23. Oktober 2026 – dpa

Aufrufe von Gen Z

Proteste an Halloween? Das ist der Stand im Nordwesten

Bundesweit wollen junge Menschen gegen kaputte Schulen, eine Wehrpflicht und steigende Kosten demonstrieren. So blickt die Polizei in Niedersachsen und Bremen auf die Ankündigungen zum 31. Oktober.

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Die Polizei bereitet sich in vielen Städten bundesweit auf mögliche Protestaktionen der Gen Z vor. (Symbolbild)

Die Sicherheitsbehörden nehmen auch in Niedersachsen und Bremen mögliche Protestaktionen der Generation Z am 31. Oktober in den Blick. «Die Polizei und die Sicherheitsbehörden sind sehr sensibilisiert», sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Innenministeriums. Bislang seien in Niedersachsen geplante Veranstaltungen in Hannover, Osnabrück und Cuxhaven bekannt.

In Hannover hat eine Privatperson eine Versammlung mit dem Titel «Gen Z regelt – Jugendprotest gegen Militarisierung und Sozialkürzung» und einer Teilnehmerzahl im mittleren zweistelligen Bereich angemeldet, wie die Polizei bestätigte. Diese soll um 14.00 Uhr am Opernplatz stattfinden. Auf einer Webseite zum Gen-Z-Protest haben sich knapp 1.900 Menschen dafür angekündigt.

Nach Angaben der Polizei ist es zugleich bereits in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit Halloween zu Straftaten wie Sachbeschädigungen, Brandstiftungen und Gewaltdelikten gekommen. Zusätzliche Polizeikräfte werden daher an dem Tag im Einsatz sein, der als Reformationstag sowohl in Niedersachsen wie auch in Bremen zudem ein Feiertag ist.

Mit gewaltsamen Ausschreitungen wie zuletzt in Frankreich rechnet die Polizei Hannover bislang nicht. «Nach unserer Lagebewertung gibt es derzeit keine ernstzunehmenden Ankündigungen bezüglich angekündigter Ausschreitungen», hieß es. Man bereite sich aber auf unterschiedliche Einsatzlagen vor. Bei Gefahren werde die Polizei frühzeitig einschreiten.

Das Ziel für den 31. Oktober sei ein friedlicher und geordneter Verlauf im gesamten Stadtgebiet – sowohl im Zusammenhang mit der Versammlung als auch mit Halloween. «Einzelne Personen oder Gruppen, die Straftaten begehen oder andere gefährden, sollen diesen Abend nicht auf Kosten der ganz überwiegenden Mehrheit friedlicher Menschen bestimmen», erklärte die Polizei.

In Osnabrück sind laut der dortigen Polizei für den 31. Oktober bislang zwei Versammlungen offiziell angemeldet worden, die aber keinen offenkundigen Bezug zu den Gen-Z-Protesten haben. Die Polizei sei aber vorbereitet, wenn es neue Erkenntnisse geben sollte.

Die Polizei Cuxhaven teilte mit, ihr sei ein auf TikTok verbreiteter Aufruf für eine Protestaktion am 31. Oktober in der Stadt bekannt. Eine offizielle Anmeldung einer Versammlung liege bisher indes nicht vor.

Auch für Bremen wird im Internet zu einer Protestveranstaltung aufgerufen – für 14.00 Uhr am Marktplatz. Rund 1.000 Menschen haben online dafür zugesagt.

Das Bremer Innenressort erklärte dazu am Mittwoch, die Polizei bereite sich auf einen möglichen Einsatz vor. Konkrete Hinweise auf geplante Gewalt in Bremen lägen aber nicht vor. Man habe zudem gute Erfahrungen damit gemacht, bei Versammlungen auf Gespräche und Deeskalation zu setzen. «Die Bilder aus Frankreich lassen sich nicht einfach auf Bremen übertragen», hieß es.

Die Initiative «Gen Z steht auf» ruft für den 31. Oktober in zahlreichen deutschen Städten zu Protesten auf. Dabei soll es den Angaben zufolge unter anderem um Bildung, ein bezahlbares Leben sowie die Ablehnung einer Wehrpflicht gehen. «Wir distanzieren uns klar von jeglicher Art von Gewalt», sagte der Mitinitiator Akram Selo der Deutschen Presse-Agentur.

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) hatte gesagt, für den 31. Oktober finde eine Mobilisierung statt, die auch aus dem linken Spektrum instrumentalisiert werde. Die Berliner Polizei erklärte, es gebe Bestrebungen, die Thematik der Schülerproteste gezielt zu nutzen für eigene Interessen.

Der Generation Z gehören, grob gesagt, die von 1995 bis 2010 Geborenen an.

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