei Züge zwischen Uelzen und Hamburg durchgehend. Dafür entfallen je Richtung zwei Verstärkerzüge auf der Strecke Lüneburg -Hamburg.
    Halte: Uelzen, Bad Bevensen, Bienenbüttel, Lüneburg, Winsen (Luhe), Hamburg-Harburg, Hamburg Hbf.
    Abfahrten ab Uelzen: 05:38 Uhr, 06:41 Uhr, 08:33 Uhr
    Abfahrten ab Hamburg Hbf: 14:26 Uhr, 18:28 Uhr, 20:28 Uhr
  • Die Linie RE 3 pendelt zusätzlich im Zweistundentakt zwischen Lüneburg und Uelzen.
  • Die Züge der metronom-Linie RE3 aus Hamburg kommend erreichen den Bahnhof Lüneburg 1x pro Stunde zur Minute '25 Es gibt hier ein paar Ausnahmen zur frühen oder späten Tageszeit.
  • Es gibt zusätzliche Nachtfahrten mit Zügen zwischen Uelzen und Hamburg Hbf:
    Abfahrt ab Uelzen montags bis freitags (an Schultagen) um 03:52 Uhr
    Abfahrt ab Hamburg Hbf samstags und sonntags um 02:34 Uhr
  • Weil aufgrund von Umleitungen im Fernverkehr am Bahnhof Lüneburg der Platz fehlt, muss die Linie RB 32 in dieser Zeit ausfallen. Dort fahren Busse, zum Teil Expressbusse.
  • Die Linie RB 47 kann weiterhin zwischen Bad Bodenteich und Lüneburg nur im Zweistundentakt verkehren, nicht wie vorgesehen ab 1. Mai stündlich.
  • Die Linie RE 20 wird weiterhin zwischen Salzwedel und Uelzen entfallen und nicht wie vorgesehen nur zwischen Wieren und Uelzen. Als Erleichterung verkehren die Schnellbusse der ecoVista ab Salzwedel durchgehend bis Winsen (Luhe) mit Anschluss an die Regionalbahn nach Hamburg.
  • Bis zum 19. Mai kann weiterhin nicht die RE 83 zwischen Adendorf und Mölln verkehren. Es fahren Ersatzbusse.
  • Der RE 5 entfällt vom 1. Mai bis 13. Juni zwischen Hamburg Hbf und Hamburg-Harburg.

Ab 14. Juni greift der ursprüngliche Ersatzfahrplan. Auch zwischen Lüneburg und Uelzen fahren dann keine Züge mehr. Ein umfangreicher Schienenersatzverkehr mit Bussen wird eingerichtet.

Für die drei Strecken, Uelzen – Celle, Celle – Langenhagen sowie Celle – Hannover bleibt es vom 1. Mai bis 10. Juli beim ursprünglichen Konzept. Zwischen Celle und Uelzen fahren keine Züge, sondern Ersatz-Busse. Ersatzbusse gibt es auch zwischen Celle und Langenhagen-Mitte (via Großburgwedel und Isernhagen). Zwischen Hannover und Langenhagen-Mitte fahren dann S-Bahnen (auch weiter zum Flughafen oder nach Bennemühlen). Zwischen Celle und Hannover fahren drei S-Bahnlinien, eine davon wird zusätzlich eingerichtet.

Genaue Infos und Karten dazu HIER


Die LNVG stellt Start Niedersachsen Mitte für den Zeitraum der Baumaßnahme insgesamt acht zusätzliche Triebfahrzeuge für die RB 38 (Buchholz/Nordheide – Hannover) zur Verfügung. Dort ist mit höherem Fahrgastaufkommen zu rechnen. „Start kann so mit maximaler Zuglänge fahren – mehr lassen die Bahnsteige an der Strecke nicht zu", erklärt Carmen Schwabl, Sprecherin der LNVG-Geschäftsführung. Tagsüber werden die Züge der RB 38 in Dreifachtraktion statt in Doppeltraktion verkehren.


Während der gesamten Dauer der „Qualitätsoffensive“ der DB InfraGO ist es nicht möglich, Fahrräder in den Ersatzbussen mitzunehmen. Der Platz wird für Fahrgäste gebraucht, darunter auch Menschen im Rollstuhl und Babys im Kinderwagen.

An den Bahnhöfen Lüneburg, Uelzen und Celle wird Personal von metronom vom 1. Mai bis zum 10. Juli von frühmorgens bis spätabends bereitstehen. Diese sogenannten „Reisendenlenker“ erteilen Fahrgästen zum Beispiel Auskünfte oder helfen ihnen, in den richtigen Ersatzbus einzusteigen.

(auch mit Material der dpa.)

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