07. Oktober 2026 – dpa

Nischen statt Volumen

Porsche plant mit deutlich weniger Geschäft in China

Noch vor wenigen Jahren verkaufte Porsche jedes dritte Auto in China. Doch das ist vorbei. Die Geschäfte in der Volksrepublik laufen deutlich schlechter - und dabei wird es vorerst wohl bleiben.

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Porsche will die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns stärken. (Archivbild)

Der Sportwagenbauer Porsche stellt sich darauf ein, künftig höchstens noch ein Zehntel seiner Fahrzeuge in China zu verkaufen. Der Markt sei sehr anspruchsvoll und habe sich grundlegend verändert, sagte Porsche-Chef Michael Leiters bei der Vorstellung der Unternehmensstrategie «Sportwagenschmiede '35» vor Pressevertretern. Eine Rückkehr zu früheren Absatzhöhen um jeden Preis sei weder realistisch noch im Interesse der Marke.

Das einst so lukrative China-Geschäft ist zuletzt förmlich zusammengebrochen. Im Spitzenjahr 2020 wurden demnach fast 35 Prozent der Porsche-Fahrzeuge in die Volksrepublik verkauft. 2025 waren es noch knapp 15 Prozent - Tendenz fallend. Absolut hat sich die Zahl der dort verkauften Sport- und Geländewagen in der Zeit mehr als halbiert. Das liegt unter anderem an der harten Konkurrenz durch lokale Hersteller und der Kaufzurückhaltung wohlhabender Chinesen, bei denen das Geld wegen der Immobilienkrise im Land nicht mehr so locker sitzt.

Die Stuttgarter setzen nach eigenen Angaben auf einen werthaltigen Absatz - wollen ihre Autos also mit möglichst viel Gewinn verkaufen. Nach Angaben von Leiters herrscht in China aber derzeit ein «selbstzerstörerischer Preiskampf». Verbunden mit immer kürzeren Innovationszyklen sei dieser langfristig nicht nachhaltig – auch nicht für chinesische Hersteller.

Die Planung für China sei daher «sehr konservativ», sagte Leiters. Porsche will sein Angebot demnach auf die Segmente ausrichten, in denen die Stärken der Marke besonders geschätzt werden. So könne man sich auf profitable Nischen konzentrieren, statt in zunehmend umkämpften Segmenten dem Volumen hinterherzulaufen. Auch das Händlernetz wird deutlich verkleinert. Porsche-Vertriebsvorstand Matthias Becker zufolge soll die Zahl der Verkaufsstellen von einst mehr als 150 auf etwa 75 bis 80 bis zum Jahresende sinken.

Man sei in China nicht durch Produktionsverpflichtungen oder Gemeinschaftsunternehmen gebunden, die ein bestimmtes Volumen erfordern, um rentabel zu bleiben. Das gebe dem Unternehmen mehr Flexibilität, um auf Veränderungen zu reagieren.

Das Ergebnis sei ein China-Geschäft, das kleiner sei als früher, aber stärker und widerstandsfähiger, sagte Leiters. Sollte sich die Lage in China erholen, sei Porsche in der Lage, den Absatz wieder hochzufahren. «Wir werden diesen Markt nicht aufgeben.» China ist der größte Automobilmarkt der Welt.

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