30. September 2026 – dpa

Zertifikate gegen Geld

Netzwerk für «Stellvertreterprüfungen» aufgeflogen

Zeugnisse gegen Geld - mit diesem illegalen Handel sollen sich mehrere Personen mehr als eine Viertelmillion Euro ergaunert haben. In Niedersachsen und NRW wurden Beweismittel sichergestellt.

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Zeugnisse gegen Geld - wegen dieses illegalen Geschäftsmodells wird gegen neun Personen aus Niedersachsen und NRW ermittelt. (Symbolbild)

Von Einbürgerungstests über Sprachzertifikate bis zu Führerscheinen und gewerblichen Sachkundenachweisen: Gegen die Zahlung von Geld soll ein Täternetzwerk entsprechende Dokumente und Zeugnisse illegal organisiert haben. Gegen neun Personen im Alter zwischen 26 und 51 Jahren werde wegen dieser sogenannten Stellvertreterprüfungen ermittelt, teilte die Polizei in Osnabrück mit. Je nach Prüfung sollen mehrere hundert bis mehrere tausend Euro verlangt worden sein.

Den Angaben zufolge gab es Durchsuchungen bei rund einem Dutzend Objekten im Raum Osnabrück (Niedersachsen) sowie in Lienen (Kreis Steinfurt) und Hamm (Nordrhein-Westfalen). Gegen zwei Personen seien Haftbefehle vollstreckt worden, weil der Verdacht des bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern bestehe.

Bei den Durchsuchungen wurden laut Polizei ein Dutzend Mobiltelefone sichergestellt, aber auch mehrere Computer, diverse Ausweisdokumente, mehrere tausend Euro Bargeld, Rauschgift und auch eine Armbrust.

Die Beschuldigten sollen mit den Stellvertreterprüfungen mehr als eine Viertelmillion Euro eingenommen haben. Dabei seien gefälschte oder verfälschte Ausweisdokumente verwendet worden, auf denen die Personalien der Prüfungsteilnehmer angeben waren, allerdings mit Fotos der Stellvertreter versehen, die sich als die angemeldeten Prüflinge ausgegeben haben sollen. Neben den neun Beschuldigten sollen auch weitere Personen die Prüfungen absolviert haben.

Unter anderem über Messengerdienste soll der Kontakt zwischen den Kunden und Tätern hergestellt worden sein. Derzeit werden mindestens 100 Fälle von den Ermittlern geprüft. Die Osnabrücker Polizei stieß im März dieses Jahres auf die Verdachtsfälle, als das Mobiltelefon eines damals 28 Jahre alten Mannes ausgewertet wurde - gegen ihn war wegen des Verdachts des unerlaubten Handelstreibens mit Betäubungsmitteln ermittelt worden.

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