06. August 2026 – dpa

Schwimmende Hotels

Nabu veröffentlicht Kreuzfahrtranking 2026

Die Passagierzahlen brechen Rekorde, doch die Umwelt steht auf dem Prüfstand: Welche Kreuzfahrt-Anbieter glänzen mit grüner Technik, wer landet hinten?

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In den vergangenen Jahren landeten die norwegischen Anbieter Havila und Hurtigruten im Nabu-Ranking ganz vorn.

Die Umweltorganisation Nabu veröffentlicht am Donnerstag (10.30 Uhr) in Hamburg ihr jährliches Umweltranking der Kreuzfahrtreedereien. Im Zentrum der Bewertung stehen Faktoren wie der Verzicht auf Schweröl als Treibstoff, die Nutzung von Landstrom und Stickoxidkatalysatoren sowie Klima- und Effizienzmaßnahmen. Die Ergebnisse des Rankings ergeben sich aus den freiwilligen Angaben der mehr als einem Dutzend befragten Reedereien.

In den vergangenen Jahren behaupteten sich ganz vorn die norwegischen Kreuzfahrtanbieter Havila und Hurtigruten. Gute Plätze erreichten zuletzt auch die deutschen Anbieter TUI Cruises mit Mein Schiff sowie Aida Cruises, während Norwegian Cruise Line und Royal Caribbean auf hinteren Plätzen landeten. Immer wieder befragt, aber ohne Antwort blieben Phoenix Reisen und Viking Ocean Cruises.

Kreuzfahrten erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit, gelten aber nach wie vor als eine der umweltschädlichsten Arten des Reisens. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) befasst sich bereits seit 2011 intensiv mit den Umwelt- und Klimafolgen von Kreuzfahrtreisen. Damals gab es aber noch kein Ranking im heutigen Sinne.

Stattdessen verlieh die Umweltorganisation den Schmähpreis «Dinosaurier des Jahres» 2011 an die Unternehmen Aida und TUI Cruises. Die Begründung damals: «Ihre angeblich "Weißen Flotten" sind in Wahrheit schmutzige Rußschleudern.» Ein einziger Ozeanriese stoße auf einer Kreuzfahrt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Autos, hieß es.

In den vergangenen Jahren hat sich die Umwelt- und Klimabilanz der Kreuzfahrtschiffe teils deutlich verbessert. Auf der anderen Seite steigt aber auch die Zahl der Reisen und Passagiere weiter an. Das Bremer Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik ging zuletzt davon aus, dass inzwischen mehr als 420 schwimmende Hotels über die Weltmeere schippern.

Die weltweite Passagierzahl auf Kreuzfahrtschiffen kletterte im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2024 um 7,5 Prozent auf 37,2 Millionen - nach Angaben des Branchenverbands Clia ein historischer Höchstwert. Auf Deutschland entfielen der Cruise Lines International Association (Clia) zufolge rund 2,8 Millionen Passagiere - ein Plus von zehn Prozent. Deutschland gilt nach den USA der zweitwichtigste Kreuzfahrtmarkt weltweit.

Von einem der deutschen Kreuzfahrthäfen wie Bremerhaven, Hamburg, Kiel oder Rostock stachen nach Angaben des Statistischen Bundesamts im vergangenen Jahr rund 1,51 Millionen Menschen in See. Damit unternahmen von dort aus 4,1 Prozent mehr Urlauber eine Hochseekreuzfahrt als noch 2024.

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