23. September 2026 – dpa
Täglich gebe es Hinweise auf hybride Bedrohungen wie Drohnenangriffe, sagt Niedersachsens Innenministerium. Die Polizei sei vorbereitet – nicht erst seit dem besorgniserregenden Fund in Wunstorf.
Niedersachsens Sicherheitsbehörden sind nach dem Drohnenfund in Wunstorf hoch sensibilisiert für mögliche Angriffe auf die Infrastruktur. «Hybride Bedrohungen sind real. Sie finden täglich statt», sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Hannover. Alle Polizeibehörden im Land seien daher auf den Umgang mit diesen Bedrohungen vorbereitet worden.
Täglich gingen Hinweise aus diesem Bereich ein, sagte der Sprecher. Das sei in ganz Deutschland festzustellen, Niedersachsen stehe wegen seiner geografischen Lage mit den Häfen aber mit im Fokus – und das Land reagiere darauf: «Wir bauen im Bereich Drohnenabwehr unsere Kapazitäten auf.»
Einzelheiten, wie die kritische Infrastruktur geschützt werde, nannte der Sprecher nicht. «Das wäre kontraproduktiv und wäre auch für diejenigen, die ein Interesse daran haben, unsere Infrastruktur zu stören und damit auch unsere Gesellschaft zu destabilisieren, ein sehr wertvoller Hinweis.» Einen allumfassenden Schutz vor Drohnen gebe es indes nicht. «Das ist leider so.»
Der Ministeriumssprecher nahm auch die Betreiber kritischer Infrastruktur mit in die Verantwortung. Es gehöre zu deren Aufgaben, die Sicherheit der Infrastruktur zu gewährleisten. «Aber die Polizei Niedersachsen unternimmt natürlich alles, was sie kann, um hier bestmöglich zu unterstützen.»
Zu dem konkreten Vorfall in Wunstorf nannte das Ministerium keine Details. «Der Generalbundesanwalt hat die Zuständigkeit für das Verfahren erklärt und das BKA mit der Ermittlungsführung beauftragt», sagte der Sprecher. «Das LKA ist involviert, weiterhin, aber die Ermittlungsführung liegt nicht mehr in Niedersachsen.» BKA und LKA stehen für Bundes- und Landeskriminalamt.
In Wunstorf bei Hannover waren vergangene Woche in der Nähe eines Bundeswehr-Fliegerhorsts Drohnenteile gefunden worden. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen handelte es sich nicht um eine handelsübliche Drohne, sondern um ein mit eigenen Bauteilen versehenes Flugobjekt, das eine gewisse Ähnlichkeit mit der Sprengstoff-Drohne vom Flughafen Leipzig/Halle aufweise.
Bei der Spurensuche ist zudem verdächtiges Material entdeckt worden. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen geht es um Spuren von Sprengstoff. Inwiefern diese der Drohne zuzuordnen sind, wird dem Vernehmen nach noch untersucht.
Am Flughafen Leipzig/Halle war Anfang August eine mit Sprengstoff präparierte Drohne neben ukrainischen Frachtflugzeugen gefunden worden. Die Bundesregierung macht in diesem Fall Russland dafür verantwortlich.