01. Juli 2026 – dpa

Gesundheit

Nach Aus für Suchtklinik - Neues Angebot für junge Patienten

Nach dem Aus der größten Suchtklinik: Wie zwei Wohngruppen jungen Abhängigen einen Neustart ermöglichen sollen – und warum viele Jugendliche trotzdem keinen Platz finden werden.

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Zwei Wohngruppen für suchtkranke Jugendliche nehmen ihre Arbeit auf. (Symbolbild)

Nach der Schließung der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn (Landkreis Oldenburg) kümmern sich nun zwei Wohngruppen um suchtkranke Kinder und Jugendliche. «Wir stehen noch ganz am Anfang», sagte Wolfgang Vorwerk, Vorstandsvorsitzender der neuen Einrichtung «Leinerstift LEE - Leben, Entwickeln, Entfalten». «Aber es war uns wichtig, dass es für die jungen Menschen und ihre Familien einen nahtlosen Übergang gibt.»

Die Wohngruppen richten sich an abhängige Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren, die eine intensive pädagogische und therapeutische Begleitung benötigen. Voraussetzung für eine Aufnahme ist eine Entgiftung und unter anderem die Bereitschaft, sich auf ein drogenfreies und weitgehend internetfreies Umfeld einzulassen. Das Angebot ist für junge Menschen mit akuter Entzugssymptomatik oder schweren psychiatrischen Krisen angelegt.

Perspektivisch solle am Standort deutlich mehr entstehen, teilte die Einrichtung mit. Geplant seien weitere Wohngruppen, therapeutische Angebote, medizinische Versorgung und möglicherweise auch Angebote der Teilhabe.

Das neue Angebot kann die bisherige Rehaklinik nicht ersetzen. «Die Versorgungslücke für abhängigkeitserkrankte junge Menschen in Deutschland war schon vorher eklatant - durch die Schließung der Klinik hat sie sich noch einmal verschärft», sagte Vorwerk. «Das gilt vor allem für schwer erkrankte junge Menschen mit zusätzlichen Erkrankungen.»

Die Klinik in der Gemeinde Großenkneten war nach eigenen Angaben die größte Einrichtung für suchtkranke Jugendliche in Deutschland. Sie musste nach 46 Jahren schließen, weil sich das Angebot nicht mehr finanzieren ließ. Das Defizit belief sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Nun gibt es bundesweit nur noch zwei weitere spezialisierte Kliniken für Jugendliche mit insgesamt 36 Plätzen.

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