21. August 2026 – dpa
Sie sollen Vietnamesinnen nach Deutschland gelockt und Männern auch für ungeschützten Sex angeboten haben. Vor Gericht drohen den Angeklagten mehrjährige Haftstrafen.
Mit einer Razzia in fünf Bundesländern war die Polizei im Frühjahr gegen Menschenhandel im Rotlichtmilieu vorgegangen. Nun wird der mutmaßlichen Chefin des kriminellen Netzwerks und ihren drei Helfern ab Montag (24. August) der Prozess gemacht. Der Vietnamesin, ihrem Bruder und zwei Deutschen werde gewerbsmäßiges Einschleusen von Ausländern in bis zu 28 Fällen vorgeworfen, teilte das Landgericht Chemnitz mit.
Sie sollen Vietnamesinnen mit der Aussicht auf Arbeit als Masseurinnen illegal nach Deutschland gelockt haben. Hier hätten sie die Not der Frauen ausgenutzt und sie in Wohnungsbordellen als Prostituierte angeboten. Zentrum des Netzwerks soll laut Gericht Halle in Sachsen-Anhalt gewesen sein. Solche Bordelle seien aber auch in Sachsen, Thüringen und Niedersachsen betrieben worden, etwa in Chemnitz, Leipzig, Sömmerda, Merseburg und Weißenfels.
Laut Anklage hatten die Frauen keinerlei Mitspracherecht bei der Ausübung der Prostitution - auch wenn Freier sexuelle Sonderwünsche verlangten. Zudem hätten sie auch ungeschützt Sex mit Männern haben müssen. Bei einer Verurteilung sind mehrjährige Haftstrafen von bis zu zehn Jahren möglich.