30. September 2026 – dpa
Influencer machen Energydrinks zum Trend – aber gerade bei Kindern und Jugendlichen birgt ein hoher Konsum Risiken. Gesundheitsminister Philippi warnt vor einer unterschätzten Gesundheitsgefahr.
Immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland konsumieren Umfragedaten zufolge Energydrinks – Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi sieht darin eine besorgniserregende Entwicklung. «Noch immer werden Energydrinks durch geschickt aufbereitete Werbespots als harmlose Erfrischungsgetränke dargestellt, obwohl sie dies bewiesenermaßen nicht sind, sondern eine Zucker- und Koffeinbombe», sagte der SPD-Politiker in einer Mitteilung.
Energydrinks sind gesüßte Getränke, die mit Koffein und anderen Inhaltsstoffen wie Taurin und Glucuronolacton versetzt sind. Influencer preisen solche Getränke an, einige haben eigene Produkte.
Wissenschaftler der Forschungseinrichtung IFT-Nord in Kiel hatten Daten des vom Institut jährlich erhobenen «Präventionsradars» für die Schuljahre 2020/21 bis 2025/26 ausgewertet. Den Angaben nach haben 46 Prozent der 9- bis 12-Jährigen und 72 Prozent der 13- bis 15-Jährigen bereits Energydrinks konsumiert. Bei den Kindern tranken zuletzt 13 Prozent mindestens einmal im Monat Energydrinks, in der ersten berücksichtigten Erhebung 2020/21 waren es knapp 10 Prozent. Bei den Jugendlichen stieg der Anteil von 25 auf 33 Prozent.
Insgesamt wurden Angaben von mehr als 107.000 Schülerinnen und Schülern unter 16 Jahren aus 15 Bundesländern ausgewertet. Zu bedenken ist dabei, dass Fragebogendaten durch sozial erwünschte Antworten verzerrt sein können. Die tatsächlich konsumierte Menge wurde nicht erfasst.
Philippi betonte, aufgrund des hohen Gehaltes an Inhaltsstoffen wie Koffein und Taurin in Energydrinks bestehe bei hohen Dosierungen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko etwa für das Herz-Kreislaufsystem. «Diese Gesundheitsrisiken von vermeintlich coolen Energydrinks werden oft unterschätzt», sagte der Minister. «In jungem Alter hohe Mengen an Koffein zu konsumieren, kann zu Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten führen. In Kombination mit dem hohen Zuckergehalt ist der Konsum von Energydrinks für Kinder und Jugendliche gesundheitsschädlich.»
Der Gesundheitsminister erneuerte seine Forderung, eine Zuckerabgabe einzuführen. «Dies würde sowohl Softdrinks als auch Energydrinks für junge Menschen unattraktiver machen», sagte Philippi weiter.
Nach Plänen der Bundesregierung soll ab Juli 2027 eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke eingeführt werden. Die Pläne werden noch mit den Ministerien und Ländern abgestimmt, bevor sie ins Kabinett und den Bundestag kommen können. Die Bundesregierung verfolgt mit der Steuer zwei Ziele: zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt und einen Anreiz für Getränkehersteller, den Zuckergehalt zu senken und ihre Produkte gesünder zu machen.